Das Näh-Nerd-Interview: Heute mit Anna von Zwergstücke

Das Näh-Nerd-Interview geht in dies nächste Runde! Alle 2 Wochen möchte ich Euch im Rahmen eines Näh-Fachsimpel-Gesprächs eine Näh-Bloggerin mit Herz und Humor vorstellen (hier habe ich das noch ein bisschen ausführlicher erläutert).

Ich freue mich sehr, dass ich für das heutige NNI Anna, Schreiberin und Näherin des Blogs „Zwergstücke“, gewinnen konnte. Anna ist eine wunderbare, auf ihren Bildern immer ansteckend strahlende „Gute-Laune-Näh-Bloggerin“. Von ihr genähte Sachen haben Stil und Charme und Ihre Blogposts darüber sind immer authentisch, oft sehr witzig und einfach stets lesenwert!  Und nicht zuletzt durch ihre Linkpartys wie  „Montagsfreuden“ oder „Weibsdinge“ sorgt Anna dafür, die Näh-Community jede Woche ein Stück enger zu vernetzen 🙂

Viel Spaß mit nun mit dem heutigen NNI und Vorhang auf für Anna!

anna-zwergstueckeLiebe Anna,

lass uns mal ein wenig über Deine Nähprojekte sprechen: An wie vielen Nähprojekten arbeitest Du meistens gleichzeitig?

Puh, gute Frage. Normalerweise schließe ich ein Projekt gleich ab, da es mir extrem schwer fällt etwas aus der Hand zu legen was ich angefangen habe. Aber es liegen immer mindestens 3 Sachen zur Reparatur in meinem Körbchen, die da lange schlummern müssen ;-).

An welchem Nähprojekt arbeitest Du denn gerade?

So wirklich an einem Kuscheltier von Kullaloo. Im Kopf an mehreren Oberteilen und Röcken und einem Geldbeutel für einen Geburtstag. Stoff liegt für ganz viel anderes parat…

Hast Du einen UFO-Stapel? Und falls ja: Lässt Du uns daran teilhaben, was da momentan darauf liegt?

Jein. Ich habe hier immer etwas rumliegen, was eigentlich repariert werden sollte… das zähle ich nicht zu UFOs  ;-). Aber einige unvernähte Stoffe, die zu konkreten Projekten gehören und meine To-Sew-Liste der praktischen Dinge für den Kerl und den Haushalt wird immer länger (z.B. Flaggen-Patches an den Reiserucksack nähen) … die könnte man dazu zählen…. Dann wären es so zehn bis 15 Sachen…

Mindestens so schön wie das Nähen selbst ist ja das Einkaufen dafür. Wenn Du jetzt von mir den Auftrag bekämst, für 150 € online Stoffe und Nähzutaten zu shoppen, und zwar binnen der nächsten 10 Minuten: Wo würdest Du den Warenkorb befüllen und womit?

Parallel bei Snaply (Kork, Kunstleder, Ösen….), Nähkaufhaus (Gurtband und anderes Taschenzubehör), Alles für Selbermacher (Stoffe und Zubehör) und bei 1000 Stoff. Wahrscheinlich würden vor allem Strickstoffe, Uni- Jersey, Uni-Sweat und ein, zwei Stoffe mit größeren Mustern in den Korb wandern.

Kannst Du Deine drei liebsten Stoff-Labels nennen?

Ehrlich? Ich habe keine liebsten Stoff-Labels. Da ich mustermäßig meinen eigenen Kopf habe gibt es eigentlich kein Label, das konkret meinem Geschmack entspricht. Ich gehe da sehr nach Gefühl einkaufen, am liebsten mit Anfassen im Stoffladen hier! Ok, bei Wachstuch steh ich total auf A.U.maison. Aber auch nicht auf alle Muster 😉

Apropos Stoffkauf: Hast Du ein Stoffkaufbudget? Oder anders:  In welchem Umfang sind Stoffvorräte Deiner Meinung nach angemessen? 🙂

Nein, ich habe kein Budget…wäre aber eigentlich mal clever ;-). Mein Vorrat ist eindeutig zu groß. An sich bin ich der Meinung, dass man nur Stoff für das aktuelle Projekt daheim haben sollte. Sehr unrealistisch, da wird mir wahrscheinlich jede zustimmen ;-).

logo2016-zwergstueckeAngenommen, jemand will Dir Deine Traumnähmaschine schenken – womit würde man Dich glücklich machen?

Aktuell bin ich mit meiner Pfaff Quilt Ambition 2.0  mehr als zufrieden und vermeide es auch, mich an bessere Modelle zu setzen, da ich nicht in Versuchung geraten möchte. Irgendwann würde ich meine Overlock gerne gegen ein neueres Modell eintauschen, allerdings habe ich keine Ahnung gegen welches, damit beschäftige ich mich dann zu gegebenem Zeitpunkt…

Findest Du, dass eine Covermaschine das Nähleben erleichtert?

Darüber hatte ich beim letzten Nähtreffen schon lange Gespräche. Mir wurde erklärt, welche Vorteile eine Covermaschine in den Augen anderer Näherinnen hat , aber mir haben sie sich leider nicht erschlossen. Mit meiner Zwillingsnadel komme ich beim Säumen super zurecht und sehe damit dementsprechend keine Verbesserung für meinen Nähalltag. Zugegebenermaßen sind die Verzierungen mit der Cover wirklich schön anzuschauen, das kann ich nicht bestreiten, aber ich würde es glaube ich zu wenig nutzen.

