Menschen(s)kinder im Mai und ein Wort zu Homophobie gegenüber Regenbogenfamilien

Maritimer Schlafanzug – präsentiert gemeinsam mit Hai Heidi :-)

Ihr Lieben,

herzlich Willkommen im Mai! Ich persönlich finde ja, dass jeder Monat mit einem Feiertag beginnen sollte :-) Auch im Mai lade ich Euch natürlich wieder ganz herzlich zu einer neuen Runde „Menschen(s)kinder“ ein!  Und der Mai wird auch deshalb ein ganz besonderer „Menschen(s)kinder-Monat“, weil am kommenden Dienstag der „Menschen(s)kinder-Sew-Along“ beginnen wird! Alle Infos bekommt Ihr im Ankündigungspost!

Im April wurden wieder so viele wunderschöne Unisex-Kleidungsstücke und -Accessoires verlinkt – vielen Dank Euch allen, vor allem auch, weil Ihr Euch nicht vom überarbeiteten Verlinkungstool abschrecken lasst. Ich bin sehr erleichtert, dass „Menschen(s)kinder“ keinen drastischen Beiträgeverlust verzeichnen musste, wie das bei vielen anderen Linkpartys der Fall ist. Ihr seid spitze!

Mich haben im April besonders begeistert:

Vielen Dank für alle Verlinkungen…!!

Hier im Blog habe ich ja schon immer mal wieder wieder aus dem Tagebuch einer Regenbogenfamilie geplaudert. Was wir so erleben, z.B. ich als Regenbogenmama, oder wir im Kindergarten, oder wie wir gern unseren Urlaub verbringen. Ich weiß aus Euren Reaktionen und Kommentaren, dass Ihr immer wieder erstaunt – oder auch entsetzt –  seid, wie anders die Wahrnehmung von Regenbogenfamilien in der Gesellschaft im Vergleich zu „Heterofamilien“ ist.

Hai Heidi ist nicht selbstgenäht, aber stets gut gelaunt!

Heute möchte ich Euch ein Beispiel erzählen, dass ich allerdings nicht selbst erlebt habe; gerade deshalb ist es aber so lehrreich: Eine liebe (heterosexuelle) Arbeitskollegin, Mary, unternahm gemeinsam mit ihrer (heterosexuellen) Schwester und dem 4jährigen Neffen eine mehrtägige Fahrt in einen Ferienpark . Und in dieser Besetzung waren die drei also unterwegs: Die beiden Schwestern, beide um die 30, und der kleine Neffe.

Was die beiden Frauen total überrascht hat: Sie wurden in dieser Konstellation als lesbisches Paar mit Kind wahrgenommen. Schon kurz nach der Ankunft wurden sie von den Unterkunftsnachbarn angesprochen: „Sie sind aber auch ein nettes Paar!“ Mary war, wie sie mir erzählte, so perplex, dass es ihr die Sprache verschlagen hatte. Wo auch immer sie sich im Park bewegten: Immer wieder drehten sich die Leute nach ihnen um, wurden sie gemustert. Oder, wie Mary das formulierte: „Das war so krass. Ich konnte es kaum glauben. Ich war doch die gleiche wie immer!“
Besonders eindringlich war jedoch ein Erlebnis am Frühstückbuffet. Am Tisch nebenan saß eine Familie, deren beiden Söhne Kontakt zu Marys Neffen suchten. Doch Mary und ihre Schwester wurden sehr kritisch beäugt und die Kinder von den Eltern deutlich zurückgehalten, an den Nachbartisch zu gehen. Bis zu dem Moment, als der Neffe laut zu Mary sagte: „Tante Mary, bekomm ich noch ein Brötchen?“ Dieser Satz reichte, um die Dinge klarzustellen – das sind nur Tanten, keine Lesben! Im gleichen Moment setzte eine große Entspannung am Nachbartisch ein, die Jungs wurden regelrecht ermutigt, den Kontakt zu suchen und die Eltern unternahmen kurz darauf sogar selbst Versuche, ins Gespräch zu kommen.
Mary und ihrer Schwester war jedoch der Appetit vergangen. Sie haben in diesem Moment gemerkt, wie verletztend und diskriminierend sich Homophobie anfühlt.
Mary hat mir gleich nach ihrer Rückkehr immernoch fassungslos davon berichtet – diese Erlebnisse im Kurzurlaub haben sie nachhaltig geprägt.

