(M)eine erste Kapuzen-Sweatjacke – oder: Vom Besiegen eines Angstgegners

Ihr Lieben, heute zeige ich Euch ein Nähwerk, auf das ich ehrlich gesagt ziemlich stolz bin. Ich habe damit nämlich einen meiner persönlichen „Näh-Angstgegner“ besiegt. Drei Mal schon wollte ich meinem Sohn eine hochwertig verarbeitete Sweatjacke nähen, und zwar mit Reißverschluss und Taschen und Kapuze.  Doch die ersten beiden Versuche waren klassisch in die Hose bzw. am Ende in die Mülltonne gegangen. Und hatten darüber meinen inneren Schwur zu Folge, dass ich NIE MEHR eine Sweatjacke nähen würde. NIEMALS.

Aber natürlich hat mir diese Niederlage keine Ruhe gelassen. Sie wurmte mich, machte mir schlechte Laune, nährte meine Selbstzweifel, dass ich wahrscheinlich  – wenn wir ehrlich sind – überhaupt nicht nähen kann…

Doch dann schrie plötzlich die Herbstgarderobe des Sohne laut nach einer Sweatjacke – und da packte ich mich bei meiner Näh-Ehre. Einen Versuch sollte es noch geben.

Aber für den wollte ich ‚bei Null‘ anfangen. Also entschied ich mich dafür, einen neuen Schnitt zu kaufen. Und meine Recherche führte mich zu meinem ersten Kinderschnitt von Pattydoo, der Kapuzenjacke Ryan. Und mit der Entscheidung war auch klar: Zu diesem Schnitt gibt es „nur“ eine Videoanleitung, kein eBook. Ich bin kein sehr visueller Typ, weshalb ich mit schriftlichen Anleitungen beim Nähen oft deutlich besser zurecht komme als mit Videos. Aber wie gesagt: Das Projekt „Sweatjacke“ erforderte besondere Maßnahmen.

Aus Angst, nochmal ein Teil für die Tonne zu produzieren, hab ich zu einem gut abgelagerten Rest eines French Terry von Stoff und Stil gegriffen (daraus hatte ich auch schon Mal eine Hose genäht). Bündchen und Kapuzenfutter sind von Lillestoff. Und auch an der Tatsache, dass die Blautöne von Bündchen, Futter und Reißverschluss hier nicht optimal zusammenpassen, sieht man meine Skepsis in Sachen „Erfolgserlebnis“.

Aber, was soll ich sagen: Die Jacke ist zu meiner großen Überraschung ziemlich perfekt geworden. Ich habe jede Szene des Videos eeeecht oft angeschaut. Es ist klasse. Ina weist auf die kritischen Stellen, und von denen hat eine solche Jacke doch einige, sehr gut hin. Insbesondere die Innenverarbeitung mit den Belegen, die den Reißverschluss „umgeben“, finde ich wunderschön. Das ist natürlich schon ein wenig kompliziert – scheinbar zu kompliziert, als dass mein Hirn es auf Anhieb mit schriftlicher Anleitung hätte umsetzen können – aber trotzdem wahrlich kein Hexenwerk. Die Videoanleitung ist hier tatsächlich „Gold wert“.

Ich bin selbst ganz verliebt in die Jacke und zum Glück gibt es den Schnitt auch für Erwachsene. Und am besten nähe ich gleich noch drei Stück davon, damit ich ja nicht mehr verlerne, wie das mit diesem Beleg funktioniert :-)

Zum Aufsteppen der Taschen habe ich übrigens den Obertransportfuß verwendet.  Das Aufsteppen von Taschen bei dehnbaren Stoffen klappt damit wirklich „wie am Schnürchen“. Die Mühe des „Umbauens“ der Nähmaschine lohnt sich in jedem Fall.

Mein Fazit: Der Misserfolg gehört auch zum schönsten Hobby der Welt einfach dazu – auch wenn man das nicht wahrhaben will. Man darf sich davon nur einfach nicht unterkriegen lassen!
Und: Ich werden wohl zukünftig öfter mal Pattydoo-Schnitte vernähen :-)

Die Bilder der Jacke sind wie immer „aus dem Leben“ (beim Rumturnen auf der Couch…). Einfach herrlich, mit so einer gemütlichen Sweatjacke von Mami (findet er) :-)

Und in diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes Wochenende – hoffentlich in kuscheliger Jacke!

