Auf der Patchwork-Schulbank oder: Ein Patchwork-Anfängerkurs und seine Folgen…

gruener-naehen-patchwork-kurs-3Bisher drehte sich mein (noch recht junges) Näh-Leben ja eher um das Nähen von Kleidung  – bisher! Denn seitdem mir das Christkind einen Gutschein für die Teilnahme an einem Einsteiger-Patchwork-Workshop unter den Baum gelegt hat, ist nix mehr, wie es war 🙂 bzw. ist meine Nähleidenschaft um eine weitere Facette gewachsen: Patchwork! Doch der Reihe nach:

Ich habe als Bewohnerin des Rhein-Main-Gebiets das unverschämte Glück, einen ganz wunderbaren Stoffladen für Quilterinnen (der von Makerist übrigens auf Platz 4 der schönsten Stoffläden der Republik gewählt wurde ) in der Nähe zu haben: Die Quiltmanufaktur in Frankfurt. Inhaberin ist Andrea Kollath. Viele kennen Andrea als Bloggerin und eine der 6 Köpfe des aktuellen Patchwork-Sew-Alongs „6 Köpfe – 12 Blöcke“.

Bis zu meinem Kurs hatte ich vom Patchworken tatsächlich überhaupt keine Ahnung. So war ich auch ein wenig irritiert, als Andreas Mail kam, was wir den zum Kurs mitzubringen hätten:

Eine Nähmaschine mit Inch-Nähfuß (Hab ich den?), ein Inch-Lineal (Wieso schon wieder Inch?), eine Jelly Roll ( Hää?), außerdem eine spitze Schere, Rollschneider und Schneidematte (da wusste ich, was gemeint ist…)

Ich durchsuchte das Zubehör meine Nähmaschine und siehe da: Ich hatte tatsächlich einen Inch-Nähfuß zu Hause! Was es nicht alles gibt! Das Inch-Lineal bestellte ich kurzerhand im Internet, und nachdem ich in Erfahrung gebracht hatte, was eine Jelly Roll ist (ein Bündel verschiedener, zusammenpassender Stoffstreifen), entschloss ich mich, diese bei Andrea im Laden zu kaufen.

gruener-naehen-patchwork-kurs-1Vor gut 2 Wochen war es dann endlich soweit: Es ging auf die Patchwork-Schulbank. 6 Frauen, teilweise mit echt langer Anreise und beeindruckenden Nähmaschinen, waren gekommen. Noch bevor es richtig los ging, hatte ich die Qual der Wahl, meine Jelly Roll auszusuchen. Ich entschied mich für eine Mischung von Uni-Stoffen, deren Auswahl mich an die Farben des Regenbogens erinnerte. Als Kontraststoff für die Mitte und den Bereich um die Blöcke herum („Sashing“) entschied ich mich, für einen weißgrundigen Stoff, welcher so aussah, als hätte man ihn in eine Schreibmaschine eingespannt und „zugetextet“: Moda Sweetwater Volume II. Die Kombination gefiel mir auf Anhieb sehr.

Unser Nähobjekt war ein Block, der auf den schönen Namen „Lock Cabin“ hörte. Und als Andrea sagte, dass unser Ziel für den Workshop sei, ein Quilttop aus sage und schreibe 12 Blöcken zu nähen, staunte ich nicht schlecht. Ich hatte mit einem sehr kleinen Objekt gerechnet…und sah mich plötzlich am Ende des Tages mit einer (fast fertigen) Sofadecke auf der Couch sitzen…Wahnsinn.

Dann ging es an den Zuschnitt. Andrea erklärte uns, auf was es zu achten gilt, wie man den Rollschneider am besten benutzt (vom Körper weg!) , wie man das Inch-Lineal anlegt usw., usw. …
Und während wir Teilnehmerinnen unsere Streifen dann kurz und klein schnitten, erklärte uns Andrea etwas über Farbkombinationen und mögliche Anordnungen –  dieser Theorieteil hätte lange weiter gehen können, so interessant fand ich ihn! Andrea glüht einfach für die Quilterei und versprüht das mit jeder Silbe!

Dann gings ans Nähen. Und wieder hatte ich viele Aha-Effekte, denn beim Patchworken galten plötzlich ganz andere Näh-Regeln: Kein Versäubern, kein Verriegeln…ich war wieder ganz baff. Das Nähen der Blöcke machte einfach nur Spaß! Und als ich meinen ersten bunten Block in den Händen hielt, war ich echt stolz 🙂
gruener-naehen-patchwork-kurs-4Ich schaffte übrigens im Rahmen des Workshops (als Langsamste im Kurs) 6 Blöcke. Die übrigen 6 habe ich mittlerweile zu Hause genäht.

Und wenn ich diese so vor mich auf den Boden lege, bin ich echt beeindruckt! Patchworken hätte ich mir echt nicht zugetraut 🙂 Das meditative Moment, das beim Nähen der Blöcke entsteht, ist wirklich unvergleichlich und wohl das, was man „Patchwork-Zauber“ nennt!
Für alle Schritte, die nun bist zur fertigen Sofa-Decke zu tun sind, hat uns Andrea ebenfalls ausgestattet. Mal sehen, wann es soweit ist, aber momentan bin ich noch sehr von der Patchwork-Anfangs-Euphorie beflügelt, dass ich voller Zuversicht bin, das Ding zu Ende zu bringen.

So lautet mein Fazit:

Danke, liebes Christkind, für diesen wunderbaren Gutschein! Die Teilnahme hat mir eine ganz neue, in Inch-Einheiten denkende, Näh-Welt mit einer noch völlig anderen Form von Kreativität eröffnet! Und neuerdings schaue ich nicht mehr „nur“ nach Stoffen für Kleidung – sondern zum Leidwesen des Sparstrumpfs auch noch nach Patchwork-Stoffen….

So, und nun dürfen meine ersten 12 Patchwork-Blöcke in der Dienstagsrunde vorbeischauen!

Und wer von Euch Lust auf einen Kurs bei Andrea Kollath bekommen hat, dem empfehle ich, auf der Webseite der Quiltmanufaktur vorbeizuschauen!

Stoffe: Jelly Roll by Quiltmanufaktur; Kontraststoff: Moda Sweetwater Volume II

Linked @: Creadienstag, Dienstagsdinge, Handmade on Tuesday

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5 Gedanken zu “Auf der Patchwork-Schulbank oder: Ein Patchwork-Anfängerkurs und seine Folgen…

  1. na, patchworken ist doch eigentlich pipifax. aber sei gewarnt: sobald du angefixt bist, wirfst du keinen fitzel stoff mehr weg. es könnte schließlich teil einer patchworkdecke werden *lach*
    ich nähe mittlerweile jedes jahr eine patchworkdecke. so bekomme ich meine sucht ganz gut gedeckelt. und kuschelige decken fürs sofa.
    liebe grüße,
    jule*

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