Zirbenholz-Kissen Marke Eigenbau oder: „Frosty Friends“ mit ganz besonderer Füllung

Ihr Lieben, zur Abwechslung gibt es heute mal kein Kleidungsstück – sondern ein Kissen! Und zwar eines, dass es im wahrsten Sinne des Wortes „in sich hat“ – ein Zirbenholz-Kissen. Gerne erzähle ich Euch, wie es dazu kam und wie ich dabei vorgeganen bin.

Meine Frau ist aromatherapeutisch sehr interessiert, was unserem Haushalt nahezu jederzeit und in jeder Situation den richtigen Duft beschert. Ganz besonders schwört meine Frau auf den Duft von Zirbenholz. Das Aroma hat (so meine Frau, aber auch die Wissenschaft) eine unglaublich positive Auswirkung auf den menschlichen Organismus. Diese Wirkung lässt sich wohl vor allem beim Thema „Schlaf“ nachweisen: Menschen schlafen in Zirbenholzbetten tiefer und entspannter. Außerdem senkt der Duft den eigenen Herzschlag um bis zu 2500 Schläge pro Nacht – das Herz muss deutlich weniger „arbeiten“. Es spart sozusagen Kraft.

Da mir ein Zirbenholzbett zu sperrig als Weihnachtsgeschenk war :) (außerdem das Budget nicht ganz dafür gereicht hätte…) habe ich mich entschieden, meiner Frau als kleine Überraschung ein Zirbenholz-Kissen zu nähen. Ich hatte ein solches mal in einem Katalog gesehen, in einem schrecklichen Design und ebenfalls extrem teuer. Doch für diese Kaufexemplare gibt es zum Glück „Nachfüllpackungen“ der Füllung, also der Zirbenspäne – und eine solche habe ich bestellt. Und dann ging es los.  

Im ersten Schritt habe ich ein Inlay genäht. Dafür wollte ich einen möglichst dichten, aber trotzdem leichten Stoff verwenden, damit das Aroma der Zirbenholzflocken gut entweichen kann, aber gleichzeitig nichts „durchpiekst“.  Ich habe mich letztendlich für einen weißen Marken-Patchworkstoff entschieden – eine sehr gute Wahl. Ich habe das Kissen nach diesem sehr simplen Videotutorial genäht. Damit die Nähte wirklich „dicht“ sind, habe ich mit einer sehr kleinen Stichlänge (1,8 mm) genäht und mit der Ovi beide Lagen jeweils auch nochmal gemeinsam versäubert. Den Reißverschluss habe ich mit knapp 15 cm eher kurz gehalten. Das Einfüllen der Späne durch die Öffnung klappte gut – staubsaugen war danach allerdings eine gute Idee.  

Für das Außenkissen habe ich ebenfalls zu einem Marken-Patchworkstoff gegriffen, und zwar mit einem, wie ich finde, unendlich süßen Design…. „Frosty Friends“ heißt der Stoff von Robert Kaufmann, die Häschen mit den Zuckerstangen bringen einen unweigerlich zum Lachen, finde ich. Das Außenkissen ist ähnlich genäht wie das Inlay, nur dass ich hier den Reißverschluss recht groß (ca. 30 cm) gemacht habe, weil das zirbengefüllte Inlay sich nicht ganz so knautschen lässt wie ein Inlay mit einer klassischen Kissenfüllung.  

Die Größe des Kissens ist ca. 30 x 50 cm, was sich als sehr angenehme Größe erweist. Ich hatte übrigens, ohne hierzu genauere Angaben gefunden zu haben, ein Päckchen mit 5 Litern Zirbenspäne bestellt. Ein Kissen in der Größe ist damit sehr locker und eher „dünn“ befüllt. Meine Frau (und auch der Rest der Familie inklusive Katze) findet es sehr angenehm, darauf zu liegen. Das Holz „raschelt“ natürlich ein bisschen, man fühlt sich aber sehr wohl darauf.
Ich könnte mir vorstellen, dass mancher auch eine „festere“ Füllung bevorzugen würden. Auch wird das Kissen natürlich mit der Zeit durch das Gewicht des Kopfes flacher – mal sehen, ob wir dann auch nochmal Späne nachfüllen.  

