BlogHop: Warum ich nähe und blogge – Oder: Eine Liebeserklärung an das Nähen und das Schreiben

Um uns allen den November ein wenig zu versüßen, veranstalten Ronja von just sewn und Meike von Rundherumblog eine BlogHop-Tour. „Warum ich nähe und blogge“ – das ist die Leitfrage, die die beiden dafür ausgegeben haben. Ich fühle mich sehr geehrt, dabei sein zu dürfen – und lade Euch ein, heute bei mir ein bisschen „hinter die Näh- und Denk-Kulissen“ zu schauen. Heute wird es also irgendwie ein bisschen privater als sonst 🙂

Bevor das Hobby „Nähen“ in mein Leben trat, gab es bei mir nur ein  Hobby, bei dem ich mit riesengroßer Leidenschaft bei der Sache war: Das Schreiben. Ich liebe es, mir Handlungsstränge auszudenken, Figuren zum Leben zu erwecken, der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen, Liebschaften anzuzetteln… Kurzum: Geschichten zu schreiben, die ich selbst gerne lesen würde. Gefühlt schreibe ich, seit ich einen Stift halten kann. In Hefte und Blöcke, auf ausrangierten Schreibmaschinen und irgendwann am PC. Ich habe einige Workshops und Kurse im Bereich des „Kreativen Schreibens“ gemacht, viiiiiiiiiiiele Fachbücher und Autorenzeitschriften gelesen, hier und da etwas veröffentlicht… –  „Schreiben“ gehörte (und gehört!) ganz fest zu mir und gab es irgendwie schon immer.

Ja, und dann schenkte mir meine Frau vor gut zweieinhalb Jahren einen Gutschein für einen „Nähmaschinenführerschein“; und Kurs über zwei Abende für absolute Nähneulinge. Und als ich nach dem ersten Abend nach Hause kam – wir hatten das Einfädeln geübt und auf Papier Linien nachgenäht – sagte meine Frau zu mir: „Du hast so ein Leuchten in den Augen.“ Ja, und dieses Leuchten ist bis heute nicht erloschen, im Gegenteil. Das Nähen ist mit großer Wucht in mein Leben getreten – und hat tatsächlich, was ich niemals dachte, dem Schreiben Konkurrenz gemacht.

Heute bin ich in der glücklichen Lage sagen zu dürfen, dass ich zwei große Leidenschaften habe: Das Nähen und das Schreiben. Beide Hobbys holen mich an unterschiedlicher Stelle ab – und sind sich doch irgendwie auch ähnlich. Egal ob ich Kleidung (oder andere schöne Dinge) nähe oder es Figuren aus meinem Kopf auf Papier schaffen – beides sind kreative Schaffensprozesse, die mich beide auf ihre eigene Art sehr glücklich machen.

Sowohl beim Nähen als auch beim Schreiben liebe ich jede Facette des Prozesses. Und beides kann ich auch stundenlang vollkommen sinnfrei betreiben: Ich kann einen Abend lang nur „erste Sätze“ erfinden oder alle Knopflochvarianten meiner Nähmaschine ausprobieren. Es macht mir schlicht unglaublichen Spaß. Es ist also (nicht nur, aber auch) der Weg das Ziel, egal ob ich nähe oder schreibe. Beide Tätigkeiten schaffen es, meine Freude zu vergrößern, mich zu trösten oder nach einem schwierigen Tag mit neuer Kraft zu füllen.

Ja, und was könnte es dann besseres für mich geben, als über das Nähen schreiben zu dürfen? So war es wahrscheinlich irgendwie nur eine Frage der Zeit, bis ich zur „Nähbloggerin“ werden sollte. Ich blogge jetzt „ernsthaft“ wohl so etwas mehr als ein Jahr. Und das, was ich bisher hier erlebt habe, motiviert mich, es noch einige Zeit weiter zu machen. Es ist unendlich inspirirend, sowohl virtuell und mittlerweile (dank des Rhein-Main-Nähbloggertreffens) auch real in Kontakt mit anderen nähverrückten Bloggerinnen und Teil dieser großen „Nähgemeinschaft“ zu sein.

Doch schon nach meinen ersten Postings war mir klar: Ich selbst kann irgendwie nicht „nur“ über das Nähen schreiben. Meine „politische Seite“ kann, wenn ich schreibe, nicht stumm bleiben. Und so hat sie sich ganz schnell auf die Bloggerbühne gedrängelt. Die Linkparty „Menschen(s)kinder“ für Unisex-Kinderkleidung ist genau so eine politische Nähaktion wie auch die CSD-Link-Parade im vergangenen Sommer. Und dafür liebe ich das Bloggen sehr: Dass ich damit auch meinem politischen Denken – zumindest in kleinen Ausschnitten – Raum geben kann. Und vielleicht kann ich dadurch, dass ich auch meine lesbische Identität nicht verstecke, der einen oder anderen Näherin durch meine Offenheit ein bisschen Mut für ihr eigenes Coming Out mitgeben.

Ja, und was ist jetzt die Moral von der Geschicht? Folgt Eurem Herzen, findet eine (oder zwei!) große Leidenschaften, für die Ihr brennt. Egal, wie viel Energie Ihr hineinsteckt – Ihr bekommt das Vielfache davon zurück. Ermutigt auch Eure Mitmenschen, Eure Kinder, Eure Eltern dazu, auf die Suche nach dieser Kraftquelle zu gehen.


Meinen Beitrag zur BlogHop-Tour heute illustrieren ein paar Bilder aus meiner „Nähecke“, eine Ecke unseres Wohnzimmers, die ich ganz für meine Näherei belagern darf. Und ein Blick ins „Schreibbücherregal“ darf natürlich heute auch nicht fehlen.

Ich hoffe, Ihr habt jetzt auch Lust bekommen, alle Stationen des BlogHops zu besuchen! Den Anfang gemacht hat am 01.11.2017 die liebe Mareike von Rundherumblog (Was für ein großartiges Nähzimmer! :-)). Und nach meiner Wenigkeit heute folgen:

05.11.2017: Ines von Naehzimmerplaudereien
08.11.2017: Tina von Tina Blogsberg
10.11.2017: Gabi von made with Blümchen
12.11.2017: Melanie von Melinoliesl
15.11.2017: Susanne von Frau Nahtlust
17.11.2017: Karin von LOCKwerkE
19.11.2017: Maika von Maikaefer16
22.11.2017: Sandra von Eule im Schlafanzug
24.11.2017: Ronja von just sewn

Fühlt Euch eingeladen, in die Gedanken und Näh-Welten dieser wunderbaren, kreativen Bloggerinnen einzutauchen. Es wird sicher sehr inspirierend!

In diesem Sinne danke ich Euch für den Besuch bei mir, wünsche ich Euch einen kreativen November und weiterhin viel Spaß bei der BlogHop-Tour!

Karin

Linked @: Freutag (…denn es ist mir eine große Freude, bei der BlogHop-Tour dabei zu sein!)

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22 Gedanken zu “BlogHop: Warum ich nähe und blogge – Oder: Eine Liebeserklärung an das Nähen und das Schreiben

  1. Ein sehr schöner Beitrag, Karin! Man liest deine Begeisterung raus, und wie schön, dass deine Frau das mitträgt und euer Sohn davon profitiert! Ich lese deine Beiträge immer gern, auch und gerade wegen der klaren Meinungen darin, und vor allem freu ich mich über die fehlerfreien Texte. Da liest man die Übung raus! Viele Grüße, Meike

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  2. Liebe Karin,

    vielen Dank das du uns mit in dein allerheiligstes genommen hast…puuuh schreiben zu können war schon immer ein Wunsch von mir…ich kann es aber sicher nicht so toll wie du ….aber es reicht um das tollste Hobby der Welt zu bescheiben…die Handarbeit in all seinen Facetten. 🙂

    Einen tollen Freutag wünscht dir die Nähbegeisterte

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  3. Ich kann dich so gut verstehen! Schreiben und nähen (beziehungsweise sticken und patchworken, was ja aber beides auch ganz intensiv mit nähen zu tun hat) gehören auch zu meinen größten Leidenschaften. Im Moment werden beide ein bisschen vom Lesen zurückgedrängt, aber das verläuft bei mir halt auch phasenweise…

    Dass du dich mit deiner politischen Seite hier zeigst, mag ich ja ganz besonders gerne an deinem Blog. 🙂

    Liebe Grüße
    Sabrina

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  4. Wie toll. Ich bin immer gabz bewegt von solchen wunderschönen Werden-stories. So Tolle, wie du das beschreibst. Die Sache mit den ersten Sätzen geht mir gar nicht mehr aus dem Kopf. Ganz sicher werfe ich jetzt bei jedem Buch ganz besonders darauf achten. Ich wünsche Dir weiter ganz viel Freude und Feuer für deine Leidenschaften. Viele liebe Grüße maika

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  5. Liebe Karin,
    seit ich auf deinen Blog gestoßen bin, lese ich immer wieder gern bei dir, auch und gerade, weil es nicht nur ums Nähen geht.
    Ich freue mich auf viele weitere Beiträge von dir.
    Herzliche Grüße! Tina

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  6. Liebe Karin,

    das ist so ein toller, persönlicher Einblick. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie Du zum Bloggen gekommen bist. Die Bilder von Deiner Nähecke sind auch toll. Da hast Du Dir ein kleines Refugium geschaffen. Ich hab früher auch im Wohnzimmer genäht. Aber irgendwann wollte ich nicht mehr jeden Abend aufräumen müssen 🙂
    Ich kann total unterschreiben, dass man seine Leidenschaft zumindest zum Hbby machen sollte und pflegen muss. Ein toller Ausgleich zum Alltag ist das.
    Schön, dass Du bei unserer BlogHop-Tour mitgemacht hast.

