Menschen(s)kinder im Juli mit Mietzen-Rucksack – und ein Wort zu männlichen und weiblichen Musikinstrumenten

Ihr Lieben,

ich begrüße Euch zu einer neuen Runde „Menschen(s)kinder“  – ich freue mich schon auf die vielen Sommeroutfits, die Ihr im Juli sicher zeigen werdet :-)

Ich hoffe, Ihr lasst Euch die Lust am Bloggen nicht nehmen, auch wenn ich gerade selbst zugeben muss, dass es mir aufgrund der unsäglichen „Werbe-Debatte“ schwer fällt. Aber: Dagegen hilft mit klarem Kopf nach Lösungen zu suchen, das Nähen selbst und vor allem: Das Stöbern auf Euren tollen Blogs! Meine Menschen(s)kinder-Highlights im Juni waren u.a.:

– Das Retro-Apfelshirt von Mara Zeitspieler
– Das Elefanten-Shirt von Beas Kreativblog
– Das Monster-Kleid von Kleine Stöpsel

Ich zeige Euch heute zur Eröffnung des Julis mal zur Abwechsung kein Kleidungsstück, sondern ein Unisex-Accessoire: Einen Rucksack, den ich jüngst für meinen Sohn genäht habe. Das zugrundeliegende Schnittmuster ist „KlapPack“ von Shesmile. Ich habe hier die kleinere von zwei möglichen Versionen genäht. Aber ich gebe unumwunden zu: Der Weg zum fertigen Rucksack war steinig.

Bei den relativ kleinen Maßen sind die Ecken verdammt eng und der Boden aus Snap-Pap (nie mehr…) hat mir das Nähleben zur Hölle gemacht. Ich habe oft und viel getrennt und war mehr als einmal davor, das Ding in die Ecke zu pfeffern. Aber dieses Schicksal hatte vor allem auch der wunderschöne Patchwork-Stoff mit den musizierenden Katzen nicht verdient – also hab ich mich durchgebissen.. und wurde mit einem herzallerliebsten Ergebnis belohnt…! Auch, wenn der Rucksack alles andere als fehlerfrei ist, bin ich stolz auf dieses Nähwerk und auch die Freude, die ich meinem Sohn damit machen konnte. Er schleppt den „Mietzen-Rucksack“ glückselig überall mit hin!

Und die musizierenden Katzen bringen mich zu dem Menschen(s)kinder-Thema, das ich heute anschneiden will: Dass es in den Köpfen so vieler Menschen „männliche und weibliche Instrumente“ gibt.
Grund dafür ist ein altes Erbe: Für Mädchen und Frauen galt das Lernen von Musikinstrumenten lange als „unschicklich“ – und wenn überhaupt, waren Tasteninstrumente und die Harfe „erlaubt“. Und auch, wenn man denkt, dass heute Mädchen und Jungen die ganze Welt der Musik offen steht: Es gibt nach wie sehr wenige Kontrabassistinnen, Blechbläserinnen und Schlagzeugerinnen. Genauso wenig wie es männliche Harfenisten oder Querflötenspieler gibt. Gerade die Flöte hat einen schlechten („weiblichen“) Ruf bei vielen Jungs. Da haben die Vorurteile der Eltern schon ganze Arbeit geleistet…

Ich wage mal die steile These, dass nach wie vor insbesondere Jungs, die ein „weibliches“ Instrument wie Harfe lernen wollen, skeptische Blicken ernten, während Mädchen, die es zum Schlagzeug zieht, eher unterstützt werden, da dies als „cool“ gilt (diese Dynamik hatte ich u.a. schon einmal hier erklärt).
Ich kann nicht einschätzen, ob die (Musik-)Schulen mittlerweile genderpädagogisch arbeiten, um hier für mehr Geschlechtergerechtigkeit zu sorgen. Dafür ist mein Sohn noch zu klein. Ich wünsche mir aber sehr, dass er einmal im Kopf so frei ist, das Instrument zu wählen, das ihm aus der Seele spricht, sei es Querflöte, Posaune oder die Mundharmonika.

Wie erlebt Ihr das? Mich würden Eure Erfahrungen sehr interessieren…

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen Juli voller Sommermusik! Bitte aufs Fröschchen klicken und los geht es:

Alles Liebe!
Karin

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Stoff: Außenstoff: Patchworkstoff aus meinem Fundus (offensichtlich vergriffenn); Innenstoffe: Buttinette; Gurtband, Rucksack-Schieber, Punkte-Schrägband: Alles für Selbermacher
Schnitt: KlapPack von SheSmile
Linked @: Taschen und Täschchen, Nähzeit am Wochenende

Es handelt sich bei obigen Blogbeitrag um einen redaktionellen Text. Sämtliche verwendete Materialien sowie das Schnittmuster habe ich selbst käuflich erworben. Ich stehe mit den genannten Firmen in keinerlei kommerzieller Verbindung; die Nennung der Namen/Marken erfolgt lediglich zur Information meiner Leserinnen, da ich dies selbst als wertvoll für den kreativen Prozess empfinde. Vor diesem Hintergrund kennzeichne ich diesen Beitrag mit den Vermerk „Werbung, da Markennennung“.


