Menschen(s)kinder im Januar 2019 – und ein paar Worte zum „Mini-Me“-Trend…

rptIhr Lieben, ich begrüße Euch im neuen Jahr zur ersten Runde von „Menschen(s)kinder“ in 2019! Ich wünsche Euch für 2019 nur das Allerbeste und viele erfüllende Nähstunden!

Ich freue mich wirklich sehr auf das neue Menschen(s)kinder-Jahr mit Euch und bin neugierig, wie sich dieses noch so frische Jahr nähtechnisch bei Euch und bei mir entwickeln wird! U.a. wird es wieder einen Menschen(s)kinder-Sew-Along geben, zu dem ich Euch zusammen mit Meike vom Blog „Kleine Stöpsel“ einladen werde! Und vielleicht wird es späte rim Jahr eine kleine Aktion geben – da werde ich nochmal eine Runde überlegen :-) ! Es wird also auf alle Fälle 2019 spannend werden bei „Menschen(s)kinder“, wobei das spannendste natürlich immer Eure Beiträge sind! Auch im Dezember gab es wieder viele großartige Verlinkungen, z.B.

Ich danke Euch und allen, die im Dezember dabei waren, sehr dafür!

rptJa, und auch in diesem Jahr will ich die Tradition fortführen, im Eröffnungspost eines jeden Monats ein zum „Menschen(s)kinder-Kosmos“ passendes Thema anzusprechen. Dieses ergibt sich ja meistens aus einem konkreten Erleben im Vormonat :-) und so ist es auch diesmal: Es war nämlich der Fotograf im Kindergarten meines Sohnes. Und es war Weihnachten. Und beides waren Anlässe, an denen ich viele Kinder gesehen habe, die schlicht die Klamotten ihrer Eltern „in klein“ getragen haben. Und das finde ich persönlich ziemlich schrecklich.

Jungs in Anzug und Fliege, oder alternativ in Röhrenjeans mit offenem Hemd und gegelten Haaren. Die Mädchen im Minirock und Top mit tiefen Ausschnitt. Die Kinder müssen „schick“ sein – und zwar wie sich Erwachsene „schick machen“. Das empfinden offensichtlich sehr viele Eltern als „süß“.
„Mini-Me-Stil“ nennt das die Fachwelt. Man will den Look der Kinder möglichst weit dem Look der Eltern annähern. Festliche Kleidung im „Kinderstil“ gibt es irgendwie kaum noch, ist mein Eindruck.

rptDas Thema, dass es kaum fröhliche, bunte Kinderkleidung zu kaufen gibt, hatten wir hier ja schön öfter. Aber ich habe das Gefühl, dass mittlerweile Kollektionen für Kinder sehr oft überwiegend der Erwachsenen-Mode entsprechen (die „kindgerechten Motive“ sind dann meistens Disney- oder sonstige Lizenzaufdrucke…). Und ganz extrem ist dieser Trend, wenn es um „schicke Kleidung“ geht.

Ich bin ja überzeugt davon, dass es für die kindliche Seele wichtig ist, dass sich die Identität als Kind auch in der Kleidung zeigen darf. Kinder SIND keine kleinen Erwachsenen. Darum schützet ja z.B. die UN-Kinderrechtscharta Kinder davor, arbeiten zu müssen. Aber in puncto Kleidung wird vielen Kindern der „Status Kind“ verwehrt. Klar, es ist eine große Klammer, Erwerbsarbeit mit Kleidung zu vergleichen. Aber ich glaube trotzdem, dass die (negative, da das kindliche abwertende) Wirkung dieser Mini-Erwachsenen-Kleidung auf die Kinder vollkommen unterschätzt wird.

Ich würde mir wünschen, dass wir Eltern öfter den Mut aufbringen, auch mal direkt auf Hersteller zuzugehen und diesen Missstand ansprechen. Und das wir allebewusste „Einkaufs-Entscheidungen“ treffen. Oder, am allerbesten: Kinderkleidung (auch schicke!) selbst nähen und den Kindern damit kindgerechte Kleidung zu ermöglichen.

