Die Trotzkopf-Kollektion – und Willkommen zurück :-)

Hier die Trotzkopf-Galerie in voller Schönheit!

Ihr Lieben,

nach knapp einem Vierteljahr „Blog-Abstinenz“ grüße ich Euch an dieser Stelle endlich wieder und hoffe, dass Ihr mir noch wohlgesonnen seid :-). In den letzten Wochen und Monaten ist durch die Aufnahme unseres Pflegekindes in unsere Familie bei mir bzw. uns sehr viel passiert (deshalb auch die notwendige Blogpause) – aber ab und an habe ich es dennoch geschafft, etwas zu nähen – und das war dann einfach herrlich. Und da dies hier ja dem Grunde nach immer noch ein „Nähblog“ ist, bietet es sich ja gewissermaßen an, Euch meine in den letzten Wochen entstandenen Werke endlich mal zu zeigen…und auch, Euch an passender Stelle ein bisschen was zu erzählen :-)

Dabei stehe ich jedoch vor der großen Herausforderung, dass ich natürlich hier im Blog nichts privates oder persönliches über unser Pflegekind schreiben darf – die Privatsphäre eines Pflegekindes ist mehr als heilig und ich wäre zurecht einen Kopf kürzer, wenn ich das missachten würde. Aber ich weiß von vielen lieben Mails und Kommentaren von Euch, dass viele von Euch das Thema „Pflegekind“ und alles, was dazu gehört, sehr berührt bzw. interessiert. Und ich finde es selbst ungemein wichtig, über das Thema zu sprechen. Also werden wir hier irgendwie die Quadratur des Kreises schaffen, das wäre zumindest mein Vorsatz :-)

Der Kragen geht mal links-, mal rechtsrum :-)

Unser kleiner Familienzuwachs hat, wie alle Pflegekinder, eine bewegte Geschichte hinter sich. Bei sehr vielen Kindern ist schon die Schwangerschaft eine Katastrophe und dann geht es gerade so weiter. Unsere Wege haben sich kurz vor seinem 3. Geburtstag gekreuzt – in 3 Jahren Leben kann schon echt Einiges schiefgehen – die pädagogische Fachsprache benutzt da so Formulierungen wie „…hat niemals adäquates Erziehungsverhalten erfahren“.

Die meisten Kinder kommen natürlich genau deshalb in die Obhut des Jugendamtes: Weil es die leiblichen Eltern, auch mit viel Hilfe und Unterstützung von außen, nicht hinbekommen, „Eltern“ im Sinne des Kindeswohls zu sein. Das hat viele Gesichter und 1000 Gründe. Oft gehen Jahre ins Land, in denen man mit den Familien/Eltern pädagogisch arbeitet – immer mit dem Ziel, dass das Kind in der Familie oder bei einem Elternteil bleiben kann. Wenn es eben dann doch nicht geht, wird für das Kind eine andere Familie oder alternativ ein Heimplatz gesucht.  Ca. 50.000 Kinder leben in Deutschland aktuell in einer Pflegefamilie (in der Regel haben Pflegekinder aber dann weiterhin sog. „Umgangskontakte“ mit den leiblichen Eltern – und das tatsächlich auch, wenn Misshandlungen, Missbrauch oder ähnlich schlimmes passiert ist.)

Wir sind im Prinzip seit dem Einzug des kleinen Schatzes damit beschäftigt, gemeinsam auszuhalten, was sich zeigt, wenn so ein kleiner Mensch zum ersten Mal merkt, dass seine Bedürfnisse ernst genommen werden – und man ihn einfach nur toll findet und liebt, so wie er ist.

Maus und Drachen geben sich die Hand!
Retro-Mäuse und Manni Müllmann kuscheln natürlich auch gerne :)

Und dieses „Bedürfnisse ernst nehmen“ ist es auch, was zum heutigen Blogbeitrag führt: Ich möchte Euch gerne einige Langarmshirts zeigen, die hier „rauf und runter“ getragen werden. Unser Pflegesohn liebt vom ersten Shirt an (darüber hatte ich hier schon mal geschrieben) selbstgenähte Kleidung. Er findet die Stoffe und Motive toll und kann sich unglaublich für Stoffläden begeistern :-) Aber, und das hat uns sehr überrascht: Er hat sehr schnell verstanden, dass ich die Möglichkeit habe, beim Nähen Kleidungsstücke anzupassen bzw. Schnitte zu verwenden, die er möchte. Seine große Liebe wurde nun der Schnitt „Trotzkopf“ von Schnabelina, – und das aus zwei Gründen: Der Kopf hat viel Platz beim An- und Auszuziehen. Und: Durch die Passe entsteht auf Brusthöhe eine kleine Tasche, in der zur Not auch zwei Spielzeugautos Platz haben :-)

