Neue Linkparty: Menschen(s)kinder – Kinderkleidung für alle Geschlechter

Ich liebe es, Teil der Nähbloggerwelt zu sein. Täglich hole ich mir hier eine große Portion Inspiration und Lust auf 1000 neue Nähprojekte. Und ab und zu stolpere ich auch über einen „Beitrag mit Tiefgang“, der mich zum Nachdenken anregt bzw. in mir „mehr“ in Bewegung setzt als lediglich die Motivation, mich an die Nähmaschine zu setzen. Das ist wunderbar!
Schon länger trage ich selbst die Idee für eine Linkparty für Kinderkleidung mit mit herum, die jedoch einen klein wenig „anderen Blick“ hat und hier und da ein Denkanstoß sein könnte.

Tada (Trommelwirbel und Konfettiii) – die Linkparty heißt:

Menschen(s)kinder! Kinderkleidung für alle Geschlechter

Gerne möchte ich ein paar Worte darüber verlieren, worum es mir bei dieser Linkparty geht. Ich fange mit einem kleinen Beispiel an:
Zeigt man Erwachsenen ein Baby, mit der Bitte, das Kind zu beschreiben, passiert folgendes: Sagt man, das Baby sei ein Mädchen, beschreiben es die Erwachsenen als zart, klein, zierlich, sensibel, schüchtern….. Sagt man dagegen, das Baby sei ein Junge, wird das exakt gleiche Kind als robust, stämmg, neugierig, aufgeweckt, sportlich… beschrieben. Wir machen eben die „Geschlechterschublade“ auf. Wir treten dem gleichen Kind völlig anders gegenüber.

Beispiele wie dieses gibt es massenhaft und für alle Altersstufen. Die Wissenschaft belegt (zumindest für mich immer unangenehm) deutlich, dass die Kategorie „Geschlecht“ unser Verhalten gegenüber Kindern massiv beeinflusst. Wir haben an das gleiche Kind ganz andere Erwartungen, eben: geschlechterbezogene Erwartungen.

Wie schwer das für ein Kind (selbst im Erwachsenenalter) ist, zu erfahren, die geschlechterbezogenen Erwartungen der Eltern nicht zu erfüllen, davon kann ich als lesbische Frau ein lautes Lied singen. Seit meinem ersten Tag hat meine Umwelt, sprich: vor allem meine Eltern, von mir, einem Mädchen, erwartet, dass ich mich weiblich verhalte, als Jugendliche Jungs interessant finde und eben irgendwann einen männlichen Partner an meiner Seite habe. Vor einigen Jahren habe ich dann als Frau eine Frau geheiratet und damit in meiner Familie für viel Unmut gesorgt. Dann habe ich zwar zumindest die Erwartung, Mutter zu werden, erfüllt. Aber: Ich war nicht schwanger. Das war nämlich meine Frau. Dass ich trotzdem 100 Prozent Mama bin, mein Sohn mein Kind ist, obwohl ich nicht die biologische Mutter bin – das können viele nicht nachvollziehen. Die (biologischen) Erwartungen sind einfach andere. Jetzt, als Regenbogenfamilie, stellen wir endgültig alle Geschlechtererwartungen auf den Kopf. Unser Sohn (!) wächst ohne Vater auf, aber mit 2 Müttern. Damit sorgen wir nicht selten bei (erwachsenen) Menschen für Verwirrung, große Unsicherheit bis hin zu Aggression. (Gerne berichte ich im Blog ein bisschen aus unserem Leben als Regenbogenfamilie, und den Skurilitäten, die wir erleben, wenn Interesse besteht…).

Und noch einen weiteren Aspekt möchte ich andenken: Es gibt auch sehr viele Kinder, die keinem Geschlecht zuzuordnen sind – intersexuelle Kinder. Mit Zahlen dazu tut sich die Statistik schwer, niedrigste Schätzungen beginnen bei 1500 Neugeborenen in Deutschland pro Jahr. Und leider ist es immer noch der Regelfall, dass in diesen Fällen eine „operative Geschlechtsanpassung“ erfolgt. Statt die Annahme natürlicher Zweigeschlechtlichkeit zu hinterfragen, werden die Kinder „passend“ gemacht. Wie fasst es der LSVD so schön zusammen: „Diese Operationen sind keine Heileingriffe, sondern verletzen das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit, Selbstbestimmung und Würde von intergeschlechtlichen Menschen und verstoßen gegen die UN-Kinderrechtskonvention.“

Gut, das geht alles jetzt ziemlich weit und die wenigsten von uns werden für intersexuelle Kinder Unisex-Kleidung nähen. Aber, ich finde: Wie man das Blatt auch wendet: Es lohnt sich auf alle Fälle, das eigene Denken und Handeln bezüglich der Kategorie „Geschlecht“ zu hinterfragen und sowohl sich als auch unseren Kindern damit mehr Freiheit zu schenken! Ich nehme mich da übrigens, trotz meiner eigenen Erfahrungen, in keinster Weise aus…

Und da kommen wir wieder zu meiner neuen Linkparty 🙂 Viele nähende Mamas fangen genau deswegen mit dem Nähen von Kinderkleidung an, weil die vorhandene Kaufkleidung unerträglich geschlechterstereotyp ist: Dunke Piratenshirts für Jungs, rosa Slimjeans für Mädchen. Als Näherinnen haben wir plötzlich die Chance, einfach schöne, kindgerechte Kleidung zu nähen. Sehr viele Schnitte sind sowieso geschlechterübergreifend und die meisten Kleidungsstücke, abgesehen von Kleidern und Drehröcken, funktionieren für alle Kinder 🙂
Aber: Auch in der Näh(blogger)welt wird oft penibel darauf geachtet, dass ein Kleidungsstück am Ende doch auf das Geschlecht hinweißt. Da wird z.B. ein an sich neutraler Body mit Bündchen oder Rüsche schnell mal „zurechtgerückt“ (auch hier nehme ich mich nicht aus).

Vielleicht kann „Menschen(s)kinder“ hier ein bisschen zum Umdenken anregen – hin zu allen Farben zwischen rosa und blau für alle Kinder, hin zu bequemen Schnitten mit viel Platz für Körper und Seele! Wenigstens ab und zu die Geschlechterschublade einfach mal zuzulassen…das wäre doch toll!? Nicht immer, aber ab und zu?
Die Geschlechtsidentität bildet sich sowieso aus. Aber ich bin überzeugt, dass wir mit Kleidern „ohne Geschlechterstempel“ den Kindern das unbewusste Signal geben: Sei einfach Du! Du bist in Ordnung, und zwar genau so, wie Du bist! Du kannst so männlich, so weiblich, so sensibel, so rebellisch, so stark und so schwach sein, wie Du bist! Und eben nicht, wie es die Geschlechterschablone vorsieht….

So wird die Linkparty „Menschen(s)kinder“ folgende Regeln haben:
* Verlinkt werden können Blogbeiträge über Kleidung für Säuglinge, Kinder und Jugendliche (0-18 Jahre), die geschlechtsunabhängig ist – also von Jungs und Mädchen gleichermaßen getragen werden kann. Das Kleidungsstück lässt (zufällig oder bewusst) keinen Rückschluss auf das Geschlecht des Kindes zu – es ist einfach kindgerecht.
* Der Blog-Beitrag stammt aus dem jeweiligen Monat.
* Die Angabe der verwendeten Schnitte und Stoffe wäre toll 🙂

Die Linkparty wird monatlich stattfinden. Es wird immer ein Rückschau dazu geben. Die Mai-Party startet heute!

