Nähmaschinentest Teil 2: Janome Horizon Memory Craft 9400 QCP *Werbung*

Ihr Lieben,

vor einigen Wochen hatte ich Euch ja schon berichtet, dass ich derzeit für 3 Monate eine Nähmaschine „probenähen“ darf, und zwar die Janome Horizon Memory Craft 9400 QCP.

Während ich Euch in meinem Post im Mai anhand des „Nähmaschinen-Fragebogens“ etwas zu einzelnen Aspekten der Maschine erzählt habe, so möchte ich heute, am Ende meines Testzeitraums, eine Art „Gesamtfazit“ ziehen und all das, was mir positiv, aber auch negativ an der Maschine aufgefallen ist, zusammenzufassen.

Fangen wir mit den positiven Seiten an:

  • Das Stichbild der Janome begeistert mich sehr. 350 Stiche, darunter 5 Schriften und 11 Knopflöcher – die Bandbreite ist hier echt riesig. Ich habe viele Stiche und Zierstiche ausprobiert und auch probeweise Knopflöcher genäht. Die Stichqualität  – egal, ob auf Jersey oder Webware – war hier wirklich beeindruckend.
  • Auch, wenn das in dem kurzen Testzeitraum für mich nicht relevant war, so finde ich es großartig, dass die Maschine über einen USB-Anschluss verfügt, über den jederzeit Softwareaktualisierungen aufgespielt werden können (außerdem können eigene Stiche entworfen und über USB-Stick der Maschine zugänglich gemacht werden). Das ist meiner Meinung nach, auch unter Nachhaltigkeitsaspekten, ein großer Vorteil. In allen computergesteuerten Nähmaschinen wohnt ja, wie der Name schon sagt, ein Computer, der die Maschine steuert. Und wenn ich sehe, wie viele Updates andere computerbasierte Systeme von Handy bis Laptop in meinem Umfeld so brauchen, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Nähmaschine hier eine Ausnahme macht… Da scheint mir so ein USB-Zugang eine hervorragende Lösung zu sein, das Herz der Maschine immer auf dem neusten Stand zu halten, hoffentlich über Jahrzehnte.
  • Der Wechsel der Stichplatten geht kinderleicht auf Knopfdruck. Auch das ist meiner Meinung nach ein großer Pluspunkt. Weniger, weil ich sehr oft die Stichplatte wechsle (die Maschine verfügt übrigens über drei), sondern schlicht, um unkompliziert den Fadensalat beim Unterfaden bei Bedarf zu beheben oder um die Maschine in diesem Bereich säubern zu können. Ich kenne Maschinen, bei denen die Stichplatte kompliziert verschraubt ist, weshalb man so gut wie nie diesen Bereich öffnet und säubert. Bei der Technik hier, wo einfach auf Knopfruck die Platte, sogar bei eingesetztem Nähfuß, herauszunehmen ist, ist das ein Kinderspiel – zum Wohle der Maschine.
  • Wie bereits im ersten Post beschrieben, liebe ich die Beleuchtung der Janome. 9 LED-Lämpchen leuchten den Arbeitsbereich so hell aus, wie ich es noch nie an einer Nähmaschine gesehen habe.
  • Und ich liebe den „automatischen Fadenwächter“. Dass die Maschine darauf hinweist, wenn sich Ober- oder Unterfaden dem Ende zuneigen, begeistert mich (ich übersehe das insbesondere beim Unterfaden quasi grundsätzlich…und habe deshalb schon viele Nähte „doppelt“ genäht…)

Aber als Testerin ist es mir auch wichtig, ehrlich zu sein – und eben auch die Dinge zu benennen, die nicht meinen Vorstelllungen entsprechen:

  • Die Maschine näht bei mir ausschließlich (!) mit Markengarn (in meinem Fall der Fa. Gütermann). Ich nähe zwar „sowieso“ überwiegend mit Gütermann-Garnen, habe jedoch auch einige (in meinen Augen ebenfalls hochwertige) Garne anderer Hersteller in Betrieb (u.a. Snaply, Stoff & Stil). Meine Versuche, mit diesen „Nicht-Markengarnen“ zu nähen, scheiterten jedoch zu 100 %. Die Maschine näht wenige Stiche und gibt dann auf. Ich nehme an, dass Garne extrem „glatt“ sein müssen, damit sie so durch die Maschine laufen, wie das die sensible Mechanik erfordert.
  • Die Maschine stellt die Fadenspannung automatisch ein. Meiner Ansicht nach war die Einstellung jedoch in ungefähr 75 % der Fälle zu niedrig, also zu locker. Insbesondere beim Nähen mit der Zwillingsnadel war die werkseitige Einstellung extrem weit weg vom Ideal. So habe ich meistens dann doch noch die Fadenspannung manuell korrigiert, wodurch sich kein wirklicher Vorteil durch eine „automatische Einstellung“ ergab. Allerdings kann man die Fadenspannungen speichern. Dennoch hat mich diese Funktion nicht zufrieden gestellt.
  • Ich habe es nicht geschafft, den Anschiebetisch richtig „fest“ an der Maschine anzubauen. Auch empfand ich es als ziemlich aufwendig, eine Einstellung zu finden, dass dieser wirklich gerade stand und nicht mehr „wackelte“. Ich hatte irgendwie die Vorstellung, dass das Anbringen des Anschiebetischs eine unkomplizierte Geschichte sei – „ranschieben und losnähen“ sozusagen. Das ist es jedoch nicht. Möchte man den Anschiebetisch nutzen, muss man Zeit für die „Installation“ investieren. Und außerdem eine sehr große Arbeitsfläche zur Verfügung haben.

Und damit kommen wir zum letzten Punkt:

  • Das Gewicht der Maschine ist wirklich enorm. Mein Nähtisch ist nicht sehr groß und ich muss meine „normale“ Nähmaschine ein wenig zur Seite schieben, wenn ich meine Overlook in Betrieb nehmen möchte. Das ist bei der Janome tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes jedes Mal ein „Kraftakt“. Natürlich ist die Maschine auf diese Art und Weise sehr solide und wertig – aber für „urbane Nähräume“ mit wenig Platz sicher eine Herausforderung.

So, nun hoffe ich, dass Ihr Euch ein Bild machen konntet, ob die Janome Horizon 9400 zu Euch passen würde :-)

Ich für mich komme zum Schluss, dass ich mir dieses Janome-Modell selbst nicht kaufen würde – eben vor allem wegen der Größe und Schwere. Überzeugt bin ich jedoch von der Marke Janome – da hat sich der gute Eindruck meiner Nachhaltigkeitsrecherchen bewahrheitet. Das Haus Janome/Elna baut sicherlich sehr empfehlenswerte Nähmaschinen – zu mir passt jedoch eine Maschine „ein-zwei Nummern kleiner“ einfach besser.

Beim Nähpark Diermeier ist die Janome Horizon 9400 übrigens momentan zum Angebotspreis von 2299,00 Euro erhältlich.

Und: Für mich war es auf alle Fälle eine sehr spannende Erfahrung, Nähmaschinentesterin zu sein!

Alles Liebe wünscht Euch
Karin

Anmerkung: Die Nähmaschine wurde mir vom Nähpark Diermeier kostenlos für 3 Monate zu Testzwecken zur Verfügung gestellt.

 


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