Menschen(s)kinder im August 2018 – und ein paar Worte über die neuste Regenbogenfamilien-Studie

Ihr Lieben,

ich begrüße Euch zu Menschen(s)kinder im August! Ich denke, es bleibt so sommerlich und ich freue mich schon sehr auf all Eure immer so inspirierenden Werke!

Besonders schön fand ich im Juli z.B.

Danke Euch – aber natürlich auch allen anderen – fürs Verlinken und dass Ihr durch Euer Mitmachen bei Menschen(s)kinder immer auch ein kleines politisches Zeichen setzt!!

Apropos Politik: Momentan ist CSD-Saison…! Sicher habt Ihr in Eurer Nähe auch schon hier und da ein Plakat erspäht – oder seid vielleicht sogar selbst mit Regenbogefahne bei einer Parade oder einem bunten Straßenfest vor Ort gewesen. Dass die CSDs stattfinden und auf die Situation derer, die nicht in die Heteroschublade passen, aufmerksam macht, ist nach wie vor extrem wichtig. Denn in Zeiten der „Ehe für alle“ gerät schnell in Vergessenheit, dass schwul-lesbischer Alltag in der Herkunftsfamilie und am Arbeitsplatz nicht immer einfach ist – mal abgesehen davon, dass es immer noch Länder gibt, in denen nach wie vor täglich homosexuelle Menschen gehängt werden.

Ab und zu habe ich ja auch an dieser Stelle schon ein bisschen von unserem Leben und Erlebnissen als Regenbogenfamilie erzählt. Von den Vorurteilen, die uns begegnen. Insbesondere die Vorstellung vieler Erwachsener, dass unser Sohn, da er ohne Vater aufwächst, kein „richtiger Mann“ und (somit sowieso) schwul wird, begegnet uns immer wieder. Und darum freue ich mich um so mehr, wenn wissenschaftliche Studienergebnisse belegen, das Regenbogenkinder keinen Nachteil haben, ergo: Das Modell Vater-Mutter-Kind nicht das beste aller Familienmodelle ist, sondern eines unter vielen, in denen Kinder zu ganz wunderbaren Menschen heranwachsen.

Eine solche Studie wurde ganz aktuell erst wieder in den USA veröffentlicht. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass in Regenbogenfamilien erzogene Kinder auch in späteren Jahren keine Nachteile gegenüber in anderen Familienformen aufgewachsenen Personen haben. Dabei wurden 154 lesbische Frauen kontaktiert, die in den 1980er Jahren versucht hatten, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen und wissenschaftlich begleitet wurden. Daraus sind 77 Kinder hervorgegangen, die jetzt befragt werden konnten und die alle nun um die 25 Jahre alt waren. Das Ergebnis: Die heute erwachsenen Kinder aus Regenbogenfamilien zeigten keinerlei „signifikanten Unterschiede“ zu einer Vergleichsgruppe, egal ob bei ihren zwischenmenschlichen Beziehungen mit Familie, Freunden, Partnerinnen oder Partnern oder der beruflichen Leistung. Auch bei psychologischen Probleme hätten keine Abweichung festgestellt werden können. Auf gut deutsch: Wachsen Kinder in liebevollen Verhältnissen auf, ist es egal, welches Geschlecht oder welche sexuelle Orientierung die Eltern haben – für die gesunde Entwicklung von Kindern spielt das schlicht keine Rolle. Eine Tatsache, die insbesondere in konservativen Kreisen unvorstellbar ist…auch wenn es mittlerweile einige Studien dieser Art gibt, die ALLE zum gleichen Ergebnis kommen.
Solltet Ihr einmal einem Gespräch beiwohnen, in dem Sätze fallen wie „Ein Kind braucht eben Vater und Mutter“ – vielleicht erinnert Ihr Euch an diesen Post und haltet dagegen :-)

Die Bilder heute zeigen das Regenbogenkind übrigens einerseits in einem T-Shirt nach dem bei uns bewehrten Schnitt „Ringer-Tee“ und dazu eine „Mottis Sporty“ – ein Schnitt, den ich im Rahmen des Menschen(s)kinder-Sew-Alongs (bei Tina von Mit Schönheitsfehlern) entdeckt habe und der wirklch großartig ist! Die Stoffkombination der Hose – Streifen und Wale – ist nicht ganz stimmig…es sollte eigentlich nur eine „Probehose“ werden. Aber es ist wie so oft: Die Probehose wird „rauf und runter“ getragen – zur Not auch mit Dackeln in Kombination. So soll es sein :-)

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen bunten, farbenfrohen August voller kreativer Kombinationen!

Hier gehts zur Linkparty:

Alles Liebe wünscht Euch
Karin

Stoffe: Französicher Dackel-Jersey von „Alles für Selbermacher“, Wal-Jersey (GOTS-zertifiziert) von Stoff & Stil
Schnitt: Ringer-Tee und Mottis Sporty
Linked @: After Work Sewing, Ich näh Bio, Selbermachen macht glücklich

Es handelt sich bei obigen Blogbeitrag um einen redaktionellen Text. Den Stoff sowie das Schnittmuster habe ich selbst käuflich erworben. Ich stehe mit den genannten Firmen in keinerlei kommerzieller Verbindung; die Nennung der Namen/Marken erfolgt lediglich zur Information meiner Leserinnen, da ich dies selbst als wertvoll für den kreativen Prozess empfinde.


