November-Wetter-Sew-Along: Das große Finale mit 3 1/2 Strickpullovern

Ihr Lieben,

heute ist das große Finale beim November-Wetter-Sew-Along der lieben Küstensocke. Ich bin wahnsinnig gespannt auf die Nähwerke der Mitnäherinnen und werde gleich mal stöbern gehen. Aber natürlich will ich Euch ebenfalls gerne zeigen, wie es mir mit meinem „Pulli-Projekt“ ergangen ist.

Zur Erinnerung: Mein Ziel für den Sew-Along war es, Strickpullover zu nähen. Ich habe einige gekaufte Exemplare im Schrank, die ich gerne ersetzen wollte. Doch ich hatte noch nie Strickstoff vernäht, und auch der Mangel an ausgewiesenen Schnittmustern für diesen Zweck hatte mich bislang davon abgehalten. Außerdem hatte ich angenommen, Strickstoffe gibt es lediglich auf Polyesterbasis.

Doch weit gefehlt: Dank Eurer zahlreichen Kommentare und Tipps habe ich gleich einige Strickstoffe aus Baumwolle gefunden (und gekauft :-)) Ich freue mich, dass ich heute mit 3 ½ Pullovern über den Laufsteg marschieren kann – auch wenn nicht alle perfekt geworden sind.

Vorhang auf :-)

Werk 1: Dunkelblauer Strickpullover nach Shirt-Schnitt

Ich hatte ja lang überlegt, ob ich denn Strickstoff nicht „einfach“ anhand eines gutsitzenden T-Shirt-Schnitts vernähen könnte. Eure Kommentare haben mich darin bestärkt, dies auszuprobieren und ggf. ein bisschen Weite zuzugeben. Ich hatte mich für das Shirt „Swag“ entschieden, da es sowieso etwas weiter geschnitten ist und hier am Bruch ca. 0,5 cm zugegeben. Da ich von „Swag“ nur die Kurzarm-Variante besitze, aber vom gleichen Label (Fashiontamtam) noch einen Rolli-Schnitt zu Hause habe (mit langen Ärmeln…), habe ich kurzerhand kombiniert.

Bezüglich des Stoffes habe ich einen dunkelblauen Strickstoff von „Stick & Style“ verwendet – er ist aus 100 % Baumwolle und sieht total klasse aus.

Das Ergebnis sitzt überragend gut – anders kann ich es nicht sagen. Die Mehrweite hätte es nicht gebraucht, die werde ich beim nächsten Mal weglassen. Der Kragenausschnitt ist mir fast ein bisschen zu sommerlich, da werde ich bei den nächsten 10 Exemplaren etwas korrigieren.

Geflucht habe ich beim Säumen. Ich hatte hier Ärmel und Saum erst mit einer Zwillingsnaht gesäumt – aber das Ergebnis war untragbar wellig. Also habe ich die Säume wieder abgeschnitten, aus dem gleichen Stoff „Bündchen“ gebastelt und diese angenäht. Die Höhe (ungefaltet) ist ca. 7 cm. Und die Länge beträgt ca. 90 % der Saumlänge, so dass ich beim Annähen wirklich nur sehr leicht gedehnt habe. Insofern war der Pullover am Ende ein reines „Ovi-Projekt“ – mit meiner „normalen“ Nähmaschine habe ich irgendwie für den Stoff keine gute Einstellung gefunden.

Werk 2: Verlängerter Kurzpulli aus Kuschelsweat als „Probemodell“

Ich wollte schon sehr lange wissen, ob mir „Kurzpullover“ stehen bzw. ich mich darin wohlfühle. Und so wollte ich den Sew-Along auch dazu nutzen, mir diese Frage zu beantworten. Als Schnitt habe ich „Astoria“ von Seamwork für mein Experiment verwendet, bezüglich des Stoffes habe ich auf einen gut abgelagerten, sehr flauschigen Sweat von Stoff & Stil zurückgegriffen. Da ich den Pullover nicht extrem kurz wollte, habe ich den Schnitt um 7 cm, ein kleines Stück über Bauchnabelhöhe, verlängert. Außerdem habe ich aus den ¾-Ärmeln lange Ärmel gemacht.