9 Gedanken zu “Menschen(s)kinder im Juli mit Mietzen-Rucksack – und ein Wort zu männlichen und weiblichen Musikinstrumenten

  1. Liebe Karin, das ist ein schönes Thema! Wir haben für unseren größeren Sohn tatsächlich die Harfe im Auge, auf Anraten einer Bekannten, deren Sohn das Instrument seit zehn Jahren spielt. Sie hat sie uns empfohlen, weil es ein harmonisches Instrument mit Anforderungen an Logik, Präzision und mathematischen Parallelen ist – das finde ich definitiv geschlechtsübergreifende Attribute. Und trotzdem haben wir überall mindestens überraschte Gesichter gesehen, wenn wir diese Harfen-Überlegungen irgendwo berichtet haben. Schade! Da aber Schlagzeug und Trompete aus Selbstschutz nicht ins Haus kommen und die Oma der kleinen Stöpsel Kontrabassistin ist, habe ich weiterhin Hoffnung, dass wir gegen Instrumentenklischees ganz gut gefeit sind. ;-)
    Liebe Grüße!
    Meike

    Gefällt 1 Person

  2. Ich hab mal bei der VHS einen Mundharmonika-Kurs gemacht und war die einzige Frau unter etwa 20 oder mehr Männern. Hatte nicht damit gerechnet und merkte ich auch erst nachdem das der Kursleiter erwähnte.
    Bei uns zeigt der Babyjunge sehr viel Musikinteresse, die beiden älteren Mädels waren da nie so. Er hat beispielsweise mit einem halben Jahr als erste Worte „kokoko“ mitgesungen, weil die Mädels gerne Drache Kokosnuss Hörspiele beim Autofahren hören. Ob jemand welches Instrument lernen wird? Ich bin da nicht so für die ganz frühe (Über-)Förderung – meine Kinder sollen Zeit zum Kindsein und Spielen haben.
    LG
    Martina

    Gefällt 1 Person

  3. Der Rucksack ist sehr cool und der Stoff gefällt mir super! Wie schön das du ihn zu Ende bringen konntest und auch für mich ist Snappap ein Graus … ich mag es überhaupt nicht.
    Zu den Instrumenten kann ich nur sagen – geh mal zu einem Musikschultag, wo man alles sehen und ausprobieren kann. Ich falle hier, wie ich bei deinem Artikel feststellen muss, wie bei so vielen weiblich/männlich Klischees aus dem Rahmen. Auf die klassische Blockflöte folgten bei mir Klarinette, diverese Saxophone, Percussion, Trompete und Waldhorn … ähm, hmm was „weibliches“ war wohl nicht dabei :-) – ich mochte es schon als Kind gern laut, jazzig, rhythmisch und blechig :-). Mein Sohn will jetzt unbedingt Klavier lernen … na gut, ich finde bisschen früh, aber habe gefragt und die Klavierlehrerin hat gesagt wenn er 6 ist und alle Noten kann, dann darf er es versuchen (bisschen wenig blechig, aber das kann ja noch kommen :-)) …solange er mir nicht mit Geige kommt … bisher singt er in allen Lebenslagen und jetzt auch in einem Kinderchor, das macht ihm Spaß – ansonsten gibt es im Kiga eine Musikgruppe, zu der ich ihn angemeldet habe. Sport so gemeinsam mit anderen ist dagegen gar nicht seins, nur draußen rumsaußen etc. … Liebe Grüße Ingrid

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  4. Ich gebe zu, ich habe mir über die Geschlechterzuordnung von Instrumenten bislang keinerlei Gedanken gemacht.
    In meinem sehr musikalischen Heimatort (etwa 1000 Einwohner) hat nahezu jedes Kind Blockflöte gelernt und oft anschließend ein weiteres Instrument. Oft waren das Blasinstrumente, weil es entsprechende Gruppen vor Ort gibt. Und da wurde nicht nach Geschlecht unterschieden. Ich kenne Posaunistinnen genauso wie Flötisten.
    Ich selbst spiele Saxophon und war lange Zeit im Handglockenchor aktiv.
    Unsere Kinder sollen frei entscheiden dürfen, ob und welches Instrument sie lernen möchten, wobei so etwas „exotisches“ wie Harfe leider daran scheitern wird, dass es hier weder Instrument noch Lehrer in der Nähe gibt.
    Viele Grüße! Tina

    Gefällt 2 Personen

  5. Liebe Karin,

    der Rucksack ist klasse. Ich habe aber förmlich die Anstrengung gespürt, von der du in Sachen SnapPap berichtet hast. Hier steht ein ähnliches Machwerk noch unfertig in der Ecke, weil ich mich auch so übers Nähen vom SnapPap geärgert habe….

    Eine interessante These stellst du auf in Sachen Musikinstrumente, dazu habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Als Kind/Jugendliche habe ich Klarinette gespielt, aber eher deshalb, weil es in der örtlichen Stadtkapelle zu dieser Zeit daran mangelte. Unser Sohn probierte sich mal auf der Bratsche aus, nach zwei Jahren aber war es doch nicht mehr so seins. Leider. Ich würde ja immer noch gerne Klavier lernen, mal gucken, ob ich das nicht einfach irgendwann mal mache! Ich habe bislang keine Erfahrungen gemacht mit der unterschiedlichen Wahrnehmung/Einteilung von Instrumenten nach Geschlechtern, aber ich gestehe, würde mir eine Mama erzählen, ihre Tochter begänne Schlagzeug oder E-Gitarre zu spielen, würde sich bestimmt für den Bruchteil einer Sekunde im Kopf (und nur dort!) das Gedankenkarussell zu „typisch männlich – typisch weiblich“ drehen, sagen aber würde ich genauso schnell (und das dann ab da auch denken), dass ich es klasse finde! Danke für die Gedankenanregung dazu!

    Viele Grüße und hab ein schönes Wochenende

    Anni

    Gefällt 1 Person

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