Willkommen zum 1. Näh-Nerd-Interview: Heute mit Katharina von Greenfietsen

Happy New Yealogo_nni_gruener_naehen_kleinr! Ich hoffe, Ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet, für das ich Euch alles Liebe wünsche!

Ich habe mir für 2017 für mein kleines Blögchen hier die eine oder andere Neuerung überlegt, die ich Euch „Schritt für Schritt“ zeigen möchte. Und heute gehts es gleich los mit der ersten.
Ich starte eine eigene Interview-Reihe, auf die ich mich schon ganz lange freue: das „Näh-Nerd-Interview“ 🙂

Näh-Nerd? Kleines Quiz: Du erkennst auf der Straße sofort, ob jemand eine selbstgenähte Tasche trägt; oft kannst Du sogar das Schnittmuster beim Namen nennen und das Stofflabel zuordnen?
Du scannst bei Deinem Gegenüber immer zuerst, wie die Nähte seines Kleidungsstücks gearbeitet sind? Ertappst Du Dich regelmäßig selbst dabei, anderen an die Wäsche zu wollen – nur um mal kurz zu schauen, wie die Naht am Kragen von “Innen” aussieht?
Worte wie „Fadenspannung“, „Kappnaht“, „Untertritt“ oder „Zackenlitze“ zaubern Dir ein Lächeln ins Gesicht?

Herzlichen Glückwunsch – Du gehörst zur Gruppe der Näh-Nerds! Wir sind jene, die sich den ganzen Tag übers Nähen unterhalten könnten, immer eine volle To-Sew-Liste haben, stundenlang unsere Stoffvorräte streicheln und einfach nähverrückt sind!

Um Dir zu zeigen, dass Du damit nicht alleine bist, habe ich mir überlegt, zum neuen Jahr eine Interview-Reihe zu starten, von und für Näh-Nerds: und zwar das NNI!  Ein Näh-Fachsimpel-Interview sozusagen, mit – und das ist besonders wichtig – einer gehörigen Portion Selbstironie. Regelmäßig möchte ich Euch auf diese Weise „näh-nerdige“ Bloggerinnen mit Herz vorstellen, die auch den einen oder anderen wertvollen Tipp für alle Nähwütigen ausplaudern 🙂
Und heute präsentiere ich voller Stolz das “Auftaktinterview”:

logo-greenfietsenIch freue mich sehr, dass ich für mein erstes Näh-Nerd-Interview (NNI) die wunderbare Katharina, Schreiberin und Näherin des Blogs „Greenfietsen“, gewinnen konnte. Katharinas Taschen- und Patchworkkreationen hauen mich immer wieder aufs Neue um – ich wünschte, ich hätte ein ähnliches Gefühl für Farben und Materialzusammenspiel, wie sie. Darüber hinaus sind ihre Blogposts auch sprachlich und inhaltlich auf einem so hohen Niveau, dass der Besuch ihrer Seite für alle Sinne eine große Freude ist – nicht zuletzt auch wegen der tollen Linkpartys, die Katharina schmeißt!
Und nachdem ich nun u.a. weiß, dass Katharina 32 Nähbücher besitzt und australische Nähblogs liest, ist sie mir NOCH sympathischer 🙂 Die Stofflabels, Online-Shops, Schnitte etc., die Katharina im Interview nennt, habe ich übrigens entsprechend verlinkt.  Na, neugierig geworden? Dann: Vorhang auf für das NNI mit Katharina von Greenfietsen!

Liebe Katharina, Hand aufs Herz:  An wie vielen Nähprojekten arbeitest Du meistens gleichzeitig?