Und ich will heute gleich mit einem Erstlingsset eröffnen: Genäht habe ich ein Set aus Mütze, Halstuch und Hose aus dem wunderschönen, GOTS-zertifizierten Wale-Jersey von Stoff und Stil (den habe ich auch schon bei diesem Mützenset verwendet). Auch das mintfarbene Bündchen ist von dort. Die Mütze stammt aus dem Buch „Alles Jersey…Babys und Kids„, die Hose ist die Babyhose von Klimperklein, das Halstuch ein Freebook aus dem Bernina-Blog.

Tragen wird das Set übrigens ein Regenbogenbaby zweier guter Freundinnen 😉

So, nun bin ich gespannt, wir die neue Linkparty bei Euch ankommen wird! Ich freue mich wahnsinnig auf Eure Beiträge! Bitte einfach unten auf das Fröschchen klicken – und los gehts! Nehmt gerne das Logo mit und erzählt von „Menschen(s)kinder“ 🙂

Alles Liebe wünscht Euch
Karin

Stoff: Wale-Jersey von Stoff & Still organic, Bündchen von Stoff & Stil
Schnitte: Halstuch: Freebook aus dem Bernina Blog; Mütze: Buch „Alles Jersey – Babys und Kids„; Hose: Babyhose von Klimplerklein (über Dawanda)
Linked @: Menschen(s)kinder, Bio-Stoff-Linkparty, Ich näh BioCreadienstag, Dienstagsdinge, Handmade on Tuesday, Sew Mini

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40 Gedanken zu “Neue Linkparty: Menschen(s)kinder – Kinderkleidung für alle Geschlechter

  1. Hallo, toller Blogbeitrag.
    Ich bin zwar keine Regenbogen-Mama, aber ich kenne dieses „Problem“ nur zu gut. Auch bei mir war das ein Grund mit dem Nähen anzufangen (unter anderem ;-)). Ich finde es furchtbar wie reduziert die Bekleidung auf das Geschlecht heutzutage ist. Deine Linkparty finde ich toll!!! Es wird Zeit da ein wenig umdenken anzustoßen. Es bedeutet ja nicht, gewisse Aspekte der Kleidung völlig wegzulassen, aber diese Einschränkungen sollten durchbrochen werden. Ein gutes Beispiel bei uns war ein Nachmittag auf dem Spielplatz. Meine Tochter hatte nur blaue und türkise Sachen an. Ein kleiner Junge setzte sich zu ihr und fing an mit ihr zu spielen. Ich fand das toll, aber ich dachte mir schon, dass er sie für einen ihn hält. Was sich auch bewahrheitet hatte. Er war ganz verdutzt als ich ihm sagte das unsere Tochter ein Mädchen sei. Da sagte er „..aber sie trägt gar kein rosa…“. Da sagte ich ihm mit einem Lächeln „…du trägst dafür kein Blau.. .“. Ich fand es schon interessant wie früh so was anfängt…

    Deine Idee finde ich jedenfalls toll und ich bin schon sehr gespannt was es so gibt 🙂 🙂 🙂

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  2. Ja super, da könnte ich praktisch all meine Kinderkleider verlinken. Ich liebe Unisex-Kleidung und war ganz verwirrt, als mir neulich erklärt wurde, dass Punkte für Jungs eher untypisch wären. Herrje, offensichtlich sind nicht mal mehr die Grundformen für alle da! Aus Protest nähe ich gerade immer einen Mädchenschnitt für meinen Jungen – sieht kein Mensch 😉
    Liebe Grüße, Änni

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    1. Liebe Änni, danke für Deine Worte und Danke für Deine Verlinkung – als erste! Yeah! Ich habe, als ich mir die Gedanken zu meiner Linkparty machte, oft gerade auch an „Deine“ Beispiele gedacht. Um so mehr freut es mich, dich gleich als erste dabei zu haben. Ja: Und das „Punkte-Thema“ hatten wir hier auch schon. Es ist wirklich zum Haare-Raufen. Herzliche Grüße! Karin

