Näh-Nerd-Interview: Heute mit Ronja von „Just sewn“

just-sewn_logoIch freue mich sehr, dass ich für das heutige NNI Ronja, Schreiberin und Näherin des Blogs „Just sewn“, gewinnen konnte. Ronja zeigt auf ihrem liebevoll gepflegten Blog vor allem Taschen aller Größen und Formate und ist damit regelmäßig bei Linkpartys wie „HoT“  oder „RUMS“ dabei. Auch schreibt sie tolle Tutorials. Ich finde ihren Stil – und auch die Bilder ihrer Werke – sehr ansprechend und unverkennbar. Ich hätte selbst gern das Talent, meine selbstgenähten Dinge so wunderbar in Szene zu setzen. 🙂
Ronja liebt übrigens Projekte mit „schnellen Näherfolg“ – und macht mit dem Zeigen genau dieser Werke sicher gerade auch sehr vielen Anfängerinnen Mut.

Und nun viel Spaß mit dem heutigen NNI und Vorhang auf für Ronja!

Liebe Ronja, an wie vielen Nähprojekten arbeitest Du meistens gleichzeitig?

Meistens arbeite ich nicht mehr als an ein bis zwei Projekten zur gleichen Zeit. Wie du so schön geschrieben hast, mag ich ja den „schnellen Näherfolg“, dazu gehört auch, dass Projekte ihren Abschluss finden. Außerdem ist bei mir platztechnisch das parrallele Arbeiten an mehreren Dingen kaum möglich.

An welchem Nähprojekt arbeitest Du denn gerade?

obstsbeutel-aus-tuell-naehen-just-sewnTäschchen natürlich 😉 Zuletzt habe ich ein paar Obstbeutel aus Tüll genäht, damit ich beim Einkaufen auf diese dünnen Plastikbeutel verzichten kann. Demnächst möchte ich gerne die Tasche Mia von Pattydoo nähen, der Schnitt liegt schon eine Weile bereit ;). Außerdem läuft gerade ein Probenähen, an dem ich teilnehmen darf, dazu verrate ich aber noch nichts 🙂

Hast Du einen UFO-Stapel? Und falls ja: Lässt Du uns daran teilhaben, was da momentan darauf liegt?

Einen UFO-STAPEL in dem Sinne habe ich nicht, höchstens Projekte für die Material bereit liegt oder solche, für die schon Skizzen und Pläne vorhanden sind, aber eben nur im Kopf und auf Papier. Wenn ich ein Nähprojekt anfange, bin ich da auch verbissen und stelle es so schnell wie möglich fertig. Allerdings gibt es einen „Ausbessern“-Stapel für Projekte, die ich eigentlich schon abgeschlossen habe, an denen aber noch die ein oder andere Änderung oder Verbesserung vorgenommen werden soll. Den versuche ich aber klein zu halten und mindestens alle paar Wochen mal abzuarbeiten.

Mindestens so schön wie das Nähen selbst ist ja das Einkaufen dafür. Wenn Du jetzt von mir den Auftrag bekämst, für 150 € online Stoffe und Nähzutaten zu shoppen, und zwar binnen der nächsten 10 Minuten: Wo würdest Du den Warenkorb befüllen und womit?

Puh, das überfordert mich gerade ein wenig 😉 Wahrscheinlich würde ich bei Snaply meine Vorräte an SnapPap wieder auffüllen, denn die gehen gerade zur Neige. Außerdem könnte ich dort gleich noch ein Patchwork-Lineal mit in den Warenkorb legen und meinen Vorrat an KamSnaps aufstocken (die matten bekommt man woanders leider oft nicht).

Kannst Du Deine drei liebsten Stoff-Labels nennen? (Wie) Verfolgst Du, was sie neues auf den Markt bringen?

Ein ganz klares Nein 😉 Dafür gibt es einfach zu viele tolle Label, ich kaufe einfach, was mir gefällt, am liebsten direkt vor Ort im Stoffladen mit Fühlprobe und Stoffe aneinander halten. Marktneuheiten bekomme ich in der Regel auf Nähblogs mit, oft auch direkt auf den Seiten der Hersteller oder eben im Stoffladen.

Apropos Stoffkauf: Hast Du ein Stoffkaufbudget? Oder anders:  In welchem Umfang sind Stoffvorräte Deiner Meinung nach angemessen? 🙂

Angemessen ist, was man mit seinem Gewissen vereibaren kann 😉 Über meine eigenen Vorräte würden viele Näherinnen vermutlich nur lachen, denn da horte ich tatsächlich nicht viel. Ich nähe ja weitaus mehr, als ich auf dem Blog auch zeige und da geht eben einiges an Stoff drauf. Dazu kaufe ich meistens nur kleine Mengen oder Precuts, die schnell verarbeitet sind. Die Restekisten sind dafür immer voll 😉 Ein festes Budget habe ich hinsichtlich des Stoffkaufs aber nicht, das kommt halt immer drauf an, wie viel ich mir leisten kann/will.

