Menschen(s)kinder im Februar 2019 – und ein Wort zur überfälligen Reform des Abstammungsrechts

Ihr Lieben, ich begrüße Euch zu einer neuen Runde „Menschen(s)kinder“, der Linkparty für Unisex-Kinderkleidung und -accessoires! Wie schön, dass Ihr nicht in einen Winterschlaf gefallen seid und auch im Januar fleißig wunderschöne Werke verlinkt habt. Ein paar Highlights:

Und auch allen anderen sage ich vielen Dank für Eure inspirierenden, kreativen, bunten Werke!

Den Hoodie, den Ihr heute hier zur Eröffnung seht, habe ich für mein „Nähpatenkind“ – ebenfalls ein „Regenbogenbaby“ (wenn auch schon 1 1/2 Jahre alt…) genäht. Ich finde ihn selbst zum Quietschen schön, aber was noch besser ist: Der Beschenkte auch! Er sagt zum Hoodie immer „süß!“, wenn er ihn sieht und streichelt die Schäfchen… wenn das keine Motivation ist, Kinderkleidung zu nähen :-) Der süße Stoff stammt übrigens aus der virtuellen Wühlkiste von „Alles für Selbermacher“ und der Schnitt ist das Freebook „Hooded Raglan„.

Ab und zu erzähle ich Euch an dieser Stelle ja kurze Episoden aus unserem Regenbogenfamilien-Leben. Sehr viele Menschen machen sich ja „Sorgen“, wie es denn den Kindern in dieser Familienform ergeht. Sowohl die Wissenschaft als auch unsere eigenen Beobachten gehen hier bislang „Hand in Hand“: Ob es den Kindern gut geht, hängt nicht von der Familienform ab. Aber vor kurzem hatten wir hier tatsächlich einen Moment, in dem unserem Sohn sehr bewusst wurde, dass bei uns manches „anders“ ist – und das war auch ein Moment, den ich ihm gerne erspart hätte.
Irgendwie ist unser Gespräch auf das Thema „Stiefkindadoption“ gekommen (was das für Regenbogenfamilien heißt und wie man sich da so fühlt – das habe ich hier schon mal beschrieben.)


Unser Sohn schnappte also diverse Worte auf und fragte nach. Und ich habe ihm dann die Hintergründe erklärt. Und dass ich eben nicht von Anfang an in gleicher Weise als seine Mama anerkannt war wie eben die Mama, die ihn im Bauch hatte. Und dass mich da ein Gericht überprüft hat, ob ich gut mit ihm umgehen würde, ob er mich mag („Überprüfung der Bindung zwischen annehmender Person und Kind“) und so weiter. Und, ich kann es nicht anders sagen: Im Gesicht meines Sohnes stand das blanke Entsetzen. Er war empört und konnte es kaum glauben. „Das ist ja total unverschämt!“ war seine erste Reaktion. Und: „Das ist doch total egal, bei wem ich im Bauch war! Wir lieben uns doch alle gleich!“ Schöner könnte ich es auch nicht sagen!

An der Reaktion meines Sohnes wurde mir wieder recht klar: Dieses rückständige, viele 100 Jahre alte Abstammungsrecht diskrimiert vor allem die Kinder.
Wir sind also noch lange nicht am Ende – CSD-Saison, wir kommen :-)

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen regenbogenbunten Februar! Bleibt wachsam für die Ungerechtigkeiten allerorts und seid höflich unbequem :-) Sonst ändert sich nichts!

Alles Liebe wünscht Euch
Karin

Hier gehts zur Linkparty:


Es handelt sich bei obigen Blogbeitrag um einen redaktionellen Text. Ich stehe mit den genannten Firmen in keinerlei kommerzieller Verbindung; die Nennung der Namen/Marken erfolgt lediglich zur Information meiner Leserinnen, da ich dies selbst als wertvoll für den kreativen Prozess empfinde.


Ein Gedanke zu “Menschen(s)kinder im Februar 2019 – und ein Wort zur überfälligen Reform des Abstammungsrechts

  1. Liebe Karin, diesen Moment gab es hier auch so ähnlich (nur vielleicht „harmloser“), denn wir sind zwar verschieden geschlechtlich, aber nicht verheiratet und da stand dann flugs mal das Jugendamt vor der Tür (stellte sich dann zwar als Fehler heraus), aber auch unser Sohn konnte nicht verstehen warum sein Papa erst Papiere ausfüllen musste und untereschreiben, dass er die Vaterschaft anerkennt und ein Amt kontrollieren will ob auch alles richtig ist, wo es doch sein Papa ist und er sogar so heißt wie er … alles komplizierter als nötig. Ich wünsche euch möglichst wenig solche Momente, aber ich glaube man darf da auf die Kraft der Kinder und die Liebe vertrauen, dass es sie zwar im Moment schockiert, aber sie auch nicht unreflektiert auf all das loslässt. Liebe Grüße Ingrid

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