Näh-Nerd-Interview mit Marina von Metterlink

Heute ist wieder Interview-Zeit bei mir 🙂 Vor zwei Wochen konnte ich Euch das erste Näh-Nerd-Interview präsentieren. Und auch heute hat wieder eine mega-interessante Interview-Partnerin meine Einladung zum Näh-Fachsimpel-Gespräch angenommen: und zwar Marina, Schreiberin des Blogs „Metterlink“.
Von Marinas Nähkünsten kann man sich nicht nur bei RUMS regelmäßig überzeugen. Ihr Stil ist schick, aber alltagstauglich – und absolut inspirierend. Ihre authentischen Blogposts sind darüber hinaus immer mit Hingabe und Liebe zum Detail geschrieben. Und nicht zuletzt durch
ihren großartigen „Jeans-Sew-Along“ hat Marina vielen Näherinnen zu ihrer ersten selbstgenähten Jeans verholfen.
Auch heute habe ich wieder alle Firmen/Adressen etc., die Marina im Interview nennt, entsprechend verlinkt. Aber nun: Viel Spaß mit nun mit dem heutigen NNI und Vorhang auf Marina von Metterlink!

metterlink-05480548Liebe Marina,
wie viel Prozent Deiner Weihnachts-/Oster-/Geburtstagsgeschenkwünsche drehen sich um das Thema “nähen”?
Sagen wir es mal so: Mein Maschinenpark (bei drei Maschinen kann man schon von einem Park
sprechen :)) waren alles Geschenke. Also ja, fast alle Geschenke drehen sich darum. Und ebenfalls gute Geschenke sind Gutscheine zum Stoffe einkaufen. Da darf dann hin und wieder auch was in den Warenkorb, was sonst dort vielleicht nicht gelandet wäre. Andererseits ist das wiederum nicht so toll für das Stofflager 😉

Lass uns mal ein wenig über Deine Nähprojekte sprechen: An wie vielen Nähprojekten arbeitest Du meistens gleichzeitig?
Eigentlich immer nur an einem. Es kam vielleicht doch mal vor, das es zwei parallel waren, weil einlangwieriges Projekt durch ein wichtiges, schnelles Projekt ergänzt wurde, aber ich will immer erst fertignähen, bevor ich etwas Neues anfange.

An welchem Nähprojekt arbeitest Du denn gerade?
Momentan bin ich gerade dabei, für unseren Nachwuchs, der im Februar auf die Welt kommen
soll, Klamotten zu nähen. Und eine Patchworkdecke will ich noch machen. Und ich brauche noch eine gemütliche Hose. Also die To-Sew-Liste ist wie immer lang!

Hast Du einen UFO-Stapel?
Nein. Was ich angefangen habe, will ich auch fertig nähen. Am liebsten noch am gleichen Tag. Und wenn ich tatsächlich mal ein Problem habe, dann lege ich es bis zum nächsten Tag auf die Seite und probiere es mit frischem Kopf noch einmal. Meist sind dann die Probleme vom Vortag gleich vergessen.

Mindestens so schön wie das Nähen selbst ist ja das Einkaufen dafür. Wenn Du jetzt von mir den Auftrag bekämst, für 150 € online Stoffe und Nähzutaten zu shoppen, und zwar binnen der nächsten 10 Minuten: Wo würdest Du den Warenkorb befüllen und womit?
Ich würde mich wohl für das Stoffbüro entscheiden. Denn hier gibt es einige Stoffe, die nur aus
Vernunft noch nicht im Warenkorb gelandet sind. Aber bei solch einem Freifahrtsschein wäre das
ja die ideale Gelegenheit.

header-neuKannst Du Deine drei liebsten Stoff-Labels nennen? (Wie) Verfolgst Du, was sie neues auf den
Markt bringen?
Meine drei liebsten Stofflabel? Also auf jeden Fall “Alles für Selbermacher”, “Stoffbüro” und beim
dritten bin ich offen für alle anderen Labels 🙂 Bewusst verfolgen tue ich es nicht, aber wer
regelmäßig Blogs liest, kriegt das auch so schnell mit. Oder auf Facebook. Oder Instagram 🙂

Apropos Stoffkauf: Hast Du ein Stoffkaufbudget? Oder anders: In welchem Umfang sind
Stoffvorräte Deiner Meinung nach angemessen?
Momentan schäme ich mich ein wenig für meine Stoffvorräte… Deshalb ist das eine schwierige
Frage. Ein Budget in dem Sinne habe ich nicht, wäre aber sicher sinnvoll. Eigentlich versuche ich
nach Bedarf zu kaufen und bei jedem Stoffkauf schon ein Projekt im Kopf zu haben. Als es jetzt
jedoch darum ging, Stoffe für die Babykleidung zu kaufen, bin ich regelrecht eskaliert. Denn Reste habe ich für Babykleidung auch schon viele gesammelt. Und man braucht ja immer nur so wenig von den Stoffen… Also mein Vorsatz: Erstmal keine Stoffe kaufen und wenn, dann muss das wirklich für das eine Projekt notwendig sein. So. Wer hilft mir, mich daran zu halten?

