Eine Urlaubs-Häkelmütze für den Sohn – und warum ich keine Schafswolle verwende

Ihr Lieben, ich freue mich, dass ich heute nach gefühlten Ewigkeiten endlich mal wieder bei den Dienstags-Linkpartys mitfeiern kann. Und heute bin ich zur Abwechslung mal mit einem Häkelwerk am Start: Einer Häkelmütze für meinen Sohn.
Die Mütze ist dort entstanden, wo auch die Bilder entstanden sind, die heute zu sehen sind: Im Urlaub. Aufgrund der Abwesenheit meiner Nähmaschine häkle ich in Urlaubszeiten gern mal ein paar Runden 🙂 Und so war das auch bei dieser Mütze.
Bezüglich der Anleitung war ich auf der Suche nach einer eher enganliegenden Mütze, die auch fahrradhelmtauglich ist – das ist bei uns sehr wichtig. Fündig geworden bin ich letztendlich bei Stephi von „herzbotschaft“ . Ich habe mich an ihrem tollen Tutorial orientiert und, wie für das Alter empfohlen, die Größe M gehäkelt.
Bezüglich des Garns habe ich zu meiner absoluten Lieblingswolle gegriffen, von der glücklicherweise noch ein paar Reste im Fundus lagen: My Boshi No. 2.
My Boshi No. 2 besteht zu 85 % aus Bio-Baumwolle und 15 % aus Kapuk, einer Art Leinenfaser. Dadurch ist das Garn kuschelig und leicht zugleich, wodurch sich ein hoher Tragekomfort ergibt. Und, was für mich natürlich wichtig ist: vegan 🙂

Zum Thema Wolle möchte ich kurz einen kleinen, tierethischen Ausflug machen: Während das gute Image von Fell ja mittlerweile stark wackelt, so hat Wolle nach wie vor noch einen Ruf als nachhaltiger und „ethisch sauberer“ Rohstoff. Auch in der Nähszene sind gerade derzeit die Walk-, Wolljaquard- bzw. Mantelstoffe mit Wollanteil „hoch im Kurs“.

Quelle: Edgars Mission

Dabei ist gerade die „Wollindustrie“, also die Massentierhaltung von Schafen zur Wollproduktion, unendlich grausam. Doch das ahnen ganz viele Menschen nicht mal- und die Landwirtschaftslobby tut viel dafür, dass das so bleibt. Schon in Bauernhofbilderbüchern wird uns eingetrichtert, dass Schafe gerne geschoren werden – und dass das sogar notwendig ist, damit es den Schaften gut geht. Aber das ist himmelschreiender Blödsinn. Ohne die Einmischung des Menschen würden die Schafe keine Wolle in diesem Umfang produzieren, sondern nur soviel, wie sie selbst zum Überleben und zum Schutz gegen Kälte brauchen. Die Wollproduktion der Schafe wird durch das (häufige) Scheren sozusagen künstlich hergestellt.

Und, wie sollte es anders sein: Das Scheren der Schafe in Massentierhaltung ist ein für die Schafe blutiger, grausamer Prozess, im wahrsten Sinne „ohne Rücksicht auf Verluste“. Schwere Verletzungen der Schafe sind normal und werden billigend in Kauf genommen für das Ziel, möglichst schnell möglichst viel Wolle zu produzieren. Jene Schafe, deren „Wollleistung“ nachlässt, werden übrigens getötet, oft nach langen Tiertransporten um den halben Globus.
Wolle ist schlicht ein – auch gerade in der Handarbeitsszene – sehr gefragter Rohstoff, und den Preis für die hohe Nachfrage nach (natürlich möglichst günstigen) Mützen, Jacken, Meterwaren, Wollknäulen… zahlen wie so oft die Tiere. (Wer hier tiefer einsteigen will, kann dies gerne z.B. auf der Seite von PETA 2 machen.)
Lange Rede, kurzer Sinn: My Boshi No. 2 ist super  – mir persönlich macht nur schafloses Handarbeiten Spaß 🙂

Die Farbzusammenstellung der Mütze in grau-gelb-mint ergab sich übrigens aus besagter Resteverwertung. Ich hätte diese bewusst sicher nie so gewählt, aber nun sind wir alle ganz happy damit: Unser Sohn liebt die Mütze sehr und trägt sie „rauf und runter“. Gerade in der Übergangszeit ist sie perfekt.

Nach einem solchen Erfolgserlebnis frage ich mich, ob ich nicht doch auch ab und zu mal daheim häkeln sollte…:-)
So, dann darf das Mützchen jetzt noch zu Creadienstag, Dienstagsrunde, HoT und Häkelline.
Bis Donnerstag – dann wieder mit einem Nähwerk !
Alles Liebe wünscht Euch
Karin
Verwendete Wolle: My Boshi No. 2, gekauft bei Handarbeitswaren.de
Anleitung: Häkelmütze nach Tutorial von Herzbotschaft

 

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2 Gedanken zu “Eine Urlaubs-Häkelmütze für den Sohn – und warum ich keine Schafswolle verwende

  1. Hi,
    das mit der Wolle wußte ich so wirklich noch nicht…. erschreckend….
    Da werde ich wohl meine Wollewahl in Zukunft deutlicher unter die Lupe nehmen… 🤔🤔🤔🤔😓

    Liebe Grüße
    Rebecca 😉 🙂

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  2. Ein tolles schnelles Projekt!
    Ich bin bei dem Thema grundsätzlich auch sehr kritisch und versuche hauptsächlich Baumwolle zu verwenden, jedoch häufen sich hier auch Plastik-Anteile und es fällt mir schwer geeignete Hersteller zu finden, die eine breite Auswahl haben…

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