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  3. Hallo Karin ich verstehe gut was du meinst, als unsere Tochter zur Welt kam ist mein Mann fast durchgedreht bei all den rosa Bodys 😀 Aus Trotz haben wir unsere Tochter bei den Krankenhaus Bildern in einen braun gelb gestreiften Retro Pulli gesteckt 😬 Die Familie war gar nicht begeistert und wir fanden es toll. Auch ich nähe dadurch! Nun ist sie 8 und steht auch mal auf Flammen und schwarze Kleidung und auch mal auf ein Rosa Tütü, aber wir können es selbst entscheiden. Ich schließ mich gerne der Linkparty an.
    Grüße Sabrina

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    1. Liebe Sabrina, danke für Deinen motivierenden, lieben Worte! Und danke, dass Du dabei bist 🙂 Gelb-gestreifter Retro-Pulli hört sich für mich wunderbar an – ich steh aber auch voll auf retro 🙂 Und wenn ich von dem Weg höre, den ihr geht, ermutigt mich das sehr! Alles Liebe und weiter so! Herzliche Grüße! Karin

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  4. Liebe Karin,
    ich habe keine Kinder und werkle auch nicht für anderer Leute Nachwuchs, aber ich habe mich dennoch gerade unheimlich gefreut, diesen Post zu lesen. Gerade bei Kinderkleidung ist mir auch in den gerne gelesenen Blogs ganz häufig richtig fiese Geschlechterkonstruktion aufgefallen. Warum mich das stört, weißt du offensichtlich, du hast im Beitrag oben alles und noch mehr dazu gesagt, was auch in meinem Kopf so vorgeht. 😉

    Abgesehen vom konkreten Postthema: Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn du mehr über euren Alltag als Regenbogenfamilie schreiben wollen würdest! Ich finde es immer spannend, über verschiedene Familienmodelle zu lesen. Wenn der Rest deiner Familie damit einverstanden ist: Hier sitzt eine interessierte Leserin. 🙂

    Liebe Grüße,
    Sabrina von Stitched Teacups (momentan mit Kommentarschwierigkeiten bei WordPress)

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    1. Liebe Sabrina, vielen lieben Dank für Deinen wunderbaren Kommentar! Vielleicht kommt ja mal ein Kind in den Genuss, etwas von Dir „Gewerkeltes“ anzuziehen – es wäre sicher großartig 🙂 Und danke auch für Deine Rückmeldung in Sachen „Regenbogenfamilie“ – ich werde mal sehen, was sich machen lässt! Liebe Grüße! Karin

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  5. Liebe Karin,
    eine wunderbare Linkparty! Bei uns ist es genau so – unsere Tochter trägt grün, blau, rot, braun, … aber manchmal auch rosa. Selten, aber eben manchmal. Trotzdem käme es für mich nicht in Frage, die Kleidung für unsere Tochter im Laden zu kaufen. Der Stil, die Aufschriften auf Shirts, die Schnitte sind schrecklich und teilweise unerträglich. Genau so bei Jungssachen – kaum etwas ohne grässliche Monster oder Fahrzeuge… Deine Linkparty besuche ich sicher öfter und kann bestimmt immer mal was dazu beitragen.
    Lieben Gruß
    Mara Zeitspieler

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    1. Liebe Mara, danke für Deine lieben Worte und Deine Verlinkung! Ich bewundere oft die Sachen der kleinen Zeitspielerin (und freu mich auch schon auf die Sachen der „Verstärkung“, die im Anmarsch ist :-)) – man sieht, dass Du sehr bewusst mit den „Geschlechterschubladen“ umgehst und Dir eben auch einfach kindgerechte, schöne Kleidung wichtig ist. Danke, dass Du dabei bist! Liebe Grüße, Karin

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  6. Liebe Karin, ich finde die Idee hinter deiner Blogparty super.
    Meine Tochter hat zwar irgendwie vor ein paar Monaten mit der rosalilapink Phase angefangen, aber letztes Jahr wurde sie mit kurzen Haaren und Fußball-Outfit auch öfter sofort für einen Jungen gehalten. Ich fand es auch interessant woran die Kinder die Geschlechter festmachen. Im Schwimmbad hat mal ein kleiner Junge seine Mutter gefragt, warum der Junge (meine Tochter mit kurzen Haaren) einen Badeanzug trägt. Ich hoffe ich kann in nächster Zeit noch öfter bei deiner Blogparty dabei sein.
    LG Verena

