Zwischenstand beim WKSA 2018 – und ein paar Worte darüber, was (nicht nur an Weihnachten) wirklich wichtig ist…

Zuschnitt Raglan-Shirt läuft :-)

Ihr Lieben, diese Woche heißt es beim Weihnachtskleid-Sew-Along, so knapp eine Woche vor Weihnachten:  „2. Zwischenstand“. Einen ersten Zwischenstand gab es bei mir nicht, denn ich war erfreulicherweise vergangene Woche im Urlaub. Doch dazu gleich noch mehr…denn diese Reise hatte mich bzw. unsere Familie auch ins (wunderschöne) Straßburg geführt, und zwar am vergangenen Dienstag. Doch bevor ich darüber noch ein paar Worte verlieren möchte, soll es natürlich um meine beiden WKSA-Projekte gehen.

Zur Erinnerung: Ich nähe mir einen Sweat-Cardigan nach einem Schnitt von Lillesol & Pelle sowie ein farblich passendes Longsleeve.
Der Stand beim Cardigan ist wie folgt: Der Schnitt ist geklebt, der Zuschnitt läuft. Bezüglich der Belege hatte ich mir noch Rat bei Ute von Schneiderherz geholt (ihren Cardigan will ich ja ganz lemminghaft „nachnähen“) und sie hat mir eine Verstärkung mit H180 empfohlen. Ihrer Meinung nach ist es auch egal, welche Art vom Stoff beim Beleg verwendet wird (danach hatte ich sie auch gefragt), solange er nicht aufträgt. Ich habe in meiner Restkiste gewühlt und nun einen Jerseyrest von diesem Shirt hier gefunden. Es werden also Kraniche / Möwen auf dem Beleg fliegen. Und H180 habe ich gestern auch besorgt – es kann also weitergehen.
Beim Shirt habe ich mich mittlerweile auch endgültig für das bei mir bewährte Raglan-Shirt von Leni p.Punkt entschieden – der Schnitt war schon geklebt und hier ist sogar schon alles zugeschnitten :-) Beim Stoff für das Shirt habe ich mich für die Farbe entschieden, die nahezu 100 % dem Sweatstoff des Cardigans entspricht. Sollte der Plan aufgehen, wird also am Ende eine Art „Twin-Set-Look“ entstehen. Wie hat Meike von „Kleine Stöpsel“ in einem Kommentar dazu so schön geschrieben: „Es schadet nicht, sowas im Schrank zu haben.“ Insofern freue ich mich darauf, dass mit dem „Twin-Set“ meine Basisgarderobe hoffentlich wieder ein Stück wachsen wird.
Ich hoffe nun sehr, dass ich in den kommenden Tagen ein paar abendliche Stunden in mein Set investieren und am 26.12. damit auf den virtuellen Laufsteg hier beim WKSA gehen kann :-)
Weihnachtsdekoration in Straßburg…

Ja, und irgendwie will ich jetzt nochmal kurz die Kurve zurück zu unserem Urlaub letzte Woche kriegen. Der lässt mich nämlich nicht los. Und zwar nicht nur, weil wir wunderschöne, erholsame Urlaubstage entlang des Rheins verleben durften – sondern auch, weil wir eben am Dienstag, am Tag des Anschlags, in Straßburg waren. Wir haben den Dienstag Nachmittag in Straßburg, dieser großartigen, internationalen und bunten Stadt verbracht. Gerade an dem Ort des Anschlags haben wir – wie so viele andere Menschen auch – Zeit verbracht: erst in einem Café, dann in einem Spielzeugladen, einem Dekogeschäft. Wir haben die Lichterdekoration genossen – und haben den Platz knapp eine Stunde, bevor dort das Leben von 5 Menschen ausgelöscht wurde, verlassen…

Da wir also um 20.00 Uhr nicht mehr in Straßburg waren, ist uns weder etwas passiert noch haben wir etwas gesehen oder geahnt. Wir hatten einfach nur tolle Stunden in Straßburg. Wir haben die enormen Sicherheitsvorkehrungen (Rucksackkontrollen, patroullierende Sicherheitskräfte mit Maschinengewehren) mit Beklemmung wahrgenommen, aber waren eben so unbeschwert, wie man es in diesen Zeiten sein kann. Und nun frage ich mich trotzdem, was mir das Leben mit diesem „Erlebnis“ sagen will. Und ich finde momentan folgende Antwort darauf:
…es weihnachtet in Straßburg einfach überall :-)