Ich arbeite selten gleichzeitig an mehreren Projekten. Lass es mal höchstens drei sein. Wenn ich mich einem Nähprojekt widme, bin ich meistens mit meinem Kopf ganz bei diesem einen und möchte das dann auch zügig fertigstellen. Ständig zwischen verschiedenen Projekten hin und her zu hopsen, ist nicht so mein Ding. Das finde ich anstrengend. Ausnahmen sind große Patchwork-Projekte, die ihre Zeit brauchen. Oh, und Shirts und Pullis! Die können bei mir auch schon mal ein paar Wochen ungesäumt in der Ecke liegen. Wenn ich überhaupt mal einen UFO-Stapel habe, dann besteht er aus Kleidungsstücken.

An welchem Nähprojekt arbeitest Du denn gerade?tsa2017_jahresbanner
Im Moment beschäftige ich mich mit einem Sternenquilt für einen runden Geburtstag. Ich habe mir dafür die tolle Stoffserie „Pandalicious“ von Katarina Roccella ausgesucht und bin gerade am Zuschneiden. Parallel dazu nähe ich meinen Januar-Beitrag für den Taschen-Sew-Along 2017, eine gefütterte Einkaufstasche.

Mindestens so schön wie das Nähen selbst ist ja das Einkaufen dafür. Wenn Du jetzt von mir den Auftrag bekämst, für 150 € online Stoffe und Nähzutaten zu shoppen, und zwar binnen der nächsten 10 Minuten: Wo würdest Du den Warenkorb befüllen und womit?
Oh, nur 10 Minuten Zeit? Na, wenn’s so schnell gehen muss, würde ich mir bei Pink Castle Fabrics das Cozy Christmas Fat Quarter Bundle aussuchen. Die Farben der Stoffe finde ich so toll, und das nächste Weihnachten kommt bestimmt. Wenn dann noch ein paar Mäuse übrig sind, packe ich noch ein paar Kona Cotton Solids in den Einkaufskorb. Davon hätte ich gerne mehr in meinem Stoffvorrat.

Kannst Du Deine drei liebsten Stoff-Labels nennen? (Wie) Verfolgst Du, was sie neues auf den Markt bringen?
Was Stoffqualität und Designs angeht, bin ich ein großer Fan von Moda, Riley Blake und den Biostoffen von Birch. Vor allem über Blogs, Instagram und Newsletter bekomme ich mit, wenn es etwas Neues gibt.

Apropos Stoffkauf: Hast Du ein Stoffkaufbudget? Oder anders:  In welchem Umfang sind Stoffvorräte Deiner Meinung nach angemessen? 🙂
Nein, ein festes Budget habe ich nicht. Ich gebe mal mehr, mal weniger aus. Letztes Jahr habe ich mich z. B. wochenlang auf den Black Friday gefreut, mein Geld vorher schön zusammengehalten und dann eine große Bestellung in Amerika gemacht. Hm, in welchem Umfang sind Stoffvorräte wohl angemessen? Machen wir uns nichts vor: Viele von uns horten mehr Stoff in ihren Schränken, als sie jemals vernähen können. Aber was soll‘s? Wir lieben es, Stoffe zu besitzen und eine schöne Auswahl zu haben. Ist doch okay. Wir sind halt auch Sammlerinnen. Ich persönlich kaufe Stoffe mittlerweile sehr gezielt und investiere lieber in gute Qualität und in besondere Stoffserien als in große Mengen.

Lass uns nun zum Arbeitsgerät kommen: Angenommen, jemand will Dir Deine Traumnähmaschine schenken – womit würde man Dich glücklich machen?
Ich Glückspilz, erst Stoff für 150 Euro, dann auch noch meine Traumnähmaschine? Ich bin im Himmel. Ich muss aber gestehen, dass ich meine Traumnähmaschine noch gar nicht kenne. So lange eine solche Anschaffung nicht ansteht, beschäftige ich mich auch nicht mit dem Thema. Ich weiß aber, dass ich für die nächste mehr Geld in die Hand nehmen werde, weil ich mit meiner Mittelklasse-Maschine so langsam an die Grenzen stoße. Ob es dann wieder eine Brