Perfekter Herbstbegleiter trotz Zuschnittfehler: Kapuzenshirt aus Doubleface-Jersey

Ihr Lieben,

heute ist wieder Me-Made-Mittwoch! Yippie! Und ich freue mich, Euch tatsächlich mal wieder ein Teil zeigen zu können, dass ich für mich genäht habe: Ein Kapuzenshirt bzw. einen „Jersey-Hoodie“.

Diese Tatsache macht mich glücklich und stolz, denn damit ich so ein Teilchen hier zeigen kann, muss ich zuvor mehrere Hürden überwinden. Meine momentan größte davon heißt „Müdigkeit“. Da unser kleinerer Sohn grundsätzlich die Nacht zum Tag macht, komme ich oft auf nicht mehr als 3-4 Stunden Schlaf pro Nacht. Und die sind nicht am Stück, sondern geschnitten :-) So kann es dann gut sein, dass ich zwar tatsächlich mal abends „ein Stündchen“ an der Nähmaschine verbringen kann (zwischen acht und halb zehn schläft er meistens…), ich aber vor Müdigkeit z.B. zwei statt einer Nadel sehe, obwohl KEINE Zwillingsnadel eingesetzt ist… Oder ich mich wundere, dass die Maschine nicht los näht, bis mir auffällt, dass ich sie gar nicht eingeschaltet habe. So ist der Weg zu einem Kapuzenshirt dann doch lang und steinig. Aber, Ihr seht: Ich habe den Weg bezwungen!

Bei diesem Projekt stand zuerst der Stoff fest. Meine Frau hat ab und zu dienstliche Termine in der Nähe eines gut sortierten Stoffladens, und wenn ein solcher Termin ansteht, führt sie gerne „Mitbring-Aufträge“ von mir aus. Vor einiger Zeit sollte sie für Hosen der Kinder doch bitte 1,3 m eines „blauen, etwas dickeren Jerseys“ mitbringen. Als meine Frau den Stoff zuhause auspackte, war ich total begeistert und traf sofort die Entscheidung: „Sorry, Kinder, aber dieser Stoff ist für mich“ (die Kinder wussten zum Glück nichts davon :-)). Ein traumhaft weicher Doubleface-Jersey, total geschmeidig, und sowohl die dunkelblaue als auch die hellgraue Seite haben tolle, satte Farben. Daraus sollte unbedingt ein blaues Langarm-Shirt für mich entstehen. Beim Nachdenken kam mir der Schnitt „Riley“ von Pattydoo in den Sinn, den ich schon lange Mal ausprobieren wollte. „Riley“ ist ein sportlicher, leicht taillierter Hoodie-Schnitt, aber eben nicht für Sweat oder dickere Stoffe erdacht, sondern für Jersey und Konsorten. Pattydoo sieht außerdem bei Riley eine gefütterte Kapuze, Kordeln sowie eine Känguru-Tasche vor.

Beim Zuschnitt musste ich sehr schnell feststellen, dass 1.3 m für die Schnittteile in meiner Größe (ca. 44/46) ziemlich knapp waren. So musste ich am Rückenteil stückeln (was aber am Ende gar nicht sooo schlecht aussieht), und Känguru-Tasche gab es auch keine.

Damit man auch die schöne graue Innenseite ein wenig sieht, war mein Plan, die Kapuze bewusst nicht füttern, sondern die Kapuzenkante einfach doppelt umzuschlagen. Dafür wollte ich 2 cm bei Zuschnitt zugeben. WOLLTE ich. Denn, Ihr ahnt es: Ich war am Abend des Zuschnitts sehr müde…und dieses kleine Detail ist mir durchgerutscht. Ich war, als es mir auffiel, ziemlich angefressen. Ich war mir sehr unsicher, ob ich trotzdem so viel Stoff am Rand wegnehmen könnte, ohne den Halsausschnitt zu eng zu machen. 1000 Gedanken habe ich mir gemacht – und wie ich jetzt weiß, völlig umsonst. Es ist auch ohne zusätzlich Schnittzugabe gar kein Problem, die Kapuze einlagig zu nähen und die Ränder einfach umzuklappen.  Ich habe ungefähr zweimal 0,7 cm umgeschlagen und mit 3 mm großem Geradstich festgenäht. Die Kapuze habe ich dann anleitungsgemäß eingesetzt, also die vorgegebenen Markierungen beachtet, und sie ist trotzdem weit und bequem, der Halsausschnitt ist super. Glück gehabt. Die Mittelnaht habe ich übrigens, wie auch die „Stückelnähte“ am Rückenteil, abgesteppt, damit sie schöner anliegen. (Kordel gab es übrigens auch keine, da ich diese nicht leiden kann :-) Vielleicht wäre es mit Kordel dann doch zu eng geworden.)

Für die Bündchen an Arm und Saum habe ich ebenfalls den Doubleface-Jersey verwendet, nur eben mit der grauen Seite nach außen, um sie auch dort nochmal zu zeigen.

Das Ergebnis gefällt mir total gut! Ich fühle mich sehr wohl darin! Allein: Das Shirt ist ein klein wenig reichlich; da ich zwischen zwei Größen lag hatte ich mich, auch aufgrund der Dicke des Stoffs für die größere Größe entschieden. Das hätte vielleicht gar nicht sein müssen. Anderseits ist das Shirt so sehr schön leger. Es ist das erste Mal, dass ich einen Pattydoo-Schnitt für mich selbst genäht habe (Frau und Kinder sind hier deutlich erprobter…) und ich freue mich, dass er bei mir funktioniert :-) .

Ich denke, dass ich mir hier auf alle Fälle einen treuen Begleiter für den Herbst genäht habe – genau das habe ich gebraucht (und bräuchte ich ehrlich gesagt noch mindestens 3-mal…Riley und ich, wir könnten Freunde werden!!).


So, jetzt bin ich auf die herbstlichen und anderen Nähwerke der MMM-Community gespannt! Danke auch an das MMM-Team für die treue Organisation!

Alles Liebe und schlaft gut :-)
Karin

Linked @: Me Made Mittwoch,   The Creative Lover


15 Gedanken zu “Perfekter Herbstbegleiter trotz Zuschnittfehler: Kapuzenshirt aus Doubleface-Jersey

  1. Sehr gelungen, ich liebe genau solche unkomplizierten Projekte, die einem auch mal einen Müdigkeitsfehler verzeihen. Bewundernswert, dass du dich trotz so wenig Schlaf noch an die Nähmaschine setzt, ich hätte glaube ich schon längst aufgegeben :)
    Viele Grüße
    Jenny

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  2. Sehr hübsch! Das ist wirklich ein toller Stoff und so praktisch, wenn man gleich zwei Seiten verwenden kann, die dann perfekt zusammenpassen. Ich stückel auch gerne mal, wenn der Stoff nicht reicht, und oft sieht es aus der Not heraus besser aus als der Plan, den man ursprünglich hatte.

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  3. Wie gut. dass Du wenigstens schon einen treuen Herbstbegleiter geschafft hast (Ich bräuchte auch noch welche…) Diesen Jersey habe ich auch schon vernäht, der ist echt klasse.
    Bei Kapuzen kannst Du evtl. auch einen Beleg zum Versäubern ausprobieren – da macht es dann auch nichts, wenn Du die 2 cm zum Einschlagen vergisst ;).
    Ich wünsche Euch bessere Nächte – und daß Ihr vielleicht im nächsten Urlaub /Ferien etwas Schlaf nachholen könnt (ich fühle mit euch mit: ich habe, als unsere Kinder klein waren, nicht genäht – da wurde jede freie Minute zum Schlafen genutzt….)
    Sei lieb gegrüßt und immer wieder fröhliche Momente
    Ines

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  4. Liebe Karin,
    zunächst einmal: schön, dass du wieder da bist! Ich habe mich schon sehr gefreut, als das Blogabo mir deinen Menschenskinder-Beitrag in die Mailbox gespült hat :-) Der Pulli ist großartig geworden! Den würde ich auch sofort anziehen (naja gut, wenn ich reinpassen würde…), wirklich schön.
    Bei 3-4h Schlaf wäre das Nähen bei mir auch eher schwierig, muss ich sagen. Momentan bin ich tatsächlich in der Luxussituation, sogar meistens um die 7h (leider auch selten am Stück…) zu bekommen laut meiner Fitnessuhr, aber das auch nur, weil ich abends total k.o. ins Bett falle…
    Ich wünsche dir und deiner Familie alles alles Gute!
    Jana

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    1. Liebe Jana, danke für Deine lieben Worte. Ja, ich versuche mal wieder etwas mehr Präsenz zu zeigen, mal sehen, ob es klappt! Danke für das Lob für den Pulli, der Schnitt ist wirklich empfehlenswert! Ich wünsche Dir, dass Deine Schlafsituation so gut bleibt…:-) Das ist ja wirklich super. Liebe Grüße!! Karin

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  5. Gut, dass du die knappe Nähzeit für eigene Projekte nutzt. So süß und praktisch Kinderkleidung doch ist – aus der eigenen wächst man nicht so schnell raus, hat länger etwas davon und für dich ist es gerade eine tolle Belohnung :)
    Wenn du keine Kordeln magst, bleibt dir wenigstens das lästige Ösen-Einsetzen erspart :-D Ich nähe alle Hoodies mit Kordeln, aber GEBRAUCHT hab ich sie tatsächlich nie. Sie sind da, stören mich auch nicht, erfüllen aber eigentlich keinen Zweck. Denn aufgesetzt und enger gezogen hab ich eine Kapuze bei einem Pullover eigentlich noch nie. Du hast den Jersey gut eingesetzt. Sowohl was die Kontraste angeht, als auch das Auskommen mit der kleinen Menge!
    Viele Grüße, Melanie

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    1. Liebe Melanie, vielen Dank für dein Lob und Deine liebe Rückmeldung von einer so gekonnten Näherin wie Dir! :-) Und danke auch für die Einschätzung zum Thema „Kordeln“ – ich zweifle ja doch immer ein bisschen, ob sie nicht einfach sein müssten. Aber diese Zweifel hast Du jetzt ausgeräumt – vielen Dank dafür! Herzliche Grüße! Karin

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  6. So ist ein vermeintlich „einfacher“ Sweater, manchmal doch ein großes Projekt, dass einen zustandsabhängig ganz glücklich machen kann, Daumen hoch und gedrückt für gute Nächte! LG Sarah

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  7. Ein schönes Stück, die Doppelfarbigkeit macht es besonders. Und die Teilung am Rücken ist sehr gelungen, sieht aus wie „das gehört so!“.
    Ich wünsche Dir, dass die Nähmomente bald wieder mehr und ausgeschlafener sein können. Alles Liebe von Jule

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  8. Was für ein tolles Teil, liebe Karin. Der Schnitt liegt bei mir auch schon gaaaanz lange herum. Ein Bloggerin hatte ihn mal als ‚einfachen‘ Shirt-Schnitt verwendet. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte sie tatsächlich zwischen 40 und 50 verschiedene Varianten daraus gezaubert. Deshalb hatte ich ihn mir zugelegt: als Shirt-Schnitt. Aber dein Hoodie gefällt mir richtig gut. So schön schlicht. Ich mag nämlich auch keine Kordeln&Co….. Ich habe für meine – damalige – Freundin und mich Hoodie-Jacken nach Schnitten von pattydoo genäht. Kim – sie braucht ‚Kindergröße‘ 😉 und Jordan – ich mag ab und zu auch Männerteile. Ich habe alles – auch die Bündchen und die doppelte Kapuze – aus demselben schwarzen Sweat genäht. Schön schlicht, eben 🙂 Ist tatsächlich ein Lieblingsteil mit häufigem Einsatz geworden.
    Herzliche Grüße Claudia

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