Nichts ist so wichtig und so wertvoll, wie gemeinsame Erlebnisse mit den Menschen, die zu uns gehören. Dieser Urlaub in der vergangenen Woche war unter rationalen Gesichtspunkten total unvernünftig, nicht nur, weil er teuer war: Es wäre es wesentlich sinnvoller gewesen, die freien Tage endlich dafür zu nutzen, den Keller auszusortieren, der aus allen Nähten platzt.

Abgesehen davon wollen wir schon länger „ordentliche“ Küchenstühle und so mancher Gegenstand in unserer Wohnung schreit laut nach dem Sperrmüll bzw. einem Austausch. Aber stattdessen haben wir uns für einen 5 1/2 tägigen Urlaub entschieden. Und der war so toll, dass wir es jetzt kaum erwarten können, unser Fotobuch mit Bildern davon in den Händen zu halten. Die Erinnerungen daran werden uns noch lange Zeit viel Kraft geben. Neue Stühle oder ein aufgeräumter Keller schaffen das nicht. Und was hätte ich von neuen Möbeln, wenn meiner Frau oder meinem Sohn in Straßburg etwas passiert wäre? Oder wenn jemandem von uns morgen etwas passiert, hier vor unserer Haustür? Ein Unfall? Neue Stühle könnten mich zumindest mit Sicherheit nicht trösten. Unsere gemeinsamen Reiseerlebnisse jedoch schon – zumindest bis zu einem gewissen Grad.

Gemeinsame Zeit, gemeinsame Erlebnisse – das ist so viel wertvoller als jeder Gegenstand. Ich bin meiner Frau sehr dankbar, dass sie den Anstoß für diese Reise gegeben hat.

In diesem Sinne wäre es vielleicht eine Idee, zu Weihnachten (oder an jedem anderen Tag im Jahr) vielleicht lieber „gemeinsame Zeit“ zu verschenken als einen Gegenstand – diese Lehre werde ich 2019 ganz besonderes beherzigen!
In diesem Sinne: Alles Liebe für Euch und all jene, die Euch wichtig sind!
Karin
Es handelt sich bei obigen Blogbeitrag um einen redaktionellen Text. Ich stehe mit den genannten Firmen in keinerlei kommerzieller Verbindung; die Nennung der Namen/Marken erfolgt lediglich zur Information meiner Leserinnen, da ich dies selbst als wertvoll für den kreativen Prozess empfinde.

3 Gedanken zu “Zwischenstand beim WKSA 2018 – und ein paar Worte darüber, was (nicht nur an Weihnachten) wirklich wichtig ist…

  1. Liebe Karin, auf dein Twin-Set freue ich mich natürlich, aber aus diesem Beitrag sind deine Gedanken zum Wert gemeinsamer Zeit mehr haften geblieben. Ein ähnliches Erlebnis wie ihr in Straßburg hatten mein Mann und ich, als wir am 11.3.2011 nach Japan geflogen sind, während in den Stunden unseres Anflugs der Tsunami über Fukushima gerollt ist. Wir haben es nach 36 Stunden in ein Flugzeug nach Hause geschafft und waren danach sehr geerdet. Und „Zeit statt Materielles“ kennt, glaube ich, jeder, der einen Menschen an eine Krankheit verloren hat. Wir hätten all unsere Habseligkeiten gegen ein Leben mit Hartz IV eingetauscht, wenn wir dafür meinen Vater hätten behalten können. Mir tut immer wieder leid, wenn ich höre, dass „Familie“ für manche/etliche/viele? Menschen nur ein Pflichtbegriff ist, also eine Menschengruppe, die man zu Weihnachten besuchen „muss“. Schön zu lesen, dass auch euch das anders geht.
    Liebe Grüße und eine friedvolle, liebevolle Rest-Adventszeit für euch!

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