Wie empfindet Ihr das? Sehe ich das zu problematisch? Ist das einfach Zeitgeist, Kinder in Röhrenjeans? Weil das alles so überhand nimmt, bin ich mir manchmal gar nicht mehr sicher, ob ich nicht einen Knoten im Kopf habe…

btrDas Teil, das ich Euch heute hier zeige, ist übrigens weit weg von diesem Trend und außerdem –  zumindest rein optisch –  nicht auf meinem Mist gewachsen. Unser Fünfjähriger hat sich im Stoffladen um die Ecke in die „Polarfüchse“ verliebt und sich einen „Hoodie ohne Kapuze, aber mit Trefftaschen“ (weil sich dort die Hände treffen) gewünscht. Mein Fall ist der Stoff optisch so gar nicht, vor allem sollen die Füchse wohl eigentlich Bären sein (er heißt „Polar bear“), aber der Schwanz ist dann doch eher fuchsartig – und dazu die Frühlingsblümchen…wie auch immer. Die Designerin hat sich hier alle künstlerischen Freiheiten genommen. Unser Sohn liebt in jedem Fall seinen  Hoodie ohne Kapuze und die Stoffqualität des French Terry ist sehr gut. Was will ich mehr :-)

So, Ihr Lieben, nun Bühne frei für den Januar. Ich freue mich auf Eure Verlinkungen, egal ob Bären oder Füchse :-) Einfach auf das Fröschchen klicken und los gehts!

Alles Liebe!
Karin

Stoff: French Terry „Polar Bear“ / Evelyn Lisi Design für Textil Rammelkamp; Bündchen von „Stoff und Stil“
Schnitt: Kindershirt „Paul“ von Pattydoo mit Bauchtasche
Linked @: HoT, Dienstagsdinge


10 Gedanken zu “Menschen(s)kinder im Januar 2019 – und ein paar Worte zum „Mini-Me“-Trend…

  1. Hui, da wurde ich ja schon wieder verlinkt. Das macht mich ganz schön stolz muss ich zugeben XD Danke!
    Dass ich da thematisch voll bei dir bin, muss ich vermutlich garnicht erst schreiben. Ich finde diese Art von Kindermode ganz einfach schrecklich! Röhrenjeans für Babys mit eingedrücktem Windelteil. Da lässt es sich bestimmt richtig super krabbeln drin lernen – nicht. Ich habe das Weihnachtsoutfit für die Hummel ständig selbst genäht, einfach ein Oberteil, eine Babylmeggins und ein Lätzchen aus winterlichen Stoffen (die Winterigel von Stoffonkel). Ich hoffe ja, dass ich das Outfit auch nochmal verbloggt bekomme…Die Tage haben gerade gefühlt viel zu wenig Stunden.
    Naja, ich freue mich auf jeden Fall riesig auf das Nähjahr 2019 mit euch und bin sehr gespannt auf Sew-Along und Überraschung. Ich bin ja erst letztes Jahr zu dieser Blogging-Nähszene dazu gestoßen und muss sagen, dass ich mich da sehr wohl fühle.
    An dieser Stelle sagen ich deshalb einfach mal danke für die liebe Aufnahme! Ich wünsche euch ein tolles 2019!

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  2. Eigentlich ist es ja umgekehrt: Die Erwachsenen kopieren von den Jungen. Mama will jung und die beste Freundin der Tochter sein. Zum Glück fällt den Teenagern immer wieder etwas Neues ein, um sich von den Alten abzugrenzen, zu provozieren und zu schockieren. Mich nimmt wunder, was nach den zerrissenen Jeans, den Piercings und Tatoos kommt.

    Mini-Me habe ich eben vorher bei butinette Versand zum ersten Mal gelesen und gestutzt. Ich bin dirket froh, dass mindesten noch ein Mensch diese Idee grässlich findet.
    Liebe Grüsse von Regula

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  3. Wie schön, dass Menschenskinder auch 2019 präsent sein wird, ich gelobe Besserung, meine Beiträge öfter dort zu verlinken!
    Zum Thema Mini-me-Style: Ich persönlich kann in der Regel sehr wenig mit der Mode für Kinder im Einzelhandel anfangen, zu eng, zu knallig, zu viel Disney, zu unbequem… Meine Tochter selbst verabscheut Skinny Jeans, sie kann sich darin nicht bewegen (sie wollte einmal eine in knallrosa anprobieren…). Von daher nähe ich derzeit zu 80% ihren Kleiderschrank selbst. Aber auch da finden sich schicke Röcke und festliche Looks, aber eben kindgerecht, bequem und elastisch, nicht freizügig, sondern praktisch. Sie liebt es! Auch beim selber nähen kann man dieser Falle, unangemessene Kleidung fürs Kind zu nähen unterliegen, wie oft sehe ich Schnittmuster, wo ich mir denke, das kann doch nicht bequem sein etc. Ich bin gar kein Freund von kleinen Erwachsenen – die sich am besten auch noch so verhalten sollen.
    Den Pullover hätte sich meine Kleine auch so wünschen können, genau ihr Beuteschema! Toll geworden, bequem und ein glückliches Kind!
    Weiter so!
    Liebe Grüße, Stephie

