Menschen(s)kinder im Januar: Ab sofort mit Accessoires für alle Kinder und ein Wort zu Barbies BMI

Ihr Lieben, herzlich Willkommen zur ersten Runde „Menschen(s)kinder“ im Jahr 2018, für das ich Euch nur das Allerbeste wünsche! Und, wie im Jahresrückblick angekündigt, starten wir mit einer kleinen Neuerung: Ab sofort sind hier auch Unisex-Accessoires für Kinder herzlich willkommen, von der Krabbeldecke über die Kindergartentasche bis zur Kinderzimmerdeko. Natürlich wird der Schwerpunkt von Menschen(s)kinder weiterhin auf Kleidung liegen. Doch ich möchte Euch mit dieser Erweiterung auf andere Lebens- und Nähbereiche die Bühne dafür bieten, zu zeigen, was hier jenseits der „Geschlechterschubladen“ so alles wunderbares möglich ist.

Ich gehe gleich mal voran und eröffne diesmal mit meinem ersten Babyquilt, der für mein „Nähpatenkind“ zu Weihnachten entstanden ist. Zur Babydecke gab es ein passendes Patchworkkissen. Bei der Anleitung für die Quiltdecke habe ich mich am Tutorial von „Pech und Schwefel“ orientiert, das Binding, also den Rand außen rum, jedoch nach der Anleitung von Pattydoo gemacht. Angaben zu den Stoffen und dem verwendeten Vlies findet Ihr unter diesem Beitrag. Und, ich ziehe alle Hüte vor Euch Quilterinnen – ich habe schon bei diesem kleinen Projekt „Blut und Wasser“ geschwitzt :-)

So, nun aber erst Mal zum Blick auf den Vormonat: Auch im Dezember wurde wieder wundervolle Kinderkleidung verlinkt. Danke Euch allen, die Ihr dabei ward! Meine persönlichen Highlights waren:

Auch im neuen Jahr halte ich an der Tradition fest, im Rahmen meines Eröffnungspostings immer ein Thema aus dem „Menschen(s)kinder – Kosmos“ aufzugreifen und meine Gedanken dazu mit Euch zu teilen. Heute geht es um das weibliche Schönheitideal: Schön sein heißt schlank sein.
Ich habe vor einigen Tagen mal wieder eine Statistik zu Essstörungen beim Mädchen und jungen Frauen gelesen – und war entsetzt. Kurz ein paar Zahlen:

  • In Deutschland sind über 100 000 Mädchen und Frauen von Magersucht betroffen.
  • Die höchste Anzahl von Betroffenen sind Mädchen zwischen dem 14. und 18. Lebensjahr.
  • Für 15 % verläuft die Erkrankung tödlich; nur 50 % der Erkrankten können dauerhaft geheilt werden.

An dem Tag, an dem ich das las, spazierte ich zufällig auch durch eine Spielwarenabteilung. Dort traf ich (im klar gekennzeichneten Mädchenbereich) auf Barbies, Feen, Prinzessinnen und andere Puppen, die teilweise noch „schlankere“ Körperformen aufweisen, als die altbekannte Barbie. Ich habe nachgelesen: Barbies BMI liegt bei 16, also im Bereich krassen Untergewichts. Sie hätte als Mensch einen Brustumfang von 99 cm, einen Taillenumfang von 46 und einen Hüftumfang von 84 cm. Ihr Knöchelumfang betrüge 15 cm – wie der einer Einjährigen. Ein Mensch mit diesem Maßen wäre nicht lebensfähig, da z.B. in ihrem Bauchraum nur Platz für eine halbe Leber und ein paar Zentimeter Darm wäre. Aber in den Spielwarenabteilungen ist sie (und vergleichbare Figuren) nach wie vor quicklebendig.

Landauf, landab liegen diese Puppen als stumme Vorbilder in den Kinderzimmern. Nach wie vor wird schon kleinen Mädchen damit ununterbrochen signalisiert: Nur schlank ist schön. Wohin das führt, zeigt uns die Statistik überdeutlich. Es ist schlicht eine tödliche Gefahr für Mädchen und junge Frauen.

Ich habe das Gefühl, dass in Sachen Schönheitsbilder momentan, trotz aller Aufklärung, trotz aller Sensibilisierung, eine „Rolle rückwärts“ geschieht. Und, auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Es ist auch erschreckend, wie viele körperbetonte, taillierte, brustbetonende Schnittmuster für Mädchen auf dem Markt sind (und entsprechende Kleidung im Netz gezeigt wird).

