Meine Sew-Together-Bag – oder: Vom „Trennen in Gesellschaft“

Ihr Lieben, heute geht es zur Abwechslung mal ganz unpolitisch zu…ich möchte Euch nämlich gerne mein jüngstes Nähwerk präsentieren. Es ist, und das kann ich selbst am allerwenigsten fassen, tatsächlich eine Sew-Together-Bag nach dem Ebook von „Sew demented“.
Ich stehe ehrfürchtig vor ihr :-) Ich bin nämlich in dieses Schnittmuster verliebt, seit ich dieses Exemplar bei Katharina von Greenfietsen im Blog gesehen habe. Wow – was für eine coole Tasche. Da aber selbst Katharina, ihrerseits eine sehr versierte und talentierte Taschennäherin, schrieb, dass sie gefühlt mit der Sew-Together-Bag ihr „Nähdiplom“ erworben hat, war klar: Dieses Projekt ist eine Nummer zu hoch für mich (was mich jedoch nicht davon abgehalten hat, damals das Ebook zu erwerben – und so wartete das Papier geduldig seit Januar 2016 auf seinen Einsatz).
Aber dann kam mir das Christkind zur Hilfe. Ich hatte gelesen, dass Andrea von der Quiltmanufaktur Kurse zur „Sew-Together-Bag“ anbietet (viele von Euch kennen Andrea wahrscheinlich als eine der 6 Köpfe des 12-Blöcke-Sew-Alongs) und den Kurs im Laufe der Adventszeit einige Male „nebenbei“ erwähnt. Und als dann tatsächlich ein Gutschein dafür unter dem Christbaum meiner Schwiegereltern lag, war klar:  Die Sew-Together-Bag und ich, wir versuchen das jetzt miteinander.
 
Die Taschennäherinnen unter Euch werden vielleicht jetzt lächeln und sagen „Das kriegt man doch auch allein hin…“. Aber ich muss sagen: Ich hätte ohne die Unterstützung von Andrea und meinen 3 Mitnäherinnen keine Chance gehabt. Die Hürden lauerten überall: So war zum Beispiel mein Schnittmusterteil wesentlich kleiner als das der Mitnäherinnen. Dabei war ich mir sicher, auf „100 %“ ausgedruckt zu haben. Doch wie ich lernen durfte, muss man amerikanische Schnittmuster auf „tatsächliche Größe“ ausdrucken, da sie nicht auf Din A 4 formatiert sind, sondern im Format „Letter“.
Und diese Art von Aha-Effekt hatte ich irgendwie im Minutentakt. Zum Beispiel entdeckte ich an diesem Kurstag auch, dass „mein“ Inch-Nähfuß zwei unterschiedlich breite Seiten hat. Nur die rechte ist ¼-Inch breit. Will man also „1/4-Inch-breit“ abnähen, muss das Schnittteil auch so liegen, dass die richtige Seite das Maß angibt. Natürlich habe die ersten 6 Teile „falschherum“, also wesentlich breiter zusammengenäht – und hatte dann eine Sonderschicht mit dem Auftrenner.  
Aber, und das war mein Trost: So ging es allen anderen auch. Zwar machten wir nicht die gleichen Fehler, aber der Nahttrenner war unser ständiger Begleiter. So entstanden im Laufe des Tages mehrere Titel für den Kurs: „Trennen in Gesellschaft“, „Betreutes Trennen“ oder die „Trenn-Together-Bag“ – wir nahmen es mit Humor. Vielleicht waren auch die guten Gespräche, die wir innerhalb unserer sehr netten Gruppe hatten, ebenfalls nicht ganz unschuldig dran, dass der Nahttrenner so oft im Einsatz war…
Aufgrund meiner vielen unfreiwilligen Auftrennphasen musste ich abends zu Hause noch eine Extraschicht einlegen – aber dann stand sie tatsächlich vor mir, die Sew-Together-Bag. Und ich muss wirklich sagen: Der Schnitt ist der Hammer und diese Tasche nicht umsonst so beliebt. Ich muss unbedingt gleich noch ein Exemplar nähen, dann für mich: Diese hier hat sich nämlich sofort meine Frau gesichert. Wobei das auch gerechtfertigt ist: Stammen die verwendeten Stoffe von „Cotton + Steel“ doch aus dem Paket des Näh-Heirats-Antrags.
Und unser Sohn hat auch schon Bedarf angemeldet (wobei er sich die Stoffe selbst aussuchen möchte…traut wohl der Mami nicht…). Und ich hoffe, spätestens nach der 3. Tasche geht dann jeder Nähschritt wie „am Schnürchen“….
Der nächste Sew-Together-Bag-Kurs in der Quiltmanufaktur ist übrigens am 18. März :-) In diesem Sinne wünsche ich Euch auf jeden Fall Mut, zu neuen Nähabenteuern aufzubrechen – es lohnt sich!
Alles Liebe wünscht Euch
Karin
Stoffe:
Außenstoff : Kollektion „S.S. Bluebird“ von Cotton + Steel / Innenstoff mit Ankermotiv „All aboard“ von Cotton + Steel, beides von der Quiltmanufaktur; Reste aus meinem Fundus

4 Gedanken zu “Meine Sew-Together-Bag – oder: Vom „Trennen in Gesellschaft“

  1. Glückwunsch und alle deine Schwierigkieten kommen mir bekannt vor – schön das deine Tasche in so netter Gesellschaft gefertigt wurde. Viele Grüße Ingrid

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  2. Deine Tasche ist wirklich schön geworden. Man sieht ihr das viele Trennen definitiv nicht an. :D
    Tatsächlich himmle ich dieses Schnittmuster auch schon seit Jahren ein bisschen an – perfekte Transportmöglichkeit für Hexagonprojekte, raunt es mir zu – , aber da ich mir immer mehr eingestehen muss, dass ich eigentlich gar nicht so gerne nähe und alle immer erzählen, wie kompliziert dieses Projekt ist, zucke ich jedes Mal zurück.
    Umso mehr freue ich mich aber für dich, dass du es geschafft hast und ein solches Erfolgserlebnis hattest!

    Viele liebe Grüße
    Sabrina

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