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  7. Hi 🙂 schöne Idee, diese Linkparty. Da machen wir doch gleich mal mit! Ein großer Stapel Unisexkleidung liegt sowieso schon bereit…

    Aber vor allem habe ich mich sehr gefreut, zufällig über deinen Blog zu stolpern, denn auch bei uns ist gerade ein Regenbogenbaby unterwegs und wir nähen beide leidenschaftlich gerne. Wie schön, von Gleichgesinnten zu lesen!

    Viele liebe Grüße, Madeleine

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    1. Liebe Maleleine! Wie wunderbar, herzlichen Glückwünsch Euch zur Schwangerschaft! Das ist ja bei jeder werdenden Familie ein epochales Ereignis, aber Regenbogenbabys setzen einfach nochmal mehr Energien frei 🙂 Ich wünsche euch eine wunderbare Zeit, viel Freude beim Mini-Klamotten-Nähen und würde mich total freuen, jedes Teil hier zu sehen 🙂 Liebe Grüße! Karin

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  8. Hallo Karin! Tolle Idee! Mein Babybub trägt (zwar) viel blau, ich mag die Farbe einfach, aber generell, also auch für mich. Wäre er ein Mädchen geworden, wäre bei uns sicher auch nicht so viel rosa/lila/pink eingezogen, denn das ist gar nicht so meins. Gerade gestern wurde er wieder wegen der langen Haare und der ‚Klimperaugen‘ (lange Wimpern) für ein Mädchen gehalten. Trotz blauer Jacke. Das find ich immer gut!!! Ich freu mich schon in nächster Zeit auch bei deiner Linkparty dabei zu sein!
    GLG Bea

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    1. Liebe Bea, danke für Deine lieben Worte! Ich freue mich total drauf, Werke von Dir in der Linkparty begrüßen zu dürfen! Auch Deine Werke hatte ich immer vor Augen, als ich über meine Linkparty-Idee nachsinnierte. Du bist einfach auch jemand, die mit Farben und Geschlechterschubladen bewusst umgeht 🙂 Herzliche Grüße! Karin

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  9. Liebe Karin, ein toller Artikel!
    Bei dem Thema rennst du bei mir offene Türen ein.
    Ich bekomme immer, immer, immer Pickel wenn ich auf FB o.ä. die Frage lese ob dies oder jenes auch für ein Mädchen/ Junge tragbar wäre…
    Vorallem mein großer Sohn liebt lila, rosa, Glitzer, Haarklammern, Ketten und Pferde… Woher auch immer er das hat… Aber nun gut. Er mag die Sachen sehr gerne und ich bin, dank der Näherei auch in der Lage ihm den Wunsch zu erfüllen (ok, bis auf’s Pferd ;-)). Und ich finde es toll, dass er da seinen eigenen Kopf hat und sich auch (noch) nicht um die Kommentare seiner Kindergarten-Freunde kümmert.
    Wenn ich mal einen doofen „das ist doch für Mädchen“-Kommentar o.ä. mitbekomme, kann ich einfach nicht anders als mich einzumischen. Gerade bei Erwachsenen… Und dabei geht es gar nicht drum, dass es zu meinem Kind gesagt wurde, sondern ums Prinzip.
    So trafen wir vor einiger Zeit einen KiGa-Freund des Großen mit Schwester und Mutter auf der Straße und er fragte mich, warum der Kleine eine rosafarbene Mädchen Hose tragen würde. Die Hose, war zwar bordeaux-rot und eine stinknormale Jeans, aber er ließ sich nicht von seiner Meinung abbringen. Auf meine Frage hin, ob seine Schwester denn ein Junge sei, sie habe ja eine blaue Jacke an, war er doch ein bisschen empört. Aber es hat ihn ins Grübeln gebracht. Zum Schluss stellte er sogar fest, dass sein Vater regelmäßig rosa Hemden trage würde und auch kein Mädchen sein… Ob diese Erkenntnis dazu führt, dass er demnächst die Geschlechterschuble zu lässt, bezweifel ich zwar, aber für den ersten Augeblick war er doch ziemlich geplättet 😉