Den ersten „Trotzkopf“, den ich für ihn genäht habe, habe ich eigentlich ehrlicherweise für mich genäht. Ich habe nach dem Schnitt schon oft  Shirts als Geschenk zur Geburt gezaubert und mir dabei immer vorgenommen, dass ich für mein zweites Kind eins Tages auch einen Trotzkopf nähen werde. Gut, jetzt war mein zweites Kind bei Geburt schon drei – aber zum Glück gibt es den Schnitt bis Größe 110! Und dieses Shirt, dass ich da so nostalgisch entstehen ließ (es handelt sich um das „hellblaue Mausshirt“) ist das Lieblingslieblingslieblingsshirt unseres Kleinen geworden – dem man in der Waschmaschine zuschauen und das man selbst auf die Wäscheleine hängen muss…
Unser Kleiner hat uns auch sehr schnell klar gemacht, dass er nicht nur das Motiv liebt, sondern vor allem auch, dass der „Kopf viel Platz“ hat. So bin ich also in Serie gegangen, natürlich immer auf Bestellung bezüglich des Motivs. Heute seht Ihr hier die ersten vier Trotzköpfe:

  • Nr. 1: Das besagte Maus-Propeller-Shirt (der Stoff war einst von Snaply, davon hatte ich noch einen Rest zu Hause.)
  • Nr. 2: Das Müllabfuhr-Shirt (der Stoff ist von „Stoff & Liebe“ und heißt „Manni Müllmann“).
  • Nr. 3: Das Drachen-Laufrad-Shirt (der Stoff ist von „Mamas Liebchen“ und habe ich Second Hand, d.h. über Ebay Kleinanzeigen, gekauft. Und ja, der Drache fährt nicht Laufrad, sondern Fahrrad…aber das ist egal :-) )
  • Nr. 4. Das Viele-Maus-Shirt (der Stoff ist auch von „Stoff & Liebe“, und ebenfalls Second Hand erworben).
…und hier noch ein Shirt am stolzen Träger!

Zum Schnitt kann ich sagen: Er sitzt bei unserem kleinen Menschen einfach sehr gut. Genäht ist das Shirt natürlich nicht so schnell wie ein Basic mit Rundhalsausschnitt, aber mit der Zeit wird man schneller :-) Die Mühe lohnt sich auf alle Fälle. Und dass der Schnitt ein Freebook ist, ist natürlich auch klasse.

Ich danke Euch nochmal von Herzen für die lieben Nachrichten und Kommentare, die mich erreicht haben. Ihr seid einfach die Besten :-). Wie gesagt: Es ist mein Plan, in die Blog-Spur zurückzufinden. Mal sehen, wie…vielleicht muss ich auch mal ein paar neue Formen für mich ausprobieren. Wir werden sehen :-)

Alles Liebe und BIS BALD!
Karin

 

Verlinkt zu Menschen(s)kinder bei Kleine StöpselCreative LoverHandmade on Tuesdaycreadienstag und Dings vom Dienstag


17 Gedanken zu “Die Trotzkopf-Kollektion – und Willkommen zurück :-)

  1. wow! das klingt toll! ich bin ein bisschen umgerührt. ich drücke euch weiterhin die daumen, dass ihr euch zusammen gut entwickelt.
    und zum thema „genug platz für den kopf“: meine neffen hatten öfter die selben äußerungen zu meinen nähwerken an den tag gelegt. irgendwann habe ich dann fast nur noch mit amerikanischem ausschnitt gearbeitet. das ist vor allem toll, weil der auch ziemlich ratzfatz geht. man muss ja keine schulternähte machen und kann die ärmel direkt an die körperteile stecken. die kids mochten die immer sehr gerne und ich finde er macht auch optisch echt was her.
    liebst,
    jule*

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    1. Hi liebe Jule, vielen Dank für Deine lieben Worte!! Ja, an den amerikanischen Ausschnitt habe ich auch schon gedacht, aber irgendwie sind bei mir da bisherige Versuche nicht wirklich schön geworden. Vielleicht muss ich mich da aber auch einfach nochmal durchbeißen. Momentan versuchen wir uns gerade in „V-Ausschnitt“… Liebe Grüße und nochmal danke! Karin

