Menschen(s)kinder im Dezember: Weihnachtswichtel überall

Ihr Lieben,

herzlich Willkommen zu „Menschen(s)kinder“ im Dezember – ein Monat, dem viele mit großer Vorfreude, aber auch viele mit mulmigen Gefühlen entgegensehen. Ich gehörte selbst lang zu zweiterer Gruppe, bin auch immer noch irgendwie ein „Grinch“ – aber seit es ein Wesen gibt, das Mami zu mir sagt, hat Weihnachten doch ein ganz anderes Gesicht bekommen :-) Insofern: Hallo, Dezember! Bald ist Weihnachten – das zeigt auch das Shirt, mit dem ich heute eröffne. Es ist wieder ein Ringer Tee nach dem Freebook von Brindille & Twig.  Und der Stoff ist der wunderbare Bio-Jersey „Weihnachtswichtel“ von Lillestoff – ich muss sagen, dass da selbst mein Grinch-Herz dahinschmolz, als ich den gesehen habe. Die roten Bündchen sind ebenfalls Bio, von „stoffeversand4you“.

Auch heute möchte ich kurz auf den November zurückblicken und dann noch ein Thema aufgreifen, dass zur Menschen(s)kinder-Thematik passt; heute habe ich mir ein paar Gedanken zur gern genommenen Bezeichnung von Mädchen als „Zicke“ gemacht.

Ich danke Euch ganz herzlich für Eure wunderbaren Verlinkungen im November – wieder wurde die „40er Marke“ geknackt und ein Werk ist schöner als das nächste. Meine persönlichen Highlights waren

Ich freue mich sehr, dass die Bandbreite der Bloggerinnen und der gezeigten Stücke immer größer wird – bitte schaut Euch gern hier nochmal alle Verlinkungen aus dem letzten Monat an!

Ein paar kritische Worte möchte ich heute noch über ein (eigentlich altes) Phänomen verlieren, das mir aber in letzter Zeit wieder vermehrt im Alltag und in der Nähwelt begegnet: Die Bezeichnung „Zicke“ bzw. das Adjektiv „zickig“ für Mädchen. Schon Strampler und Bodys tragen entsprechende Plotts (ein besonderes Highlight ist die Form „Prinzickchen“…).

Was heißt „zickig“ eigentlich? Eltern bezeichnen ihre Töchter (bzw. deren Verhalten) immer dann als „zickig“, wenn diese sich durchsetzen wollen, schlechte Laune haben, sich beschweren, streiten, anecken, meinungs- und willensstark sind, unangepasst oder ungehorsam sind. Der Begriff kommt also genau dann zum Zug, wenn Mädchen oder Frauen nicht die warmherzigen, nachgiebigen, entspannten Wesen sind, die ihren Mitmenschen das Leben möglichst einfach machen.

Warum gibt es keine Jungs-Bodys mit der Bezeichnung „Bock“? Weil es bei Jungs in Ordnung ist, wenn sie schlechte Laune haben, sich beschweren, streiten, anecken, meinungs- und willensstark sind, unangepasst oder ungehorsam sind…! Sie müssen sich ja schließlich durchsetzen und irgendwann eine Familie ernähren….

Das Verwenden von „zickig“ oder „Zicke“ bedient also die Geschlechtersterotype auf mittelalterliche Weise. Oder, wie es im Wikipedia-Artikel dazu so schön wissenschaftlich korrekt heißt: „Damit wird ein Abweichen von bestehenden Geschlechterrollen-Stereotypen in Konfliktsituationen negativ hervorgehoben und dadurch „delegitimiert“, d.h. dem Verhalten wird die Rechtmäßigkeit abgesprochen. [… Es stellt] bestehende Machtverhältnisse in Frage [….].“

Wenn ein Mädchen oder eine Frau sicher gehen will, niemals als Zicke bezeichnet zu werden, muss sie also  den Mund halten, und immer schön das machen, was ihr Umfeld von ihr erwartet. Wie traurig…

Ich unterstelle mal vielen Eltern, dass ihnen diese Dimension der Bezeichnung nicht bewusst ist, sondern sie es einfach „witzig“ finden. Deshalb habe ich mir vorgenommen, entsprechende Kleidungsstücke zu kommentieren oder auch im Alltag, wenn ich das mitbekomme, etwas dazu zu sagen. Nur so kann man ein Umdenken anstoßen.

Insofern: Wie schön, dass auf Unisex-Kleidung auch keine geschlechterdiffamirenden Bezeichnungen zu finden sind :-) Denn das ist ja mit ein Grund, warum es die Linkparty „Menschen(s)kinder“ gibt: Um kindgerechter Kleidung ohne das Bedienen von Geschlechtersterotypen eine Bühne zu geben.

Ich wünsche Euch einen wundervollen Dezember und freue mich schon wieder wie verrückt auf Eure Verlinkungen! Hier gehts lang:


Alles Liebe!
Karin

Stoff: Bio-Jersey von Lillestoff „Weihnachtswichtel“ (leider vergriffen), Bündchen: Stoffeversand4you
Schnitt: Ringer Tee von Brindille & Twig (Freebook)
Linked @: Ich näh Bio, Selbermachen macht glücklich, Freebook-Linkparty bei Nähfrosch, LilleLiebLinks, Freutag


3 Gedanken zu “Menschen(s)kinder im Dezember: Weihnachtswichtel überall

  1. Liebe Karin, zunächst mal sieht dein Sohn sehr entspannt-zufrieden aus in seinem Weihnachtspulli. Schön.
    Dann habe ich deine Gedanken zum Begriff „Zicke“ bzw. „zickig“ gelesen und eher distanziert festgestellt, dass keiner von beiden zu meinem aktiven Wortschatz gehört, weil ich sie einfach so bescheuert finde. Ich hatte aber nie näher überlegt, warum. Und dann habe ich meinem kleinen Stöpsel nachmittags die erste Geschichte aus seinem Adventsgeschichten-Vorlesebuch vorgelesen und stoße auf „zickig“ – in einer Geschichte mit nur vier Seiten über Grundschüler. Abends habe ich ein Stück in meinem Belletristik-Roman gelesen und stolpere dabei über „Zicke“. Krass, habe ich gedacht, wie alltäglich der Begriff ist und wie wenig mir das bewusst war. Insofern: Vielen Dank für deine Gedanken, die mir ein bisschen besser begreiflich gemacht haben, warum ich wohl nie von Zicken spreche. Und warum ich vielleicht auch mal gegenhalten werde, wenn jemand anders das tut.
    Liebe Grüße, Meike

    Gefällt 1 Person

  2. So ganz am Anfang der ach so bösen Trotzphase* kann ich stolz behaupten, dass der Minimann sowohl zickig als auch bockig kann – alles richtig gemacht also!
    Liebe Grüße, Änni

    *“Trotzig“ gilt zwar geschlechterübergreifend, ist aber natürlich ebenfalls ganz furchtbar

    Gefällt 1 Person

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