Alles Liebe,
Karin

Stoff: Sweat / French Terry von „Stoff & Stil“ (nicht mehr erhältlich)
Schnitt: Kapuzenjacke „Ryan“ von Pattydoo in Gr. 122
Linked @: Menschen(s)kinder

Es handelt sich bei obigen Blogbeitrag um einen redaktionellen Text. Ich stehe mit den genannten Firmen in keinerlei kommerzieller Verbindung; Stoffe und Schnittmuster habe ich selbst erworben. Die Nennung der Namen/Marken erfolgt lediglich zur Information meiner Leserinnen, da ich dies selbst als wertvoll für den kreativen Prozess empfinde.


9 Gedanken zu “(M)eine erste Kapuzen-Sweatjacke – oder: Vom Besiegen eines Angstgegners

  1. Geschafft! – und ich finde es großartig, dass Du Dich trotz vorheriger Mißerfolge nochmals an eine Jacke gewagt hast. Und sie ist auch richtig schön geworden. Ich habe damals meine ersten Sweatjacken (ich musste mich ja an das „Sweat-Zeug“ rantasten) war die Klimperklein Jacke. Da hättest Du die super schriftliche Anleitung und irrsinnig viele Variationsmöglichkeiten – also wenn Du noch eine nähen willst.
    Liebe Grüße und ein frohes Wochenende
    ines

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  2. Super, dass du deinen Angstgegner bewältigt hast! Und das ist auch noch ein sehr gelungenes Exemplar geworden. Den Schnitt muss ich mir mal merken, wenn die Klimperkleinjacke hier von der Größe nicht mehr passt, denn er sieht von der Breite her genau richtig aus. Und danke das du mich daran erinnerst … ich hätte hier noch einen größeren Angstgegner namens Quilt herumliegen … Ein schönes Wochenende! LG Ingrid

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Ingrid, vielen Dank für Dein Lob! Ja, der Schnitt ist toll und eben auch nicht so „schlabberweit“, das finde ich ganz schön. Aber die Kinderschnitte von Pattydoo wirken auf mich alle eher etwas schmaler. Und nimm Dir unbedingt den Quilt zu Hand – den Angstgegner schaffst Du! Ich habe mich selbst lange nicht ans Quilten, also das Verbinden der 3 Stoffschichten, getraut – bis ich mit meinen Freund, den Obertransportfuß, vertraut wurde :-) Damit mach das echt Spaß! Ich drück Dir die Daumen! Liebe Grüße! Karin

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  3. Liebe Karin,
    super, dass Du Dich an so einen Angstgegner nochmal herangewagt hast! Mir kommt gerade eine Liedzeile in den Sinn, aus Tabaluga, glaube ich: „Riesen sind nur halb so groß, sind ja lange Zwerge bloß. Riesen haben Riesenangst, wenn man ihnen auf der Nase tanzt.“ In diesem Sinne – tanz schön weiter, es lohnt sich, die Jacke sieht nämlich echt gut aus!
    Liebe Grüße
    Victoria

    Gefällt 2 Personen

  4. Liebe Karin,
    herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis. Ich denke jeder hat solche Angstgegner, doch an ihnen kann man am Ende glaube ich am meisten wachsen. Ich würde sagen du darfst dir einmal ordentlich selbst auf die Schulter klopfen. Die verschiedenfarbigen Blautöne finde ich sogar sehr hübsch. :) Viel Spaß beim Nähen der nächsten Exemplare!
    Liebe Grüße,
    Sarah

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  5. Hallo Karin, die Jacke sieht toll aus. Manchmal muss etwas mit bisschen Abstand erneut antesten. Das hat bei dir ja offensichtlich auch funktioniert. Ich drücke mich hier allerdings auch gerade um etwas rum. Mal sehen, wann ich die Winterjackengeschichte in Angriff nehme. Viele Grüße von Maryme

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