Angenommen, jemand will Dir Deine Traumnähmaschine schenken – womit würde man Dich
glücklich machen?
Hm… Ich würde gerne auf einer Bernina nähen wollen. Ehrlich gesagt habe ich mich aber bewusst noch nicht danach umgeschaut, damit der Wunsch nicht zu groß wird, weil ich ja eigentlich mit meiner Nähmaschine glücklich bin 🙂

Findest Du, dass eine Covermaschine das Nähleben erleichtert?
Erleichtern in jedem Fall. Ich habe meine Covermaschine dank sehr spendablen Schenkern seit ca. einem halben Jahr. Und ja, ich liebe sie! Man kann aber durchaus wunderbar ohne sie leben,
dessen bin ich mir sehr bewusst!

Woher beziehst Du in der Regel die Schnittmuster, nach denen Du nähst? Gibt es Labels, bei denen Du praktisch jeden Schnitt blind kaufst?
Bei Schnittmustern ist das ähnlich wie bei Stoffen: Ich habe zu viele Schnitte. Deshalb versuche ich mich hier auch momentan zurückzuhalten und nur die Schnitte zu kaufen und auch zu nähen, die ich wirklich brauche. Und ich durchforste mein Archiv auch vor jedem neuen Nähprojekt, ob ich da nicht doch schon einen Schnitt habe. Ich nähe vor allen Dingen nach Ebooks, besonders schätze ich da die Schnitte von Schneidernmeistern oder die Schnitte von Indie-Designern, die Näh-Connection immer wieder für uns übersetzt. Ansonsten halte ich meine Augen offen und lasse mich doch immer wieder überzeugen, wie dringend ich genau diesen Schnitt brauche 🙂

Kommen wir zur inspirierenden Literatur: Gibt es denn eine Nähzeitschrift, die Du schätzt und regelmäßig kaufst (oder gar abonniert hast)? Was hältst Du von Näh-Büchern? Wie viele stehen in Deinem Bücherregal?
Ja, ich habe die La Maison Victor abonniert und finde sie wunderbar inspirierend. Die Schnitte, die ich daraus bisher genäht habe, funktionierten auch alle wunderbar. Trotz allem könnte ich sie öfters in die Hand nehmen 🙂 Näh-Bücher habe ich tatsächlich nur das Buch für Babyklamotten von Klimperklein. Ich mag Ebooks einfach lieber!

Lass uns am Ende noch auf die Näh-Bloggerwelt zu sprechen kommen: Wie vielen Blogs folgst Du? Was muss ein Blog ausmachen, dass es auf Deine Follow-Liste kommt?
Diese Zahl musste ich nachschauen und bin erschrocken. 403 Blogs folge ich! Wobei ja nicht jeder Blog täglich oder wöchentlich postet. Ein Blog muss mich inspirieren können. Entweder durch die verwendeten Schnitte, den Stil, Stoffe, ähnliche Figur oder auch, weil ich die Personen hinter den Blogs kenne. Oder einfach nur, weil mir der Blog gefällt. Und vor allen Dingen: Es drehen sich nicht alle 403 Blogs nur um das Thema Nähen. Ich folge auch Foodblogs, Interiorblogs, usw.

Meinst Du, es lohnt sich, seine Fremdsprachenkenntnisse aufzufrischen, um z.B. auch die
französische oder spanische Näh-Bloggerwelt mitzunehmen? Wie hältst Du es mit dem
internationalen Surfen?
Ich muss ehrlich sein: Ich folge internationalen Blogs, lese dort aber weniger sondern sehe mir
lieber die Projekte an. Und nur wenn es mich wirklich richtig interessiert, lese ich auch in
“anderen” Sprachen. Aber das liegt vor allen Dingen daran, dass ich meist nebenzu Blogs lese, also während der Mann vielleicht Fernseh schaut, ich frühstücke, usw. Und da ist die Aufmerksamkeit vielleicht nicht ganz so groß, um sich auf eine andere Sprache zu konzentrieren.

Zum Abschluss: Welche Nähtechnik würdest Du gerne besser beherrschen?
Schnittmuster anpassen 🙂 Das würde ich nicht nur gerne besser können, sondern dass es mir auch mehr Spaß macht.

Welche Nähtechnik arbeitest Du „a la Marina“ – also anders, als das die Fachbücher empfehlen? Was ist Dein ultimativer Geheim-Tipp?
Oh, das ist eine schwere Frage. Wenn man so alleine vor sich hinnäht, weiß man ja gar nicht
unbedingt, was man anders macht als Andere. Mir ist jedenfalls momentan nichts bewusst. Und
einen Geheim-Tipp? Vielleicht das hier: Kennt ihr den kleinen schwarzen Knopf an eurem normalen Nähfuß? Dieser hilft euch bei besonders dicken Stellen schön weiterzunähen. Am höchsten Punkt belasst ihr die Nadel im Stoff, hebt euer Nähfüßchen an und beim runterlassen drückt ihr den Knopf. Damit stellt ihr den Nähfuß fest und wenn ihr weiternäht, löst er sich wieder. Ich hoffe, das war verständlich… Besonders praktisch im Übrigen auch beim Jeans-Nähen 🙂

Liebe Marina! Herzlichen Dank, dass Du Dir für das Näh-Nerd-Interview Zeit genommen hast!

Advertisements

Ein Gedanke zu “Näh-Nerd-Interview mit Marina von Metterlink

Danke für Deinen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s