    Kurz um – ich freue mich auf deine Linkparty.
    Liebe Grüße Miriam

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    1. LIebe Miriam, danke für deinen wunderbaren Kommentar! Ich freue mich sehr, dass Du die Linkparty gut findest! Wie toll, dass Sein Sohn seinen eigenen Stil haben darf und Du ihn darin bestärkst! Warum Pferde nur was für Mädchen sein sollen, macht mich z.B. auch verrückt. Selbst die Tierwelt ist geschlechternormiert, oder was? Affenshirts nur für Jungs, Katzen nur für Mädchen…? Es ist verrückt. Aber auch sehr cool, dass Du den Vater zum Nachdenken gebracht hast. Steter Tropfen höhlt den Stein 🙂 Ich freue mich schon sehr auf Beiträge von Dir in der Linkparty!! Danke und liebste Grüße! Karin

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  10. Eine Linkparty gegen das Schubladendenken finde ich super! Unsere Jungs tragen ganz bewusst auch einen bunten Mix an Anziehsachen und wurden mit gelbem Pullover beide schon für Mädchen gehalten.
    Dem Großen habe ich auch schon ein Kleid genäht, dass er ab und zu zum „schick machen“ anzieht. Sein aktueller Lieblingspulli ist gelb mit pinkfarbenen Katzen, am liebsten in Kombination mit pinken Socken und roter Hose…
    Viele Grüße, Tina

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    1. Liebe Tina! Danke für deine Worte! Und wie schön, dass Deine Kinder „bunt“ tragen 🙂 Und das „gelb“. ne Mädchenfarbe ist, ist unglaublich, oder? Unser Sohn findet auch Röcke super, weil die so luftig sind 🙂 Ja, Kinder haben da einfach einen ganz anderen Blick auf die Dinge, wenn man sie nur lässt… Liebe Grüße! Karin

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  11. Huhu, ich finde diesen Link Up total super! Ich war schon immer auf dieser Schiene unterwegs. Meine Kids sind jetzt schon groß (Junge 11, Mädchen 9 und 5 Jahre) aber ich nähe auch sehr gern für die Babys meiner Freunde und Bekannten. Meinem Sohn stand schon immer orange und rot toll und ich wollte von Anfang an gern Sachen haben, die ein Geschwisterkinder – egal ob Junge oder Mädchen – dann noch tragen könnte. Vor allem bei teureren Sachen wie Matschklamotten, Jacken, Schneeanzügen habe ich das meist so praktiziert. Damals gabs Matschklamotten leider oft nur in marine oder rosa und meine „armen“ Töchter mussten dann eben mit den dunkelblauen Matschsachen vorlieb nehmen. Bei Schuhen find ich es auch ganz schlimm – habe meinen Töchtern oft Jungsschuhe gekauft, da mir hellrosa Wildlederschuhe zu schmutzanfällig waren.
    Meine Mädels liebten bzw lieben noch Kleider – diese sind aber auch mal gelb/orange/olivgrün bei mir oder aus Autostoff.
    Kann ich eigentlich auch ältere Blogbeiträge verlinken?
    Gerade habe irgendwie eine Nähblockade und keine Lust was zu nähen aber ich hoffe das gibt sich bald. EIne Freundin bekommt im Herbst ein Baby und es ist noch nicht bekannt, was es wird.
    Das wäre ja gleich ein willkommenes Versuchskaninchen *hihi*
    Liebe Grüße
    Salo