8 Gedanken zu “Menschen(s)kinder im August 2018 – und ein paar Worte über die neuste Regenbogenfamilien-Studie

  1. Liebe Karin, nun nehme ich mal das auf dem CSD „durchfeierte“ vergangene Wochenende als Anlass bei Dir zu kommentieren. Ich lese immer mit, nur fehlt mir meist einfach die Zeit für Kommentare. Auch wenn es mir persönlich bei der Bloggerei nur ums Nähen und das so entstandene geht, lese ich doch sehr gerne auch etwas tiefer gehende Posts über Dein Regenbogenfamilienleben – nicht zuletzt, weil ich dank unserer besten Freuden, einem verheirateten, lesbischen Paar doch mehr an der Thematik dran bin und viele unserer Gespräche hier wiederfinde. Das musste mal gesagt sein ;-)
    Liebe Grüße
    Änni

    P.S. Das schöne Shirt soll aber auch nicht unerwähnt bleiben und dass die Probehose „aus Versehen“ zum Lieblingsteil mutiert ist kann ich nur zu gut verstehen.

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Änni, vielen Dank für Deine lieben Worte, die mich sehr, sehr freuen! Wie schön, dass Du aus meinen Beiträgen was für Dich ziehen kannst – das ist ein riesen Lob…danke. Und danke auch fürs Hosen-und Shirt-Lob…da freu ich mich natürlich auch! Liebste Grüße, auch an Deine Freundinnen :-) Karin

      Gefällt mir

  2. Liebe Karin, danke für den Einblick in die Studien. Ich finde es immer wieder erstaunlich bis erschreckend wie sehr in unserer Gesellschaft über die Lebensumstände anderer geurteilt wird. Ich denke, die allerwenigsten sind in der Position den „ersten Stein werfen zu dürfen“. Jede Familie hat ihre Eigenheiten und solange kein Familienmitglied darunter leidet, ist das auch vollkommen in Ordnung.
    Schön, dass euch die Shorts auch so gut gefallen.
    Liebe Grüße! Tina

    Gefällt 2 Personen

  3. Liebe Karin,
    vielen Dank für deine Einblicke und den Tipp zur Studie, die ja wirklich nur ein weiterer Bausteinchen zu einer wirklich gut belegten Erkenntnis ist. Das Shirt mit den Dackeln finde ich total großartig – mein Kind ist nur leider ein Katzenmensch und für Hundejersey gar nicht zu haben. Dabei ist der Papa hochgradig allergisch und ich liebe Hunde und mag Katzen nicht wirklich. Ich würde jetzt am Einzelfall aber nicht die Ursache im Familienmodell suchen ;-)
    Liebe Grüße!
    Jana

    Gefällt 2 Personen

  4. Liebe Karin,

    ohhh, wie ich mich erst einmal freue, dass dir die Kakteen-Latzhose so gut gefällt. Hach, da sitze ich hier und habe tatsächlich rote Bäckchen vor Freude. Dankeschöööön dafür.

    Deine genähten Werke – das Shirt und die Motti-Hose – sind super, egal, ob die Musterkombination jetzt genau „die richtige“ ist. Das passt ja sehr gut auch so zu deinem – sehr lesenswerten!! – Beitrag – wer entscheidet schon, was genau „richtig“ ist und was nicht. Ich danke dir für diese Einblicke in euer Familienmodell und für die Informationen zur Studie, dass es nicht ausschlaggebend ist, dass ein Kind tatsächlich mit Vater und Mutter aufwächst. Das glaube ich auch, da es in allererster Linie um das liebevolle Miteinander geht, wie du ja schreibst.

    Sagt dieses Studie (oder weißt du von einer anderen) aber etwas darüber, ob es grundsätzlich dennoch gut ist, wenn ein Kind weibliche und männliche Bezugspersonen hat? Ich hatte, als Junior im Kindergarten/in der Grundschule war, das Gefühl, dass es gut war, dass dort neben den (meist) weiblichen Erzieherinnen/Grundschullehrkräften auch männliche Bezugspersonen waren. Die Kinder – egal ob Junge oder Mädchen – mochten diese immer besonders gerne (vielleicht weil sie eher selten vertreten waren, ich weiß es nicht genau). Ein Thema, das mich doch auch interessieren würde.

    Ich sitze tatsächlich öfter mal in Runden und schüttle nur den Kopf über völlig antiquierte Ansichten hinsichtlich Lebens- und Erziehungsmodellen, auch wenn ich gestehen muss, dass auch ich selbst nicht immer frei von Vorurteilen im Kopf bin. Umso wichtiger finde ich Beiträge wie diesen hier von dir, die mir Anstöße geben, mich grundsätzlich von irgendwelchen Kopfsachen zu lösen, die eingefahren zu sein scheinen, und die mir neue Impulse geben für den Blick auf und in die Gesellschaft. Ich danke dir dafür.

    Herzensgrüße und bitte weiter so!

    Anni

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