Mein Long-Cardigan nach Ki-Ba-Doo – ein „Gewöhnungsobjekt“

Ihr Lieben,
endlich kann ich Euch heute mal wieder ein Kleidungsstück „auf dem Weg zu einer selbstgenähten Garderobe“ zeigen: Und zwar einen Long-Cardigan aus Strickstoff.
Das Nähen dieses Cardigans war für mich ein kleines Wagnis – weniger aufgrund der Nähherausforderungen, sondern mehr auf Grund des Kleidungsstücks an sich. Ich besitze einen gekauften Long-Cardigan, für den ich sehr viele Komplimente bekomme, wenn ich ihn trage. Offensichtlich stehen mir „Longcardigans“. Allein: Ich trage ihn selten. Die Tatsache, dass solche Cardigans offen getragen werden, ist für mich irgendwie störend (scheinbar hab ichs lieber zugeknöpft….:-)) – abgesehen davon ist ein offener Cardigan beim Radfahren – und das muss ich nun mal täglich – nicht sehr praktisch. Wie auch immer: Irgendwie dachte ich mir, dass diese Form von Kleidungsstück, für das ich so viel Zuspruch bekomme und ich noch besser zusammenfinden sollten. Also war mein Plan, einen Long-Cardigan einfach selbst zu nähen – vielleicht findet er ja auf diese Weise noch einen Weg in meinen „Alltags-Kleiderschrank“.
Der Schnitt, den ich dafür gewählt habe, ist zur Abwechslung mal aus einem Buch: Und zwar aus „Alles Jersey – Soft and cosy“ von Ki-ba-do.
Ich hätte jetzt nicht unbedingt erwartet, dass bei einem Buch mit dem Untertitel „Jogginghosen, Sweatshirts & Co.“ ein schöner Cardigan-Schnitt zu finden ist – aber unterm Strich war es genau der Schnitt, der für mich den Ausschlag gab, das Buch zu kaufen.
Zum Stoff kann ich leider nicht viel sagen; er ist wohl das, was man als „leichten Strickstoff“ bezeichnet. Ich gehe davon aus, dass es sich um ein Baumwoll-Polygemisch handelt. Die Farbe ist ein dunkles petrol – für mich als „Sommer-Winter-Mischtyp“ ziemlich perfekt. Deshalb hatte ich den Stoff auch in einem eher „ramschigen“ Stoffgeschäft (voller Stoffe unbekannter Herkunft) für mein Caridgan-Experiment mitgenommen.
Ja, das Ergebnis seht Ihr heute. Nähtechnisch war der Cardigan gut machbar. Der Schnitt ist leicht abzupausen (leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass gerade in Büchern ein unübersichtliches Wirr-Warr auf dem Schnittmusterbogen herrscht – das ist hier erfreulicherweise nicht der Fall!) und auch die Anleitung ist sehr gut bebildert, so das man sich bei Unsicherheiten sehr gut am Buch entlanghangeln kann. Genäht wird der Cardigan aus einem Rückenteil, zwei Vorderteilen, zwei Ärmelteilen und einer sehr langen, doppelten Blende. Der Strickstoff war zu Beginn beim Nähen ein bisschen bockig, wollte wegrutschen – doch im Laufe des Nähens habe dann doch ich gewonnen :-). Ich habe das Meiste mit der Ovi genäht, was bei Strickstoff sehr zu empfehlen ist. Lediglich für die Säume kam die Zwillingsnadel zum Einsatz (ich habe mir übrigens ein Coverstich-Maschinen-Sparschwein angelegt…irgendwann hab ich eine :-)). Ich habe den Cardigan nach einer ersten Anprobe übrigens gut 12 cm gekürzt – das Ergebnis nach Schnittmuster sah mir an mir zu sehr nach „Mantel“ aus.
Mit dem Nähergebnis bin ich zufrieden. Der Longcardigan ist mir zwar wohl ein wenig zu weit, aber noch verschmerzbar. Ich kann ihn gut tragen, bei einer Wiederholung würde ich jedoch in der Weite definitv eine Nummer kleiner wählen (ich habe mittlerweile noch ein weiteres Shirt aus dem Buch genäht, bei dem das Ergebnis in der Weite ähnlich ist. Möglicherweise ist hier ein Muster erkennbar…).
Ja, was ist jetzt mein Fazit? Schön ist er ja geworden, der Cardigan. Vorallem die Farbe ist großartig. Jetzt muss ich ihn nur noch anziehen. Ich nehme es mir vor, aber schon beim Machen der Bilder ging es mir wieder so, dass ich irgendwie dauern „rumzippeln“ musste. Nun ja. Sollte er sich bewähren, würde ich sicher mit einem reinen Baumwoll-Strickstoff den Schnitt nochmal nähen.
So, nun darf mein Long-Cardigan noch zu meiner (werbefreien) Linkparty „Frau freut sich“, aber natürlich auch sehr gerne zu Sew La La – hier fühle ich mich, aufgrund der charmanten Gastgeberinnen, auch sehr wohl!
Alles Liebe wünscht Euch
Karin
Stoff: „Leichter Strickstoff“ unbekannter Herkunft in petrol
Schnitt: Cardigan aus „Alles Jersey – Soft and cosy“, EMF-Verlag, S. 89
Es handelt sich bei obigen Blogbeitrag um einen redaktionellen Text. Den Stoff sowie das Schnittmuster bzw. genannte Buch habe ich selbst käuflich erworben. Ich stehe mit den genannten Firmen in keinerlei kommerzieller Verbindung; die Nennung der Namen/Marken erfolgt lediglich zur Information meiner Leserinnen, da ich dies selbst als wertvoll für den kreativen Prozess empfinde.

