In einer geringelten Jogginghose zum Me-Made-Mittwoch

Hose Juno aus Ringelsweat in ganzer Schönheit

Ihr Lieben,

heute bin ich leider nicht ganz standesmäßig gekleidet zu einem so schönen Ereignis wie dem „Me-Made-Mittwoch“ :-) ! Aber da ich in letzter Zeit wenig für mich nähen konnte, möchte ich Euch mit Stolz wenigstens dieses Erfolgsteil zeigen, das letzte Woche für mich entstanden ist: Eben eine Jogginghose!
Aber auch über eine Jogginghose kann man viel erzählen :-)
Da bisher das „Hosennähen“ für mich selbst noch nicht allzu gut gelaufen ist, habe ich tatsächlich gezögert, das Projekt „Jogginghose“ für mich anzugehen.
Denn offensichtlich habe ich irgendwie „hohe Hüften“ bzw. eine untypische Beckenform, was dazu führt, dass mir sehr viele Hosen „nach oben hin“ zu kurz sind. Passt die Höhe, ist mir alles rund um das Becken herum viel zu weit. Und diese Problematik ist bei jeder Hose da, unabhängig ob Jeans oder Jogginghose. Doch natürlich verzeiht ein dehnbares Material da deutlich mehr (dachte ich mir), grub also meine Zuversicht aus und holte einen sehr gut abgelagerten, geringelten (!) Sommersweat von Lillestoff als „Probejogginghosenstoff“ aus dem Stoffregal.
Aus besagten Gründen war ich sehr kritisch, was den Schnitt anbelangte. Und nicht nur, dass ich keine Jogginghose wollte, die kurz über dem Schambein endet; es stellte sich auch heraus, dass ich auch andere Vorstellungen von der Beinform einer Jogginghose habe als offensichtlich üblich. Die meisten Jogginghosen-Schnittmuster für Frauen auf dem Markt haben eine sich „nach unten stark verjüngende Beinform“. Sprich: Am Oberschenkel viel Stoff, an der Wade ist die Hose fast enganliegend. Das wollte ich nicht. Ich wollte gerne eine eher „klassische Hosenform“, die auch an den Waden und auf Knöchelhöhe „Luft“ hat. Außerdem sollte die Hose Taschen haben und weder Falten noch Patches noch Teilungen noch Biesen…. Einfach eine stinknormale, solide Hose – das war gar nicht so leicht.
Die Streifen treffen überwiegend meistens genau aufeinander :-)

Rausgekommen bin ich am Ende bei der Hose „Juno“ von „Kreativlabor Berlin“. Juno ist eigentlich für Webware konzipiert, aber wie Schnittmustererstellerin Julia in der Beschreibung so schön sagt „…macht Juno auch aus Sweat eine gute Figur“. Mir gefiel die Beinform auf Anhieb, auch die klassischen Taschen und vor allem: Juno beinhaltet zwei Hüftvarianten. Der Bund bei Variante 1 sitzt um einige Zentimeter tiefer als der bei Variante 2. Das hat mich überzeugt.

Zugeschnitten habe ich, brav nach Maßtabelle, die Gr. 44, lediglich die Beine um ca. 10 cm verlängert. Auch ansonsten habe ich mich an die Anleitung gehalten. Auf die optionalen Gesäßtaschen und auch die Kordel im Bund habe ich verzichtet und stattdessen „nur“ ein 3,5 cm breites Gummiband eingezogen. Den Saumabschluss bilden übrigens, passend zum Thema „Faullenzen“, sog. „Bündchen für Faule“. Insofern ist die Hose ein klassisches „Ovi-Projekt“, das an einem Abend entstehen kann.
Die Taschen von „Juno“ sind klassisch schnörkellos

Voilà – hier seht Ihr also das Ergebnis. Meine (liebevoll von mir sogenannte) „Sträflingshose“ ist reichlich, sitzt aber trotzdem gut und ist unendlich bequem. Und: sie hat die richtige Länge! (Eine Tatsache, die ich nach wie vor kaum fassen kann, weil mir mein Leben lang alle Hosen zu kurz waren :-) Nähen ist einfach großartig…!)

Optisch ist die Hose natürlich gewöhnugsbedürftig, das ist mir klar;  die Streifen treffen auch nicht überall perfekt aufeinander, was zum Teil der Größe meine „Probestoffstücks“ geschuldet ist. Mir persönlich ist das aber von Herzen egal. Ich liebe meine Sträflingshose und trage sie praktisch täglich!

Und was auch spannend ist: Die Hüfte dürfte fast ein wenig niedriger Sitzen! Ich ziehe die Hose gefühlt doch sehr weit hoch, fast zu hoch. Also könnte ich (bzw. werde ich auf alle Fälle) bei einer zweiten Version zu Gr. 42 und der niedrigen Bundvariante greifen. Ich nehme an, dann sitzt sie ziemlich perfekt. Und für Hose zwei werde ich auch einen Sweatstoff wählen, der es ermöglicht, dass man guten Gewissens dem Paketboden die Tür öffnen kann :-)
Gerne aber in der gleichen Qualität wie der Sträflingsstoff – er trägt sich wunderbar, beult nicht aus und hat die perfekte Schwere für eine Jogginghose.
Gerne würde ich den Schnitt auch „in Webware“ ausprobieren, aber dann auf alle Fälle wieder in Gr. 44. Ich werde berichten! Und es wird auch nicht der letzte Schnitt des Schnittmusterlabels sein; denn auch die Anleitung ist sehr gut gemacht.
Die Bundhöhe dürfte fast ein wenig niedriger sein…

Insofern freue ich mich über dieses auf allen Ebenen gelungene Hosenprojekt und jetzt darauf, bei den anderen MMM-Teilnehmerinnen zu schmökern! Ob noch jemand in der Jogginghose unterwegs sein wird? Angeblich sind die ja jetzt „straßentauglich“…

Einen schönen Mittwoch wünscht Euch
Karin

Es handelt sich bei obigen Blogbeitrag um einen redaktionellen Text. Ich stehe mit den genannten Firmen in keinerlei kommerzieller Verbindung; die Nennung der Namen/Marken erfolgt lediglich zur Information meiner Leserinnen, da ich dies selbst als wertvoll für den kreativen Prozess empfinde.


11 Gedanken zu “In einer geringelten Jogginghose zum Me-Made-Mittwoch

  1. Liebe Karin,
    ja, an Hosen muss man sich rantrauen. Und wenn es über eine Jogginghose ist. Vor allem wir einem klar, wo der eigene Körper von der „Norm der Schnittersteller“ abweicht. Ich habe mir als Schlafanzgshose mal einen Burdaschnitt mit Gummibund oben gekauft und komme mit diesem als bequeme Hose gut zurecht.
    Von meinen beiden neuen Hosen ist vielleicht die Schlpfhose was für Dich – wenn Du Dich dann an edlere Hosen setzen magst.
    Liebe Grüße
    Ines

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  2. Gerade gestern habe ich auf Instagram entdeckt, dass es einen ganz tollen „Pants fitting guide“ zum Download gibt. Den habe ich mir noch nicht genauer angeschaut, aber vielleicht hilft er dir bei deinem Hosen-Dilemma. Die Vorschau sieht jedenfalls vielversprechend aus!
    Deine Hose finde ich super. Bequem ist sie und erfüllt alle deine Bedingungen, das reicht doch für eine Jogginghose vollkommen aus. Und die Freude, wenn endlich Hosenbeine (und Ärmel!!!) lang genug sind verstehe ich. Bei mir ist meistens alles sogar zu lang!

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  3. Hihi, deine Ansichten darüber wie eine Jogginghose aussehen muss teile ich und mir würde diese Hose super gefallen … dazu Streifen und die Farben, perfekt! Liebe Grüße Ingrid

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  4. Ha, Karin, aus genau diesem Stoff haben die kleinen Stöpsel auch Wohlfühlhosen! Super! Ich hab mich schon beim Foto mitgefreut.
    Den Schnitt mag ich gern an dir, und vor allem die Taschen sind super. Sicher passt sie auch in 42, aber wenn es um „gemütlich“ geht, ist eine Größe zu groß besser als zu klein. Ich finde, dass die Passform am Bein auf dem Profilfoto sehr, sehr gut aussieht, das muss ich mir mal merken.
    Schön, dass du schon an dieser Hose so viel über das Anpassen für dich gelernt hast. Da freut man sich über das Ergebnis noch mehr, oder?
    liebe Grüße
    Meike

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  5. Ich finde es grandios, dass du einem weit unterschätzten Kleidungsstück mal Raum gibst- das ist ja wohl die Hose die wir ehrlichgesagt am liebsten tragen. :)
    Ich mag die Farbe und die rotzfrechen Ringel, das passt zum Einsatzzweck.
    Happy Couching!!

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  6. Ich finde eine Wohlfühlhose darf sich auch an einem Memadetag zeigen, schliesslich hast du dabei eine Menge gelernt. Streifen ist ja nicht meins, wobei an andern gefällt es mir immer richtig gut. Viel Freu beim Tragen.
    Liebe Grüsse
    Angy
    Und viel Spass beim Nähen der schnieke Wiebke, vielleicht werde ich es übers Wochenende schaffen, die zweite zu nähen.

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