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  2. Wie schön, mal wieder von dir zu hören. Und wie schön, dass du über das Nähen direkt so einen Draht zu eurem Pflegesohn aufnehmen konntest, das ist total rührend zu lesen.
    Den Trotzkopf habe ich schon sehr oft genäht, auf einer etwas kleineren Skalierung ist die kleinste Größe nämlich dann eine Frühchengröße … ;)

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  3. Willkommen zurück in der Welt der bloggenden Nähenden.
    Wie schön, von euch zu lesen. Und dass der kleine Mensch Stoffgeschäfte mag, finde ich super. :-))
    Den Trotzkopf habe ich auch in jeder Größe mehrfach genäht. Viel Platz für den Kopf ist viel wert. Für die nächsten Größen habe ich einen Schnitt mit überkreuzter Passe von Lillesol und Pelle gekauft.
    Viele Grüße von Xenia

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    1. Liebe Xenia, vielen Dank für Deine lieben Worte!! Ja, der kleine Mann findet Stoffläden super, da will er mehr shoppen als ich :-) Zum Glück hab ich jetzt noch einen Grund mehr, in Stoffläden zu gehen – das Kind mag es so gern!! Danke auch für den Schnitt-Tipp, den kannte ich noch nicht und werde gleich mal gucken gehen. Liebe Grüße!! Karin

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  4. Servus und willkommen zurück, Karin!
    Es freut mich, dass du diese berührenden kurzen Einblicke mit uns teilst. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Kraft für solche bedauernswerten Geschöpfe aufbringen könnte oder vor Mitleid umkommen würde. Ich wünsche dir die dafür notwendige Energie und Ausdauer, ich bewundere jeden, der das schafft! Die Shirts sind ganz toll, danke fürs Zeigen beim DvD und liebe Grüße
    ELFi

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    1. LIebe Elfi, vielen Dank für deine lieben und so wertschätzenden Worte. Ja, das mit dem Mitleid kenne ich auch, aber man merkt dann auch sehr schnell, dass einem das nicht weiterhilft. Man muss da selbst sehr wachsen, mehr als ich dachte… Da werde ich sicher auch nochmal im Blog drüber schreiben. Liebste Grüße und nochmal danke, Karin

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  5. Wie schön, dass du mal wieder da bist!
    Ich wünsche euch weiterhin gutes Gelingen beim Zusammenfinden und viel Geduld und Kraft für den kleinen Zwerg.
    Deine Shirts gefallen mir ausgesprochen gut und es ist doch immer wieder schön, wenn die mit Liebe genähten Teile zurück geliebt werden!
    Liebe Grüße Christina

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    1. Liebe Christina, vielen Dank für Deine lieben Worte! Das tut sehr gut, sowas zu lesen :-) Ja, und das ist wirklich sehr schön zu sehen, wie selbstgenähte Kleidung auf den kleinen Mann wirkt, im Vergleich zu „Kaufkleidung“. Da liegen wirklich Welten dazwischen. Liebe Grüße!! Karin

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  6. Hallo Karin :)
    Da haben wir wohl relativ zeitgleich wieder in die Blog-Welt zurückgefunden.
    Ich freue mich nach wie vor so unendlich über euren Familienzuwachs. Pflegekinder in Regenbogenfamilien sind tatsächlich nach wie vor weitaus seltener, als eins denken könnte. Die Trotzkopf-Shirts sind wirklich toll. Ich habe auch schon einige nach diesem Schnitt genäht, genau wegen den von dir genannten Punkten.
    Mit der Quadratur des Kreises von der du berichtest kömpfe ich auch jedes Mal. Tatsächlich sind viele Geschichten von Pflegekindern aber im Großen und Ganzen so ähnlich und viele Probleme so identisch, dass ich für mich die Erfahrung gemacht habe, dass auch detailiertere Beschreibungen möglich sind, ohne wirklich „zu“ viel zu erzählen. Wie du selbst schon geschrieben hast, ist es ja meist gerade die nicht vorhandene Erziehungsfähigkeit der leiblichen Eltern, die die Unterbringung in einer Pflegefamilie nötig machen. Vernachlässigung, Unzuverlässigkeit, unangebrachtes Verhalten, etc. sind ja eher Regel als Ausnahme. Die Geschichten ähneln sich meist doch sehr. Vorsichtig bin ich persönlich bei sämtlichen „harten“ Fakten und zu detailierten Erzählungen über Familienkonstellationen. Kein Problem habe ich wiederum mit der Schilderung von rechtlichen und gesetzlichen Angelegenheiten, da diese generell alle Pflegefamilien betreffen und auch das reguläre Vorgehen (Jugendamtstermine, normales Vorgehen, etc.) empfinde ich als eher informativ als persönlich. Eine Familie, die sich überlegt ein Pflegekind aufzunehmen ist bestimmt dankbar darum zu lesen, worauf sie im Umgang mit solchen Stellen gefasst sein können… Dennoch muss selbstverständlich jede Person/Familie einen eigenen Weg damit finden und ich bin mir sicher, dass dir das gelingen wird :)