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    1. Liebe Salo, danke für deine lieben Kommentar! Du sprichst mir aus dem Herzen. Ja, und in punkto Schuhe gebe ich Dir total recht: Ich bin im Schuhladen oft „froh“, dass ich bei den Jungsschuhen schauen darf – die Mädchenschuhe sind ja oft nicht zu ertragen. Rosa Glitzer-Schuhe mit Absatz in Größe 20…. Zu Deiner Frage: Bitte nur Beiträge aus dem aktuellen Monat verlinken… Aber vielleicht kann Dich ja der Nachwuchs Eurer Freunde aus der Nähblockade lösen, so ein Mini-Set wie oben ist flotti genäht und erfreut das Herz 🙂 Wie auch immer, ich freue mich schon sehr auf einen Beitrag von Dir hier in der Linkparty – ich hoffe, es wird sie länger geben! Liebste Grüße, Karin

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  12. ohne jetzt alle kommentare durchgelesen zu haben: geiler scheiß! ich habe ein zeitlang mal bei dieser made4boys sache mitgemacht. mittlerweile fühle ich mich da nicht mehr wohl. allerdings habe ich da auch mal ganz provokativ die puppe für meinen neffen reingepackt. pah!
    zu intersexualität fiel mir eine „faustregel“ ein, die ich mal gelesen habe: es gibt so viele intersexuelle menschen, wie es rothaarige gibt. die ausprägungen sind da ja natürlich variabel. bei einem menschen fällt das mehr auf, beim anderen weniger. vor allem wenn ich das mit meinen lernenden thematisiere mag ich dieses beispiel gerne, weil es ein bisschen das „abnorme“ nimmt. zumindest meiner erfahrung nach.
    und was den ganzen geschlechtskonstruktivistischen kackscheiß angeht: spätestens in kindergarten oder schule ist es vorbei mit aller neutralität und leg dich bloß nicht mit erziehenden oder lehrenden an. die meisten sind so heteronormativ, das es zum wegrennen ist. ausnahmen bestätigen hier die regel. es sei denn es geht um behinderte menschen. da wird geschlecht auf einmal total schnell zweitrangig… herrje, ich höre auf zu schwafeln und gehe endlich das gewünschte kleid für meinen neffen nähen und blogeinträge zu diesen themen schreiben *lach* danke für diese linksammlung. ich nehme das mal in meine morgige netzfundsammlung mit.
    liebe grüße,
    jule*

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    1. Liebe Jule, danke für deinen wunderbaren Kommentar! Und die Aussage, dass es so viele intersexuelle Menschen gibt wie rothaarige, finde ich genial und absolut vorstellbar! Die Spielarten der Natur sind eben vielfältiger als die Schubladen in den Köpfen! Und Deine Erfahrungen mit Erzieher/innen und Lehrer/innen kann ich nur bestätigen…ich werde wohl doch auch noch den einen oder anderen Post darüber schreiben müssen… Danke auch, dass Du „Menschen(s)kinder“ in Deine Netzfundesammlung aufgenommen hast 🙂 Liebste Grüße! Karin

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  13. Welch tolle Idee! Ich freue mich sehr darüber. Ich bemühe mich beim Nähen von Kinderkleidung, die gängigen Geschlechtsstereotypen zu druchbrechen – wenn ich bei der Beschreibung von Stoffen auf „Mädchenstoff“ oder „Stoff für coole Jungs“ stoße, klappen sich mir die Zähennägel hoch!
    Und deinen Text dazu finde ich auch sehr spannend! Von der Statistik hatte ich bisher noch nichts gehört und ich hätte nicht gedacht, dass es tatsächlich so viele intersexuelle Neugeborene gibt. Aber mit Sicherheit wird das auch einfach meistens unter den Teppich gekehrt.
    Also, ich freue mich sehr!
    Viele Grüße
    Antje