10 Gedanken zu “Mein Long-Cardigan nach Ki-Ba-Doo – ein „Gewöhnungsobjekt“

  1. Bildermäßig sieht der Cardigan sehr gut an Dir aus – da bleibt wirklich zu hoffen, dass Ihr beide noch zusammenfindet. Die Ki-Ba-Doo-Schnitte haben meiner Erfahrung nach ihr eigene Passform, Einfach ausprobieren, bis Du die richtige Größe für Dich findest.
    Liebe Grüße (und den Cardigan einfach ohne zuppeln hängen lassen)
    Ines

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  2. Da bin ich ja komplett anders. Ich mag offene Cardigans viel lieber und trage diese auch oft. Machen mich noch etwas schlanker. Zu lang sind sie mir aus den Schnittmustern aber auch oft, da wird dann sehr stark gekürzt.

    LG Anja

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  3. Liebe Karin,
    ich finde deinen Cardigan klasse! Ich finde, gerade solche Strickjacken, dürfen auch mal etwas locker sitzen. Die Farbe steht dir (die würde ich auch sofort tragen) auch sehr gut und dein Wohlfühlproblem mit offenen Jacken kann ich ein wenig nachvollziehen. Ich hab selbst ziemlich lange gebraucht, mich daran zu gewöhnen, dass man Jacken auch offen tragen kann (und nicht dauernd zuppeln muss, es bleibt sowieso nie alles an Ort und Stelle).
    Also, hoffentlich gewöhnt ihr euch noch aneinander ;)
    Liebe Grüße
    Ronja

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  4. Prima gelungen, sieht sehr gut aus! Ich finde ja, dass diese Länge sehr vielen Frauen gut steht. Wenn ich einen Cardigan dieser Art zum Fahrradfahren trage, stecke ich den rechten Zipfel in die linke Hosentasche und den linken in die rechte. Dann flattert nichts mehr und auch wenn der Fahrtwind die Jacke aufbläht, hält es i.d.R.
    LG
    Siebensachen

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  5. sehr schick. und das mit dem zugeknöpft kenne ich. für diesen fall baue ich an sowas immer die möglichkeit ein, es wenigstens mit nem schicken anstecker oder so zuzustecken. beim radfahren vermutlich auch hilfreich. strickstoff wollte ich auch noch vernähen. mal sehen, wann ich über meinen schatten springe und mir diesen sauteuren biostrick von dem hamburger liebeslabel leiste…
    liebst,
    jule*

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  6. Liebe Karin, ja, das kenne ich auch, dass man manchmal Komplimente bekommt für Sachen, die man gar nicht an sich selbst am schönsten findet. Diesen Cardigan aber finde ich wirklich gelungen, die Farbe steht dir gut, und die 12 cm weniger waren bestimmt gut. Ich finde ihn lang genug. Jetzt hoffe ich, dass er in deinen Alltag findet. Er wäre es wert! Liebe Grüße, Meike

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  7. Finde ich superschön, vor allem die Farbe! Mir ging es übrigens auch lange so, dass ich Strickjacken ohne Knöpfe einfach nicht mochte. Eventuell hat mich meine Tuch-Liebe davon geheilt: wer genügend Stoff um den Hals gewickelt hat, merkt gar nicht, dass die Jacke darunter offen ist ;-)
    Liebe Grüße
    Änni

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