Angenommen, jemand will Dir Deine Traumnähmaschine schenken – womit würde man Dich glücklich machen?

Eine sehr schwere Frage. Meine nächste Maschine wird wahrscheinlich eine Pfaff Ambition Essential, da ich denke, dass sie meinen (derzeitigen) Ansprüchen auf jeden Fall gerecht wird und preislich erschwinglich ist. Dazu sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich bisher (seit meinen Nähanfängen vor knapp 3 Jahren) auf einer eher günstigen Haushaltsnähmaschine nähe und da eigentlich alles eine Verbesserung darstellt.

Findest Du, dass eine Covermaschine das Nähleben erleichtert? Hast Du eine?

Nein, habe ich nicht. Dafür nähe ich zu wenig Kleidung (und da fast ausschließlich mit Webware).  Bei anderen bewundere ich aber gerne die dekorativen Covernähte 🙂

Woher beziehst Du in der Regel die Schnittmuster, nach denen Du nähst? Gibt es Labels, bei denen Du praktisch jeden Schnitt blind kaufst?

noodlehead-zippy-wallet-just-sewnWer meinen Blog regelmäßig liest, weiß wahrscheinlich, dass ich kaum nach fertigen Schnittmustern nähe und mir meine Schnitte am liebsten selbst zusammen tüftle – das ist für mich ein Teil, der zum Nähen dazugehört. Also ganz was eigenes machen 🙂 Allerdings gefallen mir die Noodlehead Taschenschnitte sehr, die werde ich wahrscheinlich fast alle mal nähen.

Kommen wir zur inspirierenden Literatur: Gibt es denn eine Nähzeitschrift, die Du schätzt und regelmäßig kaufst (oder gar abonniert hast)? Was hältst Du von Näh-Büchern? Wie viele stehen in Deinem Bücherregal?

Ich blätter gerne mal durch verschiedene Näh- und DIY-Zeitschriften, abboniert habe ich allerdings keine. Meistens sind das dann Spontankäufe. Lediglich ein Nähbuch habe ich im Regal: Nähen – Das Standardwerk vom Topp-Verlag. Dort schlage ich immer mal wieder nach, wenn es um Nähtechniken oder Tipps zur Verarbeitung verschiedener Stoffe und Materialien geht. Sehr zu empfehlen und sicher gerade auch für Anfängerinnen hilfreich.

Wie vielen Näh-Blogs folgst Du? Was muss ein Blog ausmachen, dass es auf Deine Follow-Liste kommt?

Oh, das sind einige 🙂 Ich schätze mal um die 50, wahrscheinlich mehr, wobei es bei einigen thematisch auch sehr gemischt zugeht. Wichtig an einem Blog finde ich eine sympathische Schreibe mit einer Prise Humor. Wir sollten uns alle selbst nicht so ernst nehmen 😉 Aussagekräftige Bilder und kurze Erklärungen zum Gezeigten finde ich aber auch wichtig.

Meinst Du, es lohnt sich, seine Fremdsprachenkenntnisse aufzufrischen, um z.B. auch die französische oder spanische Näh-Bloggerwelt mitzunehmen? Wie hältst Du es mit dem internationalen Surfen?

Englischsprachige Nähblogs lese ich sehr gerne, schon von Beginn an. Ich denke, auch wer schon länger aus dem Englischen raus ist, sollte mal einen Versuch wagen und in solche Blogs schauen. Anderssprachige Blogs habe ich ehrlich gesagt nie gelesen, aber bestimmt lohnt es sich auch da mal ein Auge offen zu halten, wenn zumindest Grundkenntnisse in der jeweiligen Sprache noch vorhanden sind, also trifft das für mich eher nicht zu 😉

Zum Abschluss: Welche Nähtechnik würdest Du gerne besser beherrschen?

Leiterstich! Klingt banal, aber so richtig gut gelingt der mir nie.

Welche Nähtechnik arbeitest Du „a la Ronja“ – also anders, als das die Fachbücher empfehlen? Was ist Dein ultimativer Geheim-Tipp?

Hier muss ich passen. Bestimmt nähe ich nicht alles „fachlich richtig“ und mache manches anders, aber um dazu etwas sagen zu können, müsste ich erstmal wissen, wie es fachlich richtig ist 😉 Nähen habe ich im Grunde „frei Schnauze“ gelernt.  Mein Geheim-Tipp: Bügeln, was das Zeug hält! Ist aber nicht geheim 😉

Liebe Ronja! Herzlichen Dank, dass Du Dir für das Näh-Nerd-Interview Zeit genommen hast!

Ich danke, dass ich dabei sein durfte! 🙂

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