Ein Häuschen-Adventskalender: Wo die pinken Nussknacker wohnen…

Ihr Lieben, zur „Adventskalender-Halbzeit“ will ich Euch heute unseren selbstgenähten Häuschen-Adventskalender zeigen. Meine Frau hatte sich schon lange einen solchen Adventskalender gewünscht – und in diesem Jahr habe ich mich breitschlagen lassen :-) Gerne erzähle ich Euch ein bisschen, wie ich die Häuschen genäht habe.
Mein Plan war es, Häuschen mit Dächern zu nähen, die auf der Rückseite ein kleines Fach haben; außerdem sollte man die Häuschen natürlich aufhängen können. Auch wollte ich gerne die Nummern irgendwie „nähen“ und als Hausteile integrieren.
Als ich wegen der Hausnummern überlegte, fiel mir ein, dass ich noch ein Stück Korkstoff zu Hause hatte. Außerdem verfügt meine Elna Ecxellence 680 über ein Alphabeth, sie kann also Buchstaben und Zahlen „nähen“ (nicht sticken). Da habe ich kurzerhand ausprobiert, ob das auch auf Kork funktioniert – und wunderbare Hausnummern für die Adventskalenderhäuser waren geboren.
Und da Kork nicht ausfranst, kann man die einzelnen Hausnummern „einfach“ knappkantig aufnähen.
Damit man die Häuschen auch aufhängen kann, habe ich nach einer passenden Schnur gesucht und bin bei „Bakers Twine“, also einer recht klassischen Paketschnur, die es in vielen Farben auf dem Markt gibt, rausgekommen.
So plante und schnitt ich also vor mich hin und kam an Ende bei folgender Materialliste heraus:
Jedes Häuschen besteht aus
  • einem unteren Vorderteil
  • einem Dach
  • einem Rückteil (so groß wie Unterteil und Dach zusammen)
  • einem Taschenteil (so groß wie das untere Vorderteil plus Saumzugabe oben)
  • einer Hausnummer aus Korkstoff und
  • einem ca. 40 cm langem Stück Juteschnur (Bakers Twine)

 

Das macht also lässig zusammen 96 Stoffteile plus 24 Hausnummern plus 24 Schnüre: 144 Teilchen, die zueinander finden mussten. Soviel zum Thema Aufwand :-)
Die Stoffwahl fiel mir dagegen relativ leicht. Ich hatte ja schon mal bei meinem Adventskranz mit 5 Kerzen erwähnt, dass in mir ein kleiner Grinch wohnt. Darum war auch klar, dass ein Weihnachtsprojekt, das unter meine Nähmaschine entsteht, sicher nicht mega-traditionell sein wird…und dass mir die wunderbaren pinken Nussknacker von Michael Miller dagegen sehr gut gefallen. Das ist Weihnachten nach meinem Geschmack  – die Herren in pink waren also als Bewohner der Adventskalenderhäuschen gesetzt (die Regenbogenfahnen habe ich nur im Geiste dazugesetzt :-)).
Kombiniert habe ich die „Nutcrackers“ dann mit Stoffen aus meinem Fundus, u.a. hatte ich noch einen Rest eines Sternchenstoffs von Riley Blake (mint), und einige Sterchenstoffe von Swafing aus der Produktion der Wimpelkettenlampe.
Ja, und dann ging es los: Für den Zuschnitt hatte ich Schablonen der einzelnen Teile aus Karton gemacht. Im nächsten Schritt habe ich dann die „Hausnummern“ mit der Nähmaschine auf ca. 2 cm breite Streifen auf Korkstoff „aufgenäht“ und daraus dann Quadrate ausgeschnitten.
Die Häuschen selbst habe ich in folgender Reihenfolge zusammengesetzt:
  1. Hausnummer auf Vorderteil nähen
  2. Vorderteil und Dach zusammennähen
  3. Oberkante des Taschenteils doppelt umfalten und absteppen
  4. Häuschen zusammensetzen: Tasche links auf rechts auf Rückteil legen, Juteschnur drauflegen, Vorderteil rechts auf rechts drauflegen
  5. Häuschen-Sandwich zusammen nähen, dabei unten ca. 5 cm Wendeöffnung lassen
  6. Häuschen wenden
  7. Wendeöffnung mit Leiterstich von Hand schließen
Wer, so wie ich, bisher wenig Erfahrung mit dem Leiterstich hat, dem sei gesagt: Nach 24 Häuschen macht einem diesbezüglich keiner mehr was vor :-)
Beim Nähen habe ich übrigens meinen Inch-Nähfuß verwendet. Er hat eine ziemlich praktische Führungsschiene.
Ich hoffe, wir werden viele Jahre lang Freude an den Nussknacker-Häuschen haben (Kleine Anekdote am Rande: Das zweite „n“ im Wort „Nussknacker“ fällt meinem 4jährigen recht schwer zu sagen…da merkt man erst, wie sich die Bedeutung eines Wortes mit einem kleinen Buchstaben mehr oder weniger ändern kann….).
Gefüllt ist der Adventskalender übrigens nicht mit Süßigkeiten, sondern mit einer täglichen „Familienaktivität“, also z.B. Pizza backen, Gesellschaftsspiel spielen, Schlüsselanhänger nähen, kleinere Ausflüge… also jeden Tag eine kleine bewusste Familienzeit. Kann ich sehr empfehlen :-)
In diesem Sinne: Euch noch 12 tolle Tage bis Weihnachten!
Karin
Stoffe: Nutcrackers, Farbe aqua, von Michael Miller, u.a. noch hier erhältlich, kombiniert mit Resten aus meinem Fundus
Schnitt: Eigener

 


7 Gedanken zu “Ein Häuschen-Adventskalender: Wo die pinken Nussknacker wohnen…

  1. Boah, Karin, was für eine krasse Arbeit! Ich bin total fasziniert, mit welcher Ausdauer du diese Teile zusammengesetzt hast. Ich hätte spätestens beim fünften Häuschen auf den Leiterstich gepfiffen und hässliche Wendeöffnungs-Schließnähte in Kauf genommen. Geduldige Handarbeit findet meine dauerhafte Bewunderung.
    Die Füllungs-Idee finde ich schön, davon haben alle mehr als von einer Schokokugel. Bei uns hat jedes Kind ein Adventsgeschichten-Buch, und ich genieße sehr, jeden Tag mit angekuschelten Kindern zwei Geschichten vorzulesen. Die haben sich auch noch nie beschwert und stattdessen Zucker gefordert.
    Habt noch eine dreisame Adventszeit!
    Liebe Grüße, Meike

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