Woher beziehst Du in der Regel die Schnittmuster, nach denen Du nähst? Gibt es Labels, bei denen Du praktisch jeden Schnitt blind kaufst?

Pattydoo und Schnittchen mag ich wirklich sehr gerne. In Büchern stöbere ich auch oft, aber an sich bin ich da wild gemischt unterwegs. Ich habe meine Evergreens und ansonsten schaue ich einfach, was mir gefällt oder verändere altbekanntes so, dass es zum Stoff und meinem  Kopfkino passt.

Du hast sie gerade schon erwähnt, die inspirierende Literatur: Gibt es denn eine Nähzeitschrift, die Du schätzt und regelmäßig kaufst (oder gar abonniert hast)? Was hältst Du von Näh-Büchern? Wie viele stehen in Deinem Bücherregal?

Ich stöbere uuuuunheimlich gerne! Und was Bücher angeht habe ich bei Nähbüchern das gleiche Problem wie bei Kochbüchern: Ich kann nicht dran vorbei gehen, habe aber so viele zu Hause, dass ich verhältnismäßig wenig daraus nähe. Allerdings finde ich es oft ganz hervorragend, was die Autoren sich überlegen und unterstütze das auch gerne durch den Kauf. Dass ich wenig daraus nähe tut mir nicht weh, das Lesen genieße ich. Zeitschriften sind da noch schlimmer… Abonniert habe ich die Handmade Kultur, die Cut und die DIY kaufe ich sehr regelmäßig wenn ich auf meinen Zug warten muss. Aber auch anderes nehme ich oft mit, wenn es mich anspricht. Es muss schon immer mindestens eine Sache drin sein, die mich fasziniert ;-). Bei einigen Nähbüchern habe ich aber auch das Problem, dass ich jeden Schnitt in irgendeiner Form schon habe – da muss auch immer irgendwas Besonderes am Buch sein, dass es mitdarf. 8 Bücher stehen hier übrigens. Die Zeitschriften zähle ich lieber nicht ;-).

Apropos Inspiration: Wie vielen Näh-Blogs folgst Du? Was muss ein Blog ausmachen, dass es auf Deine Follow-Liste kommt?

Uih. Einigen. Unzählbar. Allein durch Instagram werden es immer mehr. Ab und an lösche ich auch mal welche aus meiner Liste, aber an sich klicke ich auch nicht ständig jeden Blog durch, den ich abonniert habe. Wenn mich ein Titel, ein Thema eines Artikels anspricht, dann lese ich ihn, ansonsten wird weiter gescrollt.  Ich mag vor allem authentische Blogs, bei denen man merkt, dass da auch wirklich ein Mensch aus Fleisch und Blut mit Herz und Seele dahinter sitzt. Wer nur auf Klickzahlen aus ist und ein Gewinnspiel nach dem anderen postet, kommt nicht auf meine Liste. Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch „kommerziellen“ Blogs folge. Wenn es jemand schafft mit sich als Marke Geld zu verdienen und trotzdem interessant und ehrlich bleibt, dann lese ich das auch gerne. Wir stecken alle Arbeit in unsere Blogs, das kann man sich ruhig auch bezahlen lassen.

Meinst Du, es lohnt sich, seine Fremdsprachenkenntnisse aufzufrischen, um z.B. auch die französische oder spanische Näh-Bloggerwelt mitzunehmen? Wie hältst Du es mit dem internationalen Surfen?

Für mich nicht. Die deutschsprachige Bloggerwelt ist schon so ein weites Feld, ich habe ja nicht einmal diese erschlossen. Und das ist auch nicht mein Ziel. Das Leben 1.0, mein Job, meine Hobbys  und meine Privatkontakte stehen immer noch an erster Stelle und bekommen die größte Zeit geschenkt. Den Rest verbringe ich mit Bloggen, Recherchen und als allerletztes im Netz. Ist keine Zeit übrig, dann muss das eben warten, ganz ohne Stress. Wenn ich jetzt noch anfangen würde international zu surfen, dann würde mir das nicht gut tun.

Zum Abschluss: Welche Nähtechnik würdest Du gerne besser beherrschen?

Hmmm… ich kämpfe immer mal wieder mit den Ausschnitten meiner Oberteile. Das muss ich eindeutig perfektionieren. Ansonsten fehlt mir manchmal generell der Perfektionismus. Zählt „sich Zeit nehmen für ein Nähwerk“ zu Nähtechniken? Dann wäre das wohl mein Favorit ;-).

Welche Nähtechnik arbeitest Du „a la Anna“ – also anders, als das die Fachbücher empfehlen? Was ist Dein ultimativer Geheim-Tipp?

Abnäher und ich haben zu wenig Übung miteinander, aber vielleicht sollte ich das von der Spitze mal testen, Selmin von tweedandgreet schwört ja da drauf ;-).  Nahtzugabe füge ich (wenn überhaupt) immer per Augenmaß zu.  Und man findet ein paar Oberteile mit „faulem Saum“, am Ärmel oder am Hals – soll heißen, sie sind entweder unversäumt (bei nicht-fransendem Stoff) oder nur mit der Overlock umkettelt. Ich mag das, Oma kann sich das nicht anschauen. Ansonsten müsstest du mich einfach mal beobachten, vielleicht fällt dir ja was auf, was ich ganz anders mache als du :-D.

Liebe Anna! Herzlichen Dank, dass Du Dir für das Näh-Nerd-Interview Zeit genommen hast!

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