Menschen(s)kinder im Juli – und warum es den „Goldenen Zaunpfahl“ braucht

„Programmed for Love“ auf der Schaukel :-)

Ihr Lieben,

herzlich Willkommen mitten im Sommer! Hinter uns liegt ein großartiger Menschen(s)kinder-Sew-Along und vor uns die Ferienzeit. Ich freue mich auf alle Eure kindgerechten, bunten Sommerteile!

Auch im Juni habt Ihr nicht „nur“ Sew-Along-Beiträge verlinkt, sondern ward insgesamt fleißig dabei, wunderschöne Kleidung und Accessoires für Eure Kinder zu nähen! Besonders schön fand ich z.B.

Mir ist gerade in den letzen Wochen wieder mehrmals sehr bewusst geworden, wie wichtig das ist, was wir hier alle zusammen machen und monatlich zusammentragen. Ich habe wirklich das Gefühl, dass die Schubladen „männlich vs. weiblich“ immer noch weiter aufgerissen und Produkte für Kinder immer noch absurder geschlechtsbezogen vermarktet werden. Letzte Woche habe ich tatsächlich Wassermalkästen für Mädchen im rosa Kasten, für Jungs in einem blauen Kasten gesehen.

Fassungslosigkeit im Baumarkt

Oder hier, ein Schnappschuss aus dem Baumarkt: Sandspielsachen „für echte Prinzessinnen und wilde Piraten“, in rosa oder blau. Tut mir leid, mich macht sowas nach wie vor fassungslos! Wie kommt man auf die Idee, einen männlichen Wassermalkasten herzustellen? Oder eine weibliche Sandkastenschaufel? Das ist mir unbegreiflich.

Der Doppellagen-Look ist nach wie vor hoch im Kurs…

Schon im letzten Jahr hatte ich Euch vom „Goldenen Zaunpfahl“ erzählt, dem Negativpreis für absurdes Gendermarking, der seit 2017 jährlich vergeben wird. Der wurde von Kurzem wieder verliehen. Gewonnen hat 2019 übrigens ein für Mädchen angepriesenes Onlinespiel: „Toilette putzen – Hausarbeit gegen Partybesuch“. Wahnsinn, kann man da nur sagen. Es lohnt sich übrigens mal ein bisschen Zeit auf der Seite der Einreichungen zum  „Goldenen Zaunpfahl“ zu verbringen – das motiviert mich ungemein, weiterhin für das Thema „Geschlechtergerechtigkeit“ laut zu sein (mein Favorit sind übrigens die Haba-Figuren „Tierarzt und Arzthelferin“ – das sind gleich von Anfang an die Rollen klar verteilt!).

Auch die Kombistoffe sind sehr süß

Was Ihr heute übrigens hier (auf Bildern aus dem echten Leben…) seht, ist ein Shirt, dass ich mal wieder nach dem Schnitt „Paul“ von Pattydoo in der „Doppellagenoptik“ (das habe ich hier schon mal beschrieben) genäht habe. Der Stoff ist ein Panel von „Stick & Style“ mit einem freundlichen Roboter mit der süßen Aufschrift „Programmed to Love“. Kombiniert ist er mit dem entsprechenden Kombistoff. Ein Robotershirt in mint-weiß, also hell, und dann auch noch mit einem lachenden, liebevollen Roboter – das ist im Kaufhaus undenkbar. Und dass ein Robotershirt in der Mädchenabteilung hängen könnte, ebenfalls.

In diesem Sinne: Lasst uns weiter laut sein für kindgerechte Kleidung ohne Geschlechterschere. Wie sollen unsere Kinder sonst die werden, die sie tatsächlich sind? In Schubladen kann man nicht wachsen.

Hier geht’s zur neuen Linkparty:

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter

https://fresh.inlinkz.com/js/widget/load.js?id=ef8b06cc10bc6002458dAlles Liebe wünscht Euch
Karin

Stoff: Bio-Jersey „Robot Vibes“ von Stick & Style
Schnitt: Shirt „Paul“ von Pattydoo
Linked @: The Creative Lover

 

Es handelt sich bei obigen Blogbeitrag um einen redaktionellen Text. Ich stehe mit den genannten Firmen in keinerlei kommerzieller Verbindung; ich habe sämtliche Materialien selbst gekauft und bezahlt. Die Nennung der Namen/Marken erfolgt lediglich zur Information meiner Leserinnen, da ich dies selbst als wertvoll für den kreativen Prozess empfinde.