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    1. Liebe Stephie, danke für Deine lieben Worte! Ich freue mich, wenn Du 2019 wieder bei Menschen(s)kinder dabei bist. Du nähst ja viele tolle Outfits für Deine Tochter – und sie findet es offenbar auch spitze!! Ja, und da gebe ich Dir vollkommen recht: Auch in der „Nähszene“ gibt es viele Schnittmuster, bei denen einen in Sachen „kinderfreundlich“ in viellerlei Sinne die Haare zu Berge stehen. Und das nicht nur bei Burda & Co., sondern auch bei kleinen Schnittmusterlabels… Liebe Grüße! Karin

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  4. Ach du findest immer die richtigen Worte und wünschte mir mehr Kinder und vor allem meine Jugendlichen wären weniger angepasst in Sachen Klamotten und Frisuren … dann müssten sie nicht anderen, viel ungesünderen Blödsinn machen. Mir geht es grundsätzlich nicht ein, dass immer alles so uniform sein muss und „kleine Erwachsene“ finde ich grässlich … schon gar als Abbild ihrer Eltern eher gruselig. Ich freue mich auf die Menschenskinder in 2019 und hoffe ich kann auch wieder etwas dazu beitragen, trägt mein Junior ja (für andere gern babyhaft) genannte Klamotten … eben bunt und praktisch und von ihm ausgesucht … und ich freue mich, dass ich für ihn nähen darf. Liebe Grüße Ingrid

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  5. Ich hab 3 Kinder die unterschiedlicher nicht sein könnten. Kind 1 und 2, beides Mädchen, eines zieht nur bequemes, Leggings, Kleider, Röcke, gerne gelb, blau, grün, ja keinen Kragen an – die zweite möchte Röhrenhosen, Oberteile wie sie Erwachsene haben (Schulterlöcher!), pinklilaglitzer, einen Loop dazu, gerne Kapuze. Und ich lasse sie im großen und ganzen (Ausnahme Schulterlöcher, Spagettiträger bei unter 30 Grad). Es gibt einfach genug andere Aspekte in der Erziehung die mir wichtiger sind. Ausserdem waren meine Eltern auch immer die Bestimmer, egal um was es ging. Sogar die Anrufe von Ihrer Meinung nicht passenden Freundinnen wurden unterschlagen. Das möchte ich meinen Kindern nicht antun. Ich möchte Kinder die sich ihre Meinung selbst bilden und ihre Freunde selbst aussuchen.
    Deinen Pulli oben finde ich wunderschön und Kind 1 und 3 (noch keine eigene Meinung bei Kleidung ausser dass die Softshell-latzhose super ist und für überall und immer passt) würden den genau so haben wollen. Die Mittlere würde ihn irgendwo verstecken.
    Liebe Grüsse und ein gesundes, schönes, glückliches Neues Jahr
    Martina

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  6. Liebe Karin, aus meiner Sicht solltest du mit deinem Beitrag allen vernünftigen Eltern aus der Seele gesprochen haben. Ich glaube nur, dein Wunsch, diese Eltern sollten auf die Hersteller zugehen, ist einfach unrealistisch. Es gibt viel zu viele, die diese Mini-Me-Sachen schick finden. Die Zielgruppe ist einfach da. Da wird sich nichts ändern. Bleibt uns nur, unsere Kinder konsequent kindgerecht anzuziehen. Es gibt Freunde, die haben uns zu bisher jeder Geburt ein Set aus Langarm-Shirt und Oberhemd in Größe 62 geschenkt. Das habe ich mit leicht schlechtem Gewissen jedes Mal unangetastet in die Kleiderspende gegeben. Genauso Babyjeans, Baby-Cargohosen und Strickpullunder. Das ist für Babys weder gemütlich noch praktisch. Und ich lehne auch beim großen Stöpsel jedes Mal ab, wenn der Friseur fragt, ob er ihm nach dem Schneiden Wachs oder Gel in die Haare machen soll. Das klebt doch nur. Wenn meine Jungs so weit sind, sich irgendwelche Sachen zu wünschen, weil sie cool sind, werde ich nicht dogmatisch dagegenhalten, aber bis jetzt sind sie erst mal einfach Kinder.
    Habt ein tolles Jahr 2019 – und danke für Menschen(s)kinder!
    Liebe Grüße, Meike

    Gefällt 1 Person

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