Auch hier bin ich von der Passform begeistert. OK, der Pulli sitzt, wohl vor allem aufgrund des voluminösen Stoffes,  ein bisschen stramm, aber alles im Rahmen. Doch optisch sagt mir die Länge und vor allem auch das breite Bündchen am Saum irgendwie nicht zu.

Da mir der Pulli „obenrum“ sehr gut passt, überlege ich, ihn beim nächsten Versuch einfach nochmal zu verlängern und mit einem schmalen Bündchen abzuschließen. Wie auch immer: Ich hatte die Hoffnung, dass bei diesem Experiment ein Pullover entsteht, denn ich gut zu Hause tragen könnte. Diese Hoffnung hat sich auch erfüllt. Ich möchte ihn am liebsten kaum mehr ausziehen :-)

Werk 3: Pullover aus Jacquard-Strick mit Dracula-Kragen

Diesen Pulli hatte ich Euch letzte Woche schon genauer vorgestellt. Der hier verwendete Stoff ist ein Jacquard-Strick, der ebenfalls einiges an Fülle mitbringt, sehr warmhält und vor allem auch wahnsinnig angenehm auf der Haut ist.

Und nun noch das halbe Werk…
Unbedingt ausprobieren wollte ich den, wie ich finde, sehr schicken Schnitt „Aberdeen“, ebenfalls von Seamwork. Der Pullover hat einen beidseitigen V-Ausschnitt, überschnittene Ärmel und ist einfach sehr lässig. Vorgesehen dafür hatte ich den Strickstoff von Staghorn („Vintage-Strick“ – gibt es noch gestreift…), der sich sehr großartig anfühlt.
Auch hier habe ich die Ärmel beim Zuschnitt von ¾ auf Langarm verlängert. Bis zum Zuschnitt lief auch alles nach Plan, aber dann wurde meine Frustrationstoleranz doch sehr herausgefordert….

Wie ich oben schon angedeutet, habe ich irgendwie keine gute Einstellung zum Nähen feiner Strickstoffe auf der „normalen Nähmaschine“ gefunden. Und so gelang mir auch der V-Ausschnitt des Vorderteils mehr als mäßig, obwohl ich ihn an einem Probeteil geübt hatte. Auch das Absteppen des Kragens klappte nur so mittel… Doch als dann auch noch die erste Anprobe kam, war meine Laune endgültig im Keller, denn der Pullover ist mir viel, viel zu weit. Der Schnitt und mein Körper finden irgendwie nicht zusammen.

Doch als ich das Teil meiner Frau überwarf, die mir tröstend zur Seite geeilt war, stellten wir erstaunt fest, dass der Pullover ihr ganz hervorragend passt (und die Farbe sehr gut steht). So besteht nun meine Frau darauf, dass ich den Pullover trotz schiefen V-Ausschnitts zu Ende nähe, damit sie ihn anziehen kann. „Mit Tuch sieht das kein Mensch.“ , so die pragmatische Einschätzung meiner Frau. Da hat sie wahrscheinlich recht…
Also: Ich werde den Pulli noch zu Ende nähen und Euch das Ergebnis hier im Blog zeigen, versprochen :-)

So, jetzt kennt Ihr meine Ausbeute. Ich bin zufrieden – und werde den Weg „Strickpullover nähen“ noch weiter beschreiten. Ohne den Sew-Along wäre ich diesbezüglich noch lange nicht soweit…

Ich danke Euch allen für das Mitlesen und wertschätzende Kommentieren. Der Sew-Along war für mich wirklich was Besonderes. Und vor allem Dir, liebe Küstensocke, vielen Dank für die Organisation. Der Sew-Along war zur rechten Zeit am rechten Ort!

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine gute Woche!

Alles Liebe!
Karin

Dunkelblauer Pulli:
Stoff: Strickstoff Baumwolle Uni Dunkelblau von Stick & Style
Schnitt: T-Shirt SWAG von Fashiontamtam, Ärmeln vom Rolli „Turtle“, ebenfalls Fashiontamtam

Sweater:
Stoff: Kuschelsweat von Stoff & Stil
Schnitt: Astoria von Seamwork

Linked @: November-Wetter-Sew-Along und bei meiner eigenen Linkparty für Frauenkleidung „Frau freut sich“


15 Gedanken zu “November-Wetter-Sew-Along: Das große Finale mit 3 1/2 Strickpullovern

  1. Guten Morgen :) ich bin total begeistert. Da bist du trotz Stress zuhause deinem ambitionierten Ziel ganz schön nahe gekommen. Die Pullis sind wunderschön geworden, wobei der mit Dracula-Kragen wirklich was besonderes geworden ist – schlicht aber mit Pfiff! Also herzlichen Glückwunsch zum Abschluss des Sew-Alongs ^^ Schönen Tag euch allen!

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  2. Wow! Ziel erreicht würde ich sagen. :) Ich finde alle gut an Dir – jeden auf seine Art. Auch die breiten Bündchen beim Astoria finde ich super. Den ersten würde adoptieren…Farbe und lockerer Fall sind genau mein Ding.

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  3. Deine Ergebnisse sind alle ganz wundervoll geworden. Da hast du dich ja nochmal richtig reingehängt und so viel geschafft! Alle drei stehen Dir sehr gut. Die Passform von dem ersten finde ich mit am Besten. Super kombinierbar sind sie wahrscheinlich alle. Es hat mir Spaß gemacht deinen Weg bis dahin beim Sewalong zu verfolgen :)
    Liebe Grüße,
    Sarah

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  4. Wie schön, dass du deine Garderobe so zahlreich bereichern konntest, und auch so erfolgreich warst. Bei vier Pullovern mit neuen Schnitten nur einen zu haben, der dir gar nicht gefällt, ist doch absolut in Ordnung. Und wenn sich direkt eine andere Glückliche dafür gefunden hat, noch besser. Auf zahlreiche weitere Pullover! :)

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  5. Was für eine schöne Ausbeute! Gratuliere!!! Der Dracula Pulli ist besonders klasse, der Kragen ein echt schönes Detail. Der V-Ausschnitt beim vierten Pulli – ja das kenne ich, diese V-Ausschnitte sind nicht so easy und mit Baumwolljersey noch schwieriger finde ich. Der SToff ist oft recht fest und die Nadel hat Mühe dadurch zu kommen – aber sehr kluge Worte von Deiner Frau – ein Tuch rückt alles ins beste Licht ;-) LG Kuestensocke

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  6. Wow, du hast mal echt zielstrebig gearbeitet! Manchmal ist auch ein Teil dabei da haut es nicht so hin… ging mir mit meinem japanmantel so, den bekommt wahrscheinlich meine Mutter… ,-) aber 75% Erfolg ist doch genial! Der erste pulli im Beitrag gefällt mir am besten! Obertransport hast du sicher ausprobiert bei der normalen nähmaschine…? Lg Sarah

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    1. Liebe Sarah, danke für deine liebes Feedback. Und das ist ja tröstlich zu lesen, dass auch bei Dir Sachen andere Besitzerinnen finden :-) Ehrlich gesagt: Nein, ich habe (aus welchem Grund auch immer) gar nicht an den Obertransport gedacht. Danke, dass Du mich darauf hingestoßen hast. Das werde ich umgehend ausprobieren… Liebe Grüße! Karin

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  7. Liebe Karin, die Arbeit hat sich wirklich gelohnt. Dein dunkelblauer Pulli hat mich auch direkt auf die Stick & Style Seite gezogen, ein wunderbarer Himmelblauer Strick wandert nun in meinen Einkaufswagen :)

    Ich habe eine Frage zur Verarbeitung an dich, hast du die Nähte mit Formband oder Vlieseline verstärkt ??

    Vielen Dank, liebe Grüße und weiter so :) Inga

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