 


4 Gedanken zu “Menschen(s)kinder im Juli – und warum es den „Goldenen Zaunpfahl“ braucht

  1. Liebe Karin,
    auch wenn ich keine Kinderkleidung mehr nähe. Mich macht zur Zeit auch vieles so sprachlos: Auf der letzten Hochzeit führte ein Moderator durch das Programm, natürlich hatte er eine „nette blonde Assistentin“. Oder bei einem weiteren Beitrag gab es einen Chef, assistiert natürlich von seiner „netten Assistentin“.
    Oder heute morgen: ein Bauunternehmer hatte etwas mit meinem Mann besprochen, der gleich auf seine Frau verwies (also mich, da ich der Chef hier im Unternehmen bin). Aber dafür nahm er sich dann keine Zeit, das mit mir zu besprechen – ist ja nur die Frau… . Heute (eine Woche später) dann sein Anruf, ob wir das schon erledigt hätten. Ich musste dann erst klarstellen, dass er das mit mir hätte absprechen müssen.
    Da werde ich dann innerlich so „narrisch“!
    Die „Goldene Zaunpfahl-Seite“, da bleibt mir die Spucke weg. Zum Glück habe ich meinen Jungs (hoffentlich!) ein anderes Frauenbild vermittelt. Denn als Chefin hier akzeptieren sie mich hier total und klären das auch nach „außen“, wer hier entscheidet.
    Fast sprachlose Grüße
    Ines

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Ines, danke für deine zurecht und zum Glück so energiegeladenen Worte! Ich kann mir vorstellen, dass es als „weibliche Chefin“ unglaublich schwer ist, ernst genommen zu werden. Und jetzt bist Du weiß Gott eine „gestandene Frau“…Im Weltbild von so vielen Menschen (Männern wie Frauen!) haben Frauen nach wie vor nix zusagen. Und müssen sich dumme Sprüche anhören… Ich bin mir sehr sicher, liebe Ines, dass Du Deinen Söhnen ein anderes Frauenbild vermittelt hast. Sie werden sicher gut mit Frauen umgehen, diese respektieren und akzeptieren – Ihnen einfach auf Augenhöhe begegnen. Müsste eigentlich selbstverständlich sein…ist es ja aber so gar nicht. Danke Dir nochmal sehr für Deinen Kommentar und liebe Grüße! Karin

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  3. Ehrlich, Karin?! Rosa und blaue SCHAUFELN? Mein Gipfel der Bescheuertheit waren schon Mädchen-Überraschungseier mit rosa Spitze, aber von spielstabil hätte ich wirklich etwas Besseres erwartet. Die kannte ich bisher nur in fröhlich bunt.
    Wir erleben ja auch gerade immer wieder bedrückend, wie früh kindliche Unbefangenheit bei der Kleidungswahl auf gemeine Kommentare und festgefahrene Klischees trifft. Ich werde im Juli mit mindestens zwei Beiträgen dagegenhalten (die Bilder fehlen noch).
    Ja, ich bin dabei, beim Lautsein gegen die Schubladen!
    Danke für deine Linkparty und die Texte am Monatsersten. Darauf freue ich mich jedes Mal sehr.
    Viele liebe Grüße
    Meike

    Gefällt 1 Person

  4. Ich war gestern auf einer Babyparty, es wird ein Mädchen und die werdende Mama hat schon reichlich gebrauchte (Mädchen Sachen) bekommen. Auf die Frage, was sie denn mit den rosa Boddies macht, wenn es ein Junge wird, sagte sie ganz selbstverständlich: „anziehen, ist dem Kind doch egal, was es an hat. Hauptsache sauber und trocken.“ Die Antwort finde ich genau richtig, schade ist nur, dass die Frage über haupt gestellt wurde… :-(
    Und was die blauen und rosa Spielsachen angeht, Glück für die Kinder, deren Lieblingsfarbe blau oder rosa ist, Pech für alle anderen.
    Ich frage mich dann ja auch immer, ob die Kunden das tatsächlich so verlangen und neutrale/ bunte Sachen im Regal bleiben würden, oder ob der Hersteller da eine „geniale“ Idee hatte und uns Eltern da jetzt einfach was „aufgedrängt“ wird?
    Ganz liebe Grüße,
    Verena

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