Oberteilstoff „Tag am Meer“, Hosenstoff: roter Ringeljersey

Ja, ihr Lieben, ich kann dazu gar nicht mehr sagen, als dass sich diese Erzählung zu 100 % mit unseren Erfahrungen deckt. Wir sind mittlerweile gelassener geworden, geben auch mal Kontra und freuen uns um so mehr über nette Worte, die wir ja glücklicherweise auch oftmals hören.
Ich versuche mich auch darüber zu freuen, dass Regenbogenfamilien offenbar mittlerweile in den Köpfen der Menschen existieren. Ich nehme an, dass vor ein paar Jahren noch niemand davon ausgegangen wäre, dass Mary und ihre Schwester ein Paar sind. Da hat sich was geändert – und das ist ja zumindest schon mal ein Fortschritt!

Ach ja, für Farbe bei diesem Blogpost sorgt übrigens ein Schlafanzug unseres Sprößlings, der mittlerweile schon einige Runden in der Waschmaschine gedreht, aber seinen maritimen Charme noch nicht verloren hat!

In diesem Sinne: Geht mit offenen Herzen durchs Leben! Und hier gehts zur Linkparty:

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter

https://fresh.inlinkz.com/js/widget/load.js?id=76159bd4ca438d83f080Alles Liebe wünscht Euch
Karin

Stoffe: Oberteil Baumwolljersey „Tag am Meer“ (vergriffen) ; Hose: rot-weißer Bio-Ringeljersey von Lillestoff
Schnitte: „Basicshirt“ und „Chill-Out-Hose“aus dem Buch „Klimperklein – Nähen mit Jersey“
Linked @: Buchprojekte, Smmg


3 Gedanken zu “Menschen(s)kinder im Mai und ein Wort zu Homophobie gegenüber Regenbogenfamilien

  1. Ja, ich würde es auch als „Erfolg“ sehen, wenn zwei Frauen als Paar wahrgenommen werden können, auch wenn das „in die Schublade stecken“ Mist ist. Ich hoffe einfach, dass irgendwann mal alles nebeneinander einfach als einfach existierend oder „normal“ ist. Liebe Grüße Ingrid

    Gefällt 2 Personen

  2. Oh, das ist ja schön, dass Du das Geburtstagsshirt magst und verlinkt hast. Ich freue mich sehr darüber!
    Die Erfahrungen, wie andere Menschen mit vermeintlichen oder echten Regenbogenfamilien umgehen, finde ich krass und auch bitter für alle, die das so erleben müssen – egal ob als Regenbogenfamilie oder weil sie aus anderen Gründen nicht „die Norm“ darstellen. Ich glaube, dass bei manchen, die sich so zurückweisend oder ablehnend verhalten, auch Unsicherheit dahintersteckt, weil sie vielleicht auch Angst haben, etwas Falsches zu sagen oder eben „falsch“ zu reagieren und deshalb lieber den Kontakt zu vermeiden versuchen. Die Erfahrung habe ich jedenfalls schön öfter in anderen Situationen gemacht. In dem Fall ist es gar nicht so abwertend gemeint wie es sich von der anderen Seite anfühlt. Aber echte Diskriminierung gibt es natürlich auch nicht zu knapp, und das ständig abzubekommen, auch gerade als Kind schon von Anfang an, kann im Alltag ein ganz schönes Päckchen sein. Ich wünsche Euch weiterhin wachsende Gelassenheit, starke Schultern und immer weniger diskriminierende Situationen im Alltag – ich glaube schon, dass sich langsam was tut, aber halt leider wirklich LANGSAM – wie bei den meisten gesellschaftlichen Veränderungen.
    Liebe Grüße
    Victoria

    Gefällt 2 Personen

  3. Liebe Karin,
    Ich freue mich sehr, dass dir die Lego-Sets so gut gefallen haben, dass sie in deinen Top 3 gelandet sind! Demnächst kann ich hoffentlich mal wieder mehr verlinken, ich habe eine lange Warteliste an noch nicht verbloggter Kinderkleidung :-)
    Bei der Geschichte, die du erzählt hast, schwanke ich auch zwischen geht gar nicht und der Hoffnung, dass ein veränderter Wahrnehmungsprozess in Gang gekommen ist. Schade allerdings, wenn die Erkenntnis, dass sich zwei Menschen nicht nur in unterschiedlichen Geschlechterkombinationen lieben und eine Familie sein können, dann negative Reaktionen hervorruft. Ob das in der Generation unserer Kinder besser wird? Ich hoffe es so sehr! Denn: wichtig ist doch nur, dass man sich In einer Familie liebt.
    Liebe Grüße
    Jana —> die sich wie ein Keks über die neue Runde Menschenskinder Sew Along freut! :-)

    Gefällt 1 Person

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