Näh-Nerd-Interview: Heute mit Bea von „Bea’s Kreativblog – genäht für LittleJo“

Ich freue mich sehr, dass ich für das heutige NNI Bea, Schreiberin und Näherin des Blogs „Bea’s Kreativblog“, gewinnen konnte. Bea ist, wie sie über sich selbst sagt, „von der schlimmsten Form des Nähvirus“ infiziert und zeigt auf Ihrem Blog vor allem Kinderkleidung, die sie für ihre beiden kleinen Söhne näht. Und dass sie das mit ganz viel Liebe macht, sieht man jedem Teil an 🙂 Da ich selbst einen kleinen Buben zu Hause habe, sind mir Bea’s Kreationen oft Inspiration. Außerdem schätze ich ihren – im besten Sinne – bescheidenen, schlichten und vor allem werbefreien Web-Auftritt.

Viel Spaß mit nun mit dem heutigen NNI und Vorhang auf für Bea!

Liebe Bea, an welchem Nähprojekt arbeitest Du denn gerade?

Ich habe aktuell zwei Pullis für meine Jungs zugeschnitten. Zur Geburt vom Babybuben habe ich zwei Bügelbilder bekommen, einen Bären mit „kleiner Bruder“ und einen mit „großer Bruder“! Die sollen dann da drauf. Ich freu mich jetzt schon, wenn die Jungs sie gemeinsam tragen.

An wie vielen Nähprojekten arbeitest Du meistens gleichzeitig?

Hm, es sind doch schon immer mehrere… vielleicht 3-4. Ich habe immer gaaanz viel im Kopf – aber jetzt als Zweifachmama viel zu wenig Zeit. Momentan habe nicht mal mehr einen Abend in der Woche zum Nähen, da der Babybub sehr schlecht schläft. Was aber schnell geht: Zuschneiden. Daher liegen oft schon mehrere Teile zugeschnitten bereit, bis ich irgendwann Zeit für die Ovi habe. Dann mache ich ein paar Nähte. Und bei der nächsten Gelegenheit geht’s dann weiter mit ein paar (wenigen) Nähte … es ist leider ewig her, dass ich mal einen ganzen Pulli an einem Tag geschafft habe…

Hast Du einen UFO-Stapel? Und falls ja: Lässt Du uns daran teilhaben, was da momentan darauf liegt?

Hm, ja, manchmal bleiben die oben genannten angefangenen Teile auch länger liegen, weil ich wieder was Neues zuschneide und dann wieder und wieder zuschneide… Meistens setze ich mir dann aber irgendwann selbst ein „Stopp“ – was bedeutet: Ich darf nix neues Zuschneiden, bevor die angefangenen Teile fertig gestellt werden!

Mindestens so schön wie das Nähen selbst ist ja das Einkaufen dafür. Wenn Du jetzt von mir den Auftrag bekämst, für 150 € online Stoffe und Nähzutaten zu shoppen, und zwar binnen der nächsten 10 Minuten: Wo würdest Du den Warenkorb befüllen und womit?

Ha, da Du auch noch die Zeit dazu stoppen willst, und 10 min. wirklich schnell um sind, würde ich – ohne groß nachzudenken – zu Michas Stoffecke gehen. Denn da habe ich kürzlich meine liebsten Basic-Stoffe geshoppt, und die Auswahl ist riesig. Daher fällt mir der Shop gerade auf die Schnelle ein.

Apropos Stoffkauf: Hast Du ein Stoffkaufbudget? Oder anders: In welchem Umfang sind Stoffvorräte Deiner Meinung nach angemessen?

Also ich könnte mir gut vorstellen viele, viele tolle Stoffe in diversen Farben toll geordnet in einem riesigen Schrank zu haben. Wenn ich Platz und auch Zeit hätte, daraus die komplette Garderobe für uns zu nähen, hätte ich dabei sicher nicht mal irgendwelche Gewissensbisse. Die Realität sieht aber so aus, dass ich absolut keinen Platz habe, Zeit ja auch nicht und daher mag ich auch nicht viele Stoffe haben. Zu viele Stoffe würden mich stören. Mein Stofffach misst ca. 60×60 cm! Dazu eine Restekiste für Jersey und eine Kiste für Baumwollreste.