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    1. Liebe Antje, danke für Deine lieben Worte! Ja, „Mädchen- und Jungsstoffe“ finde ich auch ungefähr so schrecklich wie Mineralwasser für Mädchen und Jungen (habe ich tatsächlich letztens stehen sehen…). Und ja, ich glaube auch, dass Intersexualität gerne versteckt wird…ein totales Tabu-Thema. Liebe Grüße! Karin

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  14. Liebe Karin, vielen Dank für die Einladung hierher – ich freu mich sehr, und finde die Idee Deiner Linkparty genial!
    Tatsächlich war das einer der Gründe, warum ich angefangen habe, für meine Tochter – und später dann auch für meinen Sohn zu nähen: Dass ich die Schubladen unbedingt vermeiden wollte. (Und ich freu mich, dass meine Tochter inzwischen genau so denkt!) Ich werd auf jeden Fall öfter hier vorbeischaun,
    lg, Steffi

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  15. Ha!Großartig!!! Du sprichst mir aus der Seele! Ich bin Mama eines 8 jährigen Burschen, dessen Kleidung seeeeehr viel bunter ist als übliche Bubenkleidung. Das funktioniert, weil ich einfach ALLES fr ihn selbst nähe. Seit Jahren. Und er kann sich wünschen was er möchte. Und Kinder in dem Alter wollen nicht nur Kahki/Dunkelblau oder Rosa/Blümchen. Da gibts ein Dazwischen! Ich verstehe einfach nicht, warum Männer denken manche Farben passen nicht zu ihnen – von Geschlechts wergen nicht… wie armselig. Mein Sohn soll das gesamte Spektrum ausschöpfen können. So viel auch zum Thema Nähbloggereinnen klein machen. Wir sind Meinungsbildner. Und das ist gut so. Hab dieses Monat keine Kinderkleidung, aber das kommt noch!

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  16. Liebe Karin, ich stoße spät, aber mit Überzeugung dazu: Meine Söhne mache ich mit Glitzerstoff und gelegentlichen Kleidern für den Kleinen glücklich, genauso aber auch mit Piratenstoff und Raketen. Wie schön, dass sich hier eine Gruppe von Menschen findet, für die „schön“ keine Frage von „passenden“ Farben und Motiven ist.
    Ich ärgere mich oft genug, wenn Kleidung für Jungen ohne Bagger, Traktoren, StarWars oder Ballsportmotive überhaupt nicht zu bekommen ist. Elsa, rosa Rüschen, Einhörner und Hello Kitty gefallen mir aber genauso wenig, egal für welches Geschlecht. Und in der Mitte zwischen Baggern und Elsa herrscht oft gähnende Leere. Meinen Jungs kaufe ich außer Schuhen und UV-Kleidung überhaupt nichts mehr und nähe bunt. Fast immer, wenn ich Mädchenmütter benähen will, wünschen die sich „alles außer Rosa“. Ich glaube, du triffst mit deiner neuen Linkparty in eine ganz große Lücke.
    Und zum Thema Regenbogenfamilie: Wir haben auch Freundinnen mit einer gemeinsamen Tochter, für die sie Mami und Mama sind. Dem Kind ist doch ganz lange wurscht, was der Begriff „biologische Eltern“ bedeutet. Aber ich fand teilweise schockierend, was sie aus dem Leben als Regenbogenfamilie berichten, zum Beispiel zum Ablauf einer Stiefkindadoption (Stichwort: Jugendamtsbesuch zur Überprüfung der „geeigneten“ Umgebung!!!). Ich wünsche euch und eurem Sohn mehr Selbstverständlichkeit von euren Gegenübern und eine glückliche Familienzeit!
    Liebe Grüße, Meike

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    1. Liebe Iggy, wie schön, dass du verlinken willst. Du kannst immer in der Linkparty vom laufenden Monat verlinken, also aktuell im Juni. Die Mai-Linkparty ist geschlossen. Geh am besten oben über das Menü, oder über den aktuellen Blogpost auf der Startseite, dann solltest Du richtig landen… Ich freu mich schon! Liebste Grüße, Karin

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