    LG Mareike

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  7. Liebe Karin,
    danke für Deinen Blick auf das „Nähen&Bloggen-Thema“. Richtig gut schreiben zu können ist eine wunderbare Gabe – und schön, dass Du sie mit uns teilst. Auch die gesellschaftskritischen Anmerkungen bei Dir gefallen mir sehr (habe gerade den Nähboggerinnen-Post gelesen…), nicht vernichtend, sondern klug analysiert.
    Liebe Grüße
    Ines

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  8. Hallo Karin, danke für den inspirierenden Beitrag! Ich kann gut nachvollziehen, dass auf deinem Blog die politische Seite auch irgendwann zum Vorschein kam. Bei mir ist es ähnlich. Ursprünglich wollte ich auch nur über DIY und Nähen schreiben, aber das kritische Denken kann ich auf dem Blog auch nicht dauerhaft abstellen. So drängelt sich bei mir der ein oder andere Artikel über Nachhaltigkeit, Verhältnis von Mensch und Maschine, und anderes mehr unter der Kategorie „Kolumne“ auf die Bühne. Ich denke, mit einem Blog setzt man ein Statement und deswegen finde ich es auch gut, wenn man für seine Werte einsteht. Zum Beispiel für Vielfalt, egal in welchem Sinn, so wie du das ja auch machst.
    Liebe Grüße,
    Amely

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    1. Liebe Amely, danke für deine Worte und Dein Lob. Wie schön, dass Du auch das Nähbloggen mit dem Politischen verbindest. Ich finde auch, dass man als Bloggerin ja auch irgendwie „Meinungsbildnerin“ ist – und das kan man nicht nur den anderen überlassen 🙂 Liebe Grüße und Dir auch weiterhin viel Spaß beim politischen Denken und Bloggen! Karin

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  9. Liebe Karin,

    ich lese bei dir im Blog auch immer sehr gern, gerade auch wegen der politischen Themen, die du einfließen lässt.
    Schön, wie du zum Nähen gekommen bist und dass deine Frau das so toll unterstützt hat. In Kombination mit deinem Talent für’s Schreiben, ist der Blog natürlich das optimale Medium für dich um deine Leidenschaften zu verbinden 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Ronja

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  10. Liebe Karin,

    durch die BlogTour komme ich heute dich besuchen und lese mit Begeisterung deinen Post. Durch deine Schreibleidenschaft ist es für dich sicherlich etwas einfacher mit dem Bloggen. Gerade das Schreiben und ausführliche Berichten über meine Projekte fällt mir etwas schwerer (ich glaube, dass ich sehr gerne meine Arbeiten, Gedanken und Ideen mitteilen möchte, um z.B. meine Stickrahmen zu erklären. Vielleicht würde ein Schreiblehrgang mir gut tun? Ich finde es aber wichtig, dass die eigene Persönlichkeit immer wieder in den Posts zum Ausdruck kommt. Nur so ist man authentisch. Weiterhin viel Freude beim Nähen und Schreiben wünscht dir Karin.

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  11. Liebe Karin, das ist ja ein kraftvoller, inspirierender, ermutigender Beitrag geworden! Sehr spannend, Deine Leidenschaft zum Schreiben kennenzulernen. Gerade darum finde ich das Blog-Lesen auch so spannend, weil jede Bloggerin anders ist, und bisher konnte ich feststellen, dass sich das Bild, das ich mir von der Frau online gemacht hatte, dann auch beim realen Kennenlernen bestätigt hat. Das Bloggen hat mir eine ganze Reihe neuer, inspirierender, bereichernder Bekanntschaften beschert, virtuell aber auch real, und dafür liebe ich diesen Kanal sehr. Vielleicht klappt es auch bei uns einmal, das würde mich freuen. Liebe Grüße, Gabi

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  12. Liebe Karin,
    tatsächlich habe ich deinen Blog erst durch den BlogHop entdeckt. Zum Glück, denn was ich heute gelesen habe gefällt mir sehr gut und ich bin neugierig auf mehr. Dein Post liest sich wirklich wie eine Liebeserklärung. Leider tue ich mich beim Schreiben manchmal recht schwer, aber was das Nähen betrifft bin ich voll und ganz bei dir. Vielen Dank für den Einblick den du uns gewährst.
    Liebe Grüße, Sandra

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