Ich kann nur appelieren: Lasst es uns besser machen. Lasst unseren Kindern vermitteln, dass es unendliche viele Formen von „schön“ gibt, aber megaschlank nicht dazu gehört. Und lasst uns unseren Kindern Kleidung nähen, die ihr Wesen, ihren Charakter unterstreichen – und nicht ihre Geschlechtlichkeit.

In diesem Sinne freue ich mich auf Eure Verlinkungen! Bitte einfach hier entlang:

Alles Liebe und einen kunterbunten Januar wünscht Euch
Karin

Stoffe des Babyquilts alle von Buttinette, u.a. „Blumen Emil“, und „Krokodil Emil“
Baumwollstoff „Tüpfchen“, hellgrün / gelb
Verwendetes Vlies: Sandler Volumenvlies, weiß 120 g, ebenfalls von Buttinette
Linked @: Modern Patch Monday, Montagsfreuden, Sew Mini, DIY or die – Politisierungssammlung


6 Gedanken zu “Menschen(s)kinder im Januar: Ab sofort mit Accessoires für alle Kinder und ein Wort zu Barbies BMI

  1. Liebe Karin,
    toll, dass die Menschenskinder-Linkparty weiterläuft! Ich finde es immer wieder erschreckend, wie oft gerade Mädchen wie „kleine Frauen“ gekleidet werden. Warum dürfen sie nicht einfach nur Kind sein?
    Wir versuchen unseren Kindern zu vermitteln, dass es viele und individuelle Definitionen von „schön“ gibt und nicht alles genormt werden muss.
    Kürzlich habe ich beim Fototermin im Kindergarten auch einen besonderen Fall von Schönheitsideal erlebt. Eine Mutter sagte zu ihrer Tochter:“Aber setz deine Brille ab. Das soll doch ein schönes Foto werden.“ Da geht mir (nicht nur als Brillenträger) die Hutschnur hoch.
    Ich freue mich auf deine weiteren Posts und wünsche dir alles Gute für 2018!
    Viele Grüße! Tina

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  2. Liebe Karin,
    ich finde Deine Linkparty wirklich klasse, weil es sich so sehr lohnt, zu zeigen, was für schöne unisex-Kleidung es für Kinder geben kann und weil es leider so wenig davon gibt. Ich würde mich so wünschen, dass das wieder zunimmt. Umso gespannter bin ich, was nun im neuen Jahr auch noch an Accessoires dazukommen wird.
    Ich freue mich auf alles, was noch kommt!
    Herzliche Grüße
    Victoria

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Karin,
    ein gutes neues Jahr noch für Dich und Deine Familie. Ich freue mich sehr, dass die Menschenskinder Linkparty auch dieses Jahr weitergeht, denn auch ich sehe, dass wir in Sachen kindgerechte Kleidung einen deutlichen Rückschritt zu verzeichnen haben.
    LG Julia

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  4. Liebe Karin, ich finde deinen Artikel sehr gelungen. Über den Satz „Lasst unseren Kindern vermitteln, dass es unendliche viele Formen von „schön“ gibt, aber megaschlank nicht dazu gehört.“ bin ich beim Lesen gestolpert und er kann aus meiner Sicht verletzend für einige Menschen sein. Wenn es unendliche Formen von Schönheit gibt, gehört für mich jede Körperform dazu – warum extrem dünne Menschen vom Schönheitsbegriff ausschließen? Es gibt Menschen, die von Natur aus eine „megaschlanke“ Figur haben oder „megaschlank“ sind, obwohl sie das gar nicht möchten. Vor einigen Jahren nahm meine Mutter aufgrund von Verwachsungen im Bauchraum innerhalb kürzester Zeit radikal ab, ohne es zu wollen und beeinflussen zu können. Die Erinnerung an die abwertenden und starrenden Blicke von Passanten auf den Körper meiner Mutter finde ich heute noch schmerzhaft. Selbst wenn sie an Magersucht gelitten hätte (wie wohl von vielen Passanten vermutet wurde), hätte sie diese Blicke auch nicht verdient. Jedwede Körperform sollte aus meiner Sicht von anderen so akzeptiert werden wie sie ist und nicht be-/verurteilt werden. Viele Grüße Julia

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