Die Regenbogen-Decke: Mein erster „richtiger“ Quilt :-)

Ihr Lieben,

auf das Werk, dass ich Euch heute zeige, bin ich ehrlich gesagt, sehr stolz: Es ist nämlich mein erster „richtiger“ Quilt :-) Also aus einzelnen Blöcken, am Ende größer als eine Babydecke, so richtig mit Vlies und Hintergrundstoff, mit System gequiltet und mit einem klassischen Binding versehen, bei dem sogar die Ecken ordentlich eingefasst sind- echt verrückt. Einige Elemente davon hatten auch schon die Kinderdecken, die ich ebenfalls schon in Patchworkmanier gewerkelt habe. Aber vorallem das Thema „Binding“ war da eher noch eine mittlere Katastrophe.
Gerne will ich Euch die Geschichte zu dieser Decke hier (und was ich bei der anders gemacht habe) erzählen.

Log Cabin

Treue Leserinnen haben die Blöcke, aus denen das sog. „Quilt-Top“, also die Deckenoberseite, zusammengesetzt wird, hier im Blog schon mal gesehen. Im Februar 2017, also vor zwei Jahren (!!!), hatte ich diese nämlich in einem Patchwork-Anfängerinnen-Kurs genäht und hier im Blog davon berichtet. Beim Muster der Blöcke handelt sich um „Log Cabins“. Hier näht man gewissermaßen im Kreis 2,5 Inch breite Streifen um ein Quadrat in der Mitte, bis am Ende eben 12 x 12 Inch große Blöcke entstehen. Hier hatte ich mich für möglichst bunte, unifarbene Streifen in allen Farben des Regenbogens entschieden und diese auch bunt über alle 12 Blöcke verteilt.

Ja, und Ihr ahnt es: Nach dem Kurs sind die Blöcke in der UFO-Schublade verschwunden. Ich war einfach überfordert damit diese zusammenzusetzen und als (blutige) Anfängerin einen klassischen Quilt in der Größe entstehen zu lassen. Aber: Ich hatte immer das Ziel vor Augen „irgendwann“ eine schöne Decke daraus zu machen.

Zwischenzeitlich hatte ich mich eben an besagten Kinderdecken versucht. Und hier habe ich auch ganz viel gelernt, z.B. welche Einstellungen meine Maschine beim Quilten gern hat. Aber da mir gerade die Sache mit dem Binding, also der Einfassung am Ende, wirklich schwer fiel, traute ich mich nach wie vor nicht an das Projekt „Regenbogendecke“.

Vor einigen Wochen habe ich mir ja allerdings dann die Idee in den Kopf gesetzt, in 2019 meinem Sohn einen „Einschulungsquilt“ zu nähen (hier habe ich Euch vor Kurzem meine Pläne vorgestellt). Und damit war für mich auch klar: Wenn der klappen soll, dann muss ich mich technisch verbessern – und mindestens einen größere Quilt „von A bis Z“ genäht haben. Und das war dann auch der Startschuss dafür, endlich, nach knapp zwei Jahren, die Regenbogendecke fertig zu stellen.

Also habe ich mir erst nochmal theoretischen Input geholt, und zwar im Makerist-Kurs „Quilten mit Pre-Cuts„. Der Kurs ist so etwas wie eine Art „Quilt-Grundkurs“ – und er war für mich genau der richtige Kurs zur richtigen Zeit. Die Trainerin Grete Greensphon hat genau meine Sprache gesprochen, die Dinge erklärt, die mir bislang nicht klar waren (vor allem diese Binding-Geschichte…) und bei all ihren Arbeitsschritten Techniken verwendet, die zu mir passen. Ihr merkt: Der Kurs war für mich jeden Cent wert und der totale Volltreffer. Plötzlich konnte ich kaum erwarten, die Regenbogendecke fertig zu machen!
Was mich auch total angesprochen hat, war die gezeigte Technik, das sog. „Quiltsandwich“ vorzubereiten. Hier hat Grete Greensphon tatsächlich einfach Reihgarn verwendet und die drei Schichten aus Top, Vlies und Rückseitenstoff mit groben Heftstichen zusammengeheftet. Kein seltsamer Sprühkleber, keine unhandlichen Sicherheitsnadeln…einfach Reihgarn, über das man drübernähen und es später wieder herausziehen kann. Das ist „meine“ Technik!

Das Quilt-Sandwich unter der Nähmaschine

So ging ich motiviert ans Werk: Ich habe das Top zusammengesetzt (zwischen die Blöcke werden noch sog. „Sashing-Streifen“ genäht),  das Sandwich mit Reihgarn zusammengeheftet, das Top gequiltet (dabei habe ich immer die äußere Kontur der Loc-Cabin-Blöcke sowie das innere Quadrat jeweils im Nahtschatten „nachgenäht“)  – und am Ende aus roten, 2,5 Inch Breiten Streifen ein wunderbares Binding angebracht. Und es war gar nicht mal schwer :-)

Ja, und dann lag sie vor mir, die fertige Decke – und ich konnte kaum fassen, wie wunderschön sie geworden ist. Die Farben strahlen um die Wette und der Kontrast zum Hintergrundstoff „Moda Sweetwater Volume II“ ist einfach traumhaft. Die Decke ziert seitdem unsere Couch und ist nicht mehr wegzudenken :-) So kann es gehen – vom UFO zum Lieblingsteil in nur zwei Jahren!!

Ja, und nun darf die Regenbogendecke zu den „Stoffspielereien“, bei denen in diesem Monat das Motto „Farbverläufe“ heißt und bei „Schnitt für Schnitt“ zu Gast ist. Die Stoffspielerei ist eine monatliche Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Faden etwas Neues probieren möchten – und das passt bei mir heute – wie schön! Mit dieser Decke habe ich mich ja quasi zwei mal auf neues Terrain begeben.

Und dann darf die Decke noch zum „Modern Patch Monday„, der wöchtenlichen Sammlung von Quilt- und Patchwork-Werken.

Und nun geh ich stöbern :-)

Alles Liebe wünscht Euch
Karin

Unsere Katze passt farblich ebenfalls hervorragend!

Stoffe: Kona Cottons in allen möglichen Farben (Jelly Roll), Moda Sweetwater Volume II; beides von der Quiltmanufaktur Frankfurt

Linked @: Stoffspielereien, Modern Patch Monday, Nähzeit am Wochenende, Show me what you love

Es handelt sich bei obigen Blogbeitrag um einen redaktionellen Text. Ich stehe mit den genannten Firmen in keinerlei kommerzieller Verbindung; die Nennung der Namen/Marken erfolgt lediglich zur Information meiner Leserinnen, da ich dies selbst als wertvoll für den kreativen Prozess empfinde.

 


19 Gedanken zu “Die Regenbogen-Decke: Mein erster „richtiger“ Quilt :-)

  1. Liebe Karin,
    ich freu‘ mich sehr mit Dir, dass Du den Quilt fertig genäht hast und dass er so wunderschön geworden ist!
    Er ist so herrlich bunt und fröhlich und trotzdem sehr strukturiert. Und wenn man einmal das Binding kapiert hat, mag man alles mögliche damit einfassen.
    Liebe Grüße
    Ines

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  2. So cooool sieht er aus und leuchtet und strahlt und ich fühle mich gerade brutal angeschubst (hier liegen zwei große Tops rum und ich traue mich nicht an das Sandwich/Quilten) … Reihgarn, das könnte mir auch gefallen (auch hier Angst vor Sprühkleber und Co). Hab ganz viel Freude an der Decke und Einschulungsquilt … da muss ich noch mal nachlesen, hier gibt es ja auch ein Schulkind. LG Ingrid

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  3. Liebe Karin, das sieht für deinen ersten Quilt aber sehr professionel aus – Hut ab! Ich bin von meinem ersten Quilt noch Lichtjahre entfernt, aber deiner verlockt, doch auch mal anzufangen…hihi…sage ich schon seit Jahren…. vielleicht wird es noch was. Auf jeden Fall ist dein Quilt toll geworden, ein echter Hingucker! LG. Susanne

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    1. Liebe Susanne, danke für deine lieben Worte und Dein Lob! Ich kann Dich nur ermutigen, mal einen Quilt zu probieren – das ist wirklich eine ganz besondere Art zu handarbeiten. Das hat einen Zauber, den ich sonst in keiner anderen „Nähecke“ (Kleidung, Taschen etc.) spüre. Liebe Grüße!! Karin

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  4. Liebe Karin, der Quilt ist wirklich schön geworden. Wie gut, dass du dich nach so langer Zeit nochmal ran getraut hast. Ich habe gerade den zweiten Quilt meines Lebens begonnen und einen großen Respekt vor dem Quilten. Deine Empfehlung das Quiltsandwich zu reihen werde ich beherzigen. Das hört sich viel sympathischer an als Sprühkleber zu verwenden. Liebe Grüße Julia

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  5. Liebe Karin, auf diesen Quilt kannst du ruhig stolz wie Bolle sein. Der ist einfach wunderschön. Bunt, schlicht, freundlich, genau richtig groß und allem Anschein nach ziemlich perfekt. Einen Makerist-Kurs habe ich mir noch nie gekauft, aber wie ich lese, würde sich das doch mal lohnen. Ich weiß nicht mal, was Reihgarn ist, und ein ordentliches Binding erscheint mir zurzeit als höhere Schule. Da hab ich also noch große Lernfelder. Bis dahin freu ich mich mit dir an deinem tollen Quilt und bin tierisch gespannt auf das Bücherregal für J.!
    Liebe Grüße!

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