Woher beziehst Du in der Regel die Schnittmuster, nach denen Du nähst? Gibt es Labels, bei denen Du praktisch jeden Schnitt blind kaufst?

Dass ich einem bestimmten Schnittmuster-Ersteller besonders mein Herz geschenkt hätte, ist nicht der Fall. Ich habe mir das erste Buch von Pauline Dohmen zwar gleich gekauft (mein einziges Nähbuch überhaupt), aber auch da finde ich bei Weitem nicht alles toll. Wenn ich mal kurz darüber nachdenke: Ich bin im Großen und Ganzen mit 5 Schnitten (für Kinder) glücklich. Davon sind 2 gekauft und 3 Freebooks. Und die sind alle von verschiedenen Labels. Die Freebooks sind:
* Der Regenbogenbody von Schnabelina (wird bei mir zu Body und Shirt)
* Die Kinderhose von Näähglück
* Die 10-min.-Leggins von Mopseltrine (ist leider nicht mehr im Netz zu finden)
* Pullover BeeStyle von BeeKiddi (als eBook gekauft – den nähe ich seit März 2015 rauf und runter)
* Jacke von Klimperklein (als eBook gekauft)

Angenommen, jemand will Dir Deine Traumnähmaschine schenken – womit würde man Dich glücklich machen? Auf welche(r) Maschine(n) nähst Du?

Ich nähe auf einer W6 Nähmaschine N 1235/61 und einer N 454D Overlock und bin damit zufrieden, weil ich auch einfach keine Zeit habe, mich damit zu befassen, welche Maschine der Porsche unter den Maschinen ist. Glücklich würde man mich machen, wenn sich jemand regelmäßig um die Wartung und Reinigung der Ovi kümmern würde 🙂

Kommen wir zur inspirierenden Literatur: Gibt es denn eine Nähzeitschrift, die Du schätzt und regelmäßig kaufst (oder gar abonniert hast)? Was hältst Du von Näh-Büchern? Wie viele stehen in Deinem Bücherregal?

Ein einziges Buch besitze ich (s.o.) und dann hat sich meine Mutter, die auch näht, eine Zeit lang die Ottobre gekauft. Das war’s dann aber auch schon.

Apropos Inspiration: Wie vielen Näh-Blogs folgst Du? Was muss ein Blog ausmachen, dass es auf Deine Follow-Liste kommt?

So 50-60 sind es vielleicht. Ich habe da keine festen Kriterien. Erst waren es welche, auf denen ausschließlich Kinderkleidung gezeigt wurde. Aber wenn ich beim Stöbern auch mal auf was anderes Nettes stoße, dann kann es schon sein, dass ich dort auch öfter vorbei schaue.

Meinst Du, es lohnt sich, seine Fremdsprachenkenntnisse aufzufrischen, um z.B. auch die französische oder spanische Näh-Bloggerwelt mitzunehmen? Wie hältst Du es mit dem internationalen Surfen?

Für mich lohnt es sich definitiv nicht. Denn Fremdsprachen mochte ich noch nie und da weiß ich wirklich besseres mit meiner Zeit anzufangen als da noch Energie reinzustecken! Außerdem bin ich ja eher der Typ „weniger ist mehr“ und leicht mit (einfachen) Basic-Schnittmustern zufrieden zu stellen.

Zum Abschluss: Welche Nähtechnik würdest Du gerne besser beherrschen?

Nähtechnik? Ich würde meine Ovi gern komplett beherrschen (bspw. den Rollsaum). Aber auch da bleibe ich lieber bei dem, was ich kann, als dass ich die Bedienungsanleitung wälze oder Nähvideos schaue.

Welche Nähtechnik arbeitest Du „a la Bea“ – also anders, als das die Fachbücher empfehlen (z.B. Abnäher von der Spitze her nähen)? Was ist Dein ultimativer Geheim-Tipp?

Ich glaub da gibt es nichts! Ich weiß es nicht. Dazu müsste man vielleicht auch Fachbücher gelesen haben 🙂

Liebe Bea! Herzlichen Dank, dass Du Dir für das Näh-Nerd-Interview Zeit genommen hast!

Ich danke dir, dass ich dabei sein durfte!

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