Menschen(s)kinder im Februar – und ein paar Worte zu Faschingskostümen

Ich begrüße Euch bei „Menschen(s)kinder“ im Februar. Heute beginnt der Karnevalsmonat schlechthin – es bietet sich also an, hier mal unter „Menschen(s)kinder-Gesichtspunkten“ genauer hinzuschauen. Dazu gleich mehr.

Davor möchte ich mich herzlich für Eure großartigen Verlinkungen im Januar bedanken – fast hätten wir erstmalig die 50-Hürde genommen :-) . Ich freue mich über jede Eurer Verlinkungen wie verrückt. Und ganz besonders habe ich mich gefreut, dass einige gleich die erstmalige Chance genutzt haben, Unisex-Accessoires zu verlinken:

Bitte macht weiter so und zeigt hier Eure selbstgemachte Unisex-Kleidung und -Accessoires aus dem Leben Eurer Kinder!

So, aber nun zu Karneval. Anlass für mein heutiges Thema war ein soeben erlebtes Beispiel im Kindergarten meines Sohnes: Das Thema dort für Fasching ist „Feen und Zauberer“. Die Kostüme werden in der Gruppe gebastelt, die „Mädchen mögen doch bitte pinke T-Shirts mitbringen, die Jungs blaue“, so die Nachricht an die Eltern. Helau – Willkommen im Jahr 2018.

(Ich schätze „unseren“ Kindergarten sehr, doch gerade auch in der Elementarpädagogik ist das „Männlich-Weiblich-Schema“ einfach nach wie vor sehr dominat, leider auch dort…)

Nicht nur dieses Beispiel erhärtet meinen Eindruck, dass gerade auch Karneval bzw. Fasching eine unendlich geschlechterkonservative Nummer ist. Und das ist doch eigentlich sehr erstaunlich, da ja gerade das Kostümieren dazu einladen würde, alle Schubladen mal über Bord zu werfen. Aber genau das Gegenteil findet statt: Die Mädchen sind noch pinker, noch mehr in Glitzerwolken, die Jungs noch schwarzer, mit mehr Schwertern und Pistolen als im Alltag.

Dazu kommt ein ganz schrecklicher Trend, der den Erwachsenenbereich total dominiert (und sicher auch den Kinderbereich mittlerweile tangiert…): Gerade Kostüme für Frauen müssen nicht nur sehr weiblich sein, sondern vor allem sexy. Egal ob Piratin, Katze, Neandertalerin oder Clownin: Zum Kostüm gehören megakurze Röcke, extrem tiefe Ausschnitte und natürlich sind sie so figurbetont wie nur möglich. Das Attribut „sexy“ für weibliche Kostüme ist Pflicht – fragt man den Kostümhandel. Ich finde diesen „Trend“ widerlich – zeigt er mal wieder deutlich, dass wir wachsam sein müssen!

Und wieder sind wir an dem Punkt, dass ich mich für uns Näherinnen freue, dass wir es hier anders machen können. Wir können unseren Söhnen Marienkäfer-Kostüme nähen, wenn sie sich das wünschen – und uns selbst ein Clown-Kostüm mit Hose. Was für ein Glück.

Ach ja, ich zeige Euch heute zur Eröffnung kein Faschingskostüm – sondern einen wundervollen Schlafanzug, der kürzlich für mein Schätzchen entstanden ist. Der Schnitt „Schlafi“ von Annas-Country ist quasi DER Schnitt in der Schlafanzugschublade meines Sohnes. Und der großartige Jersey war übrigens ein Teil meines Näh-Heiratsantrags.

In diesem Sinne freue ich mich auf Eure Verlinkungen im Februar und bin gespannt – knacken wir die 50er Marke? :-)

Für Eure Verlinkungen bitte hier entlang:

Alles Liebe wünscht Euch
Karin

Stoff: Jersey vom finnischen Stofflabel „Naperonuttu“, gekauft im Stoffbüro (leider vergriffen); Bio-Bündchen in braun von Lillestoff
Schnitt: Schlafi von Annas-Country in Gr. 116 (noch etwas reichlich)
Linked @ DIY – or die Politisierungssammlung, Ich näh bio, Selbermachen macht glücklich


6 Gedanken zu “Menschen(s)kinder im Februar – und ein paar Worte zu Faschingskostümen

  1. Ich hab eh das Gefühl, dass Faschingskostüme das Mieseste aus den Leuten rausholt – Stichwort Blackfacing, Indianer, ect.

    Natürlich gibt es daneben auch ganz wundervolle Beispiele, aber oft bin ich wirklich erschrocken, was Leute offenbar angemessen finden…

    Liebe Grüße
    Sabrina

    Gefällt 1 Person

  2. Ich finde es auch sehr bedenklich, dass Kinder schon früh mit diesen Geschlechterstereotypen und normativen Schönheitsvorstellungen konfrontiert werden. Sogar die alten Kinderbücher werden überarbeitet, Biene Maya ist z.B. nicht mehr rundlich sondern schlank und sexy. Das ist doch krank! Mehr Freiheit und Vielfalt wäre wünschenswert! Ich finde es toll, dass du mit diesem Post dazu beiträgst!
    LG Amely

    Gefällt 1 Person

  3. Ja, im Fasching ist wirklich in jeder Hinsicht alles übertrieben … ich war am Freitag im Kiga geschockt … nur Elsas und Annas – es gab bei den Mädchen nix anderes … zum Glück wie immer eine Ausnahme, eine großartige Feuerwehrfrau! Die Jungs zum Glück noch eher harmlos als Feuerwehrmänner, Polizisten etc. – aber auch hier geht schon los das man cool sein muss. Mein Kind fiel wie immer aus dem Rahmen und ging erstaunlich selbstbewusst als er selbst – er mag sich nicht verkleiden … ich hoffe ich kann diesen Monat zu deiner Linkparty, die mir wirklich aus dem Herzen spricht auch was beitragen – im Januar konnte ich leider gar nicht nähen. Liebe Grüße Ingrid

    Gefällt 1 Person

Danke für Deinen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s