    Liebe Grüße und ich freue mich schon jetzt auf weitere Beiträge von dir.
    Katrin

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    1. Liebe Katrin, vielen Dank für deine lieben Worte und das Shirt-Lob! Wie schön, dass der Schnitt auch bei Euch so viel Anklang gefunden hat! Ja, und ich denke auch immer: Es gibt im Netz so wenig „gute“ Quellen für all jene, die sich über das Thema „Pflegekind“ informieren wollen, vor allem nicht, von Eltern, die ein Kind aufgenommen haben. Immer nur von behördlicher oder Trägerseite…aber das ist ja nur eine Seite der Medaille. Darum finde ich auch für mich wichtig, hier einen guten Weg zu finden. Liebe Grüße! Karin

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  7. Liebe Karin, ich habe mich so tierisch gefreut, mal wieder hier von dir zu lesen! Ich finde, dass dein Kreis ziemlich quadratisch geworden ist. Emotional habe ich mich in ELFis Kommentar treffend wiedergefunden, und zwar jedes Mal, wenn ich deine Berichte lese. Ich habe tiefsten Respekt vor eurer Familienleistung – und damit meine ich euch alle vier!
    Mir gefällt das Maus-Oberteil am besten, aber sie haben alle vier ihren eigenen Charme, und das Schönste daran finde ich eigentlich, dass er alle Stoffe höchstselbst abgesegnet hat.
    Ich freue mich, wenn du künftig Zeit und/oder Wege findest, wieder mehr zu schreiben.
    Viele liebe Grüße
    Meike

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  8. Liebe Karin, so schön, wieder von Dir zu lesen! Ich finde, Du hast den Balanceakt gut hinbekommen – und bin ganz gerührt über die Begeisterung Eures Pflegesohns für Stoffe, Stoffläden und die Wahlmöglichkeit bei Schnitten.
    Vor mir liegt auch gerade ein neuer Trotzkopf für unseren Sohn – den Schnitt mag ich auch sehr, weil er so gut über den Kopf geht. Die brillante Idee mit der Passe als Tasche hatte hier allerdings noch keiner.
    Weißt Du, dass es den Trotzkopf bei Schnabelina auch über die Größe 110 hinaus gibt? Als Ausschnittvariante bei den großen Größen des Regenbogenbodys; bis Größe 146, wenn ich mich nicht irre. Nur für den Fall, dass die Trotzkopfliebe Eures Kleinen noch länger anhält ;-)
    Herzliche Grüße
    Victoria

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  9. Schön wieder von dir zu lesen, liebe Karin. Für mich ist es sehr spannend die Perspektive einer Pflegefamilie kennen zu lernen und es ist faszinierend wie selbsgenähte Kleidung beim Beziehungsaufbau helfen kann. Die Trotzköpfe sind alle sehr niedlich. Den Schnitt habe ich vor etlichen Jahren auch mal genäht und in einem meiner ersten Blogposts gezeigt.
    LG Julia

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  10. Liebe Karin, ich habe heute Abend deinen Blog über den MMM entdeckt und jetzt muss ich dir ja mal einfach sagen, dass du mir mit deinem Beitrag heute Abend wirklich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hast. :-) So viel Liebe, das finde ich klasse! Dir und deinem Kleinen alles Gute und weiterhin ganz viel Freude beim Nähen und Tragen. :-D Und ich werde das Shirt jetzt direkt mal für den Nachwuchs meiner Freundin ausprobieren. ;-)

    Liebe Grüße von Franka

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  11. Vielleicht eine etwas dumme Frage, aber sind das T-Shirts oder ist das ein Kinder Pijama. Dieses Gekreuzte erinnert mich irgendwie an Schlafanzüge, ohne das jetzt negativ zu meinen. Sieht nämlich total toll aus und die Stoffe sind einfach genial. Die richtige Stoffwahl macht schon so viel aus.

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