Ich war mit meinem Ergebnis am Ende sehr zufrieden – und meine Frau hat sich sehr, sehr gefreut. Und dass ich den Bezug natürlich jahreszeitlich anpassen werde, ist selbstverständlich :-) Bei uns wird das Kissen zusätzlich zum „normalen“ Kopfkissen verwendet – oder auch mal auf der Couch… Die Späne duften übrigens umso intensiver, um so wärmer die Umgebung ist. Und man kann den Duft auch nochmal damit intensivieren, wenn man 1-2 Tropfen Zirbenholz-Duftöl auf die Späne tropft.

Ich finde so ein Zirbenholz-Kissen ein wundervolles Geschenk – deshalb wird dieses Exemplar sicher nicht das letzte bleiben. Und die beiden Kissenbezüge nähen sich wirklich sehr flott.  
In diesem Sinne wünsch ich Euch heute allzeit einen erholsamen Schlaf!

Alles Liebe,
Karin

Verwendete Materialien:
Inlay: Solids white von Windham Fabrics,  bezogen über Makini
Außenstoff: Frosty Friends von Robert Kaufmann (einst über Dawanda – aber noch im Netz erhältlich)
Reißverschlüsse: Endlos-Reißverschlüsse von „Alles für Selbermacher“   Füllung: Zirbenholzspähne von „My Zirbe“, bezogen über Amazon
Linked @: After Work Sewing  


8 Gedanken zu “Zirbenholz-Kissen Marke Eigenbau oder: „Frosty Friends“ mit ganz besonderer Füllung

  1. Liebe Karin, danke für diesen Erfahrungsbericht! Bei mir liegen nämlich seit drei Jahren einige Liter Späne im Schrank, und ich hatte noch nie den Schubs, sie anzufassen. Ich habe mir das immer zu piekig vorgestellt beim Liegen. Davon schreibst du aber überhaupt nichts, also werde ich mir vielleicht doch mal einen Ruck geben und die Späne verarbeiten. Guten Schlaf können wir doch alle brauchen, oder? Viele liebe Grüße!

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    1. Liebe Meike, das ist ja witzig, dass bei Dir Zirbenspäne zu Hause wartet :-) Ein Versuch ist es auf alle Fälle wert. Und nein, piekig ist es echt gar nicht, sondern eher erstaunlich weich. Und wenn einem das Kissen doch zu unangenehm ist, um darauf zu liegen, kann man es sich trotzdem gut „zum Kuscheln“ nehmen :-) Wird hier häufig gerade von den Familienmitgliedern unter 1,50 m praktiziert… Und wenn es dem Schlaf hilft :-) Liebe Grüße! Karin

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  2. Was für ein interessanter Bericht. Gerade im Dezember habe ich mir ein solches Zirbelkissen aus den Bergen mitgebracht und es riecht ganz wunderbar. Toll kann man damit schlafen. :-) Danke für die kurzweilige Unterhaltung.
    Herzliche Grüße aus Heidelberg,
    Annette

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  3. Das klingt sehr spannend, ich muss mal schnuppern gehen, ob ich den Geruch mag … und nicht lachen, als unser Haus gebaut wurde, habe ich mir einen großen Sack Späne vom Hobelholz behalten, einfach weil ich den Geruch so gern mag … nach fast 10 Jahren finde ich riecht das Haus selber leider mehr nach Bewohnern als nach Holz … Liebe Grüße Ingrid, die den Stoff sehr lustig findet

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  4. Das liest sich schon mal super, riecht bestimmt auch so! Eine sehr schöne Idee, guter Schlaf ist so wichtig. Bezüglich des Raschelns könnte man es ja auch hinter dem normalen Kissen aufstellen. Dann liegt man nicht direkt darauf, aber es erfüllt trotzdem seinen Zweck und kann den Geruch abgeben.
    Lavendel ist übrigens auch nicht schlecht, um müde zu werden.

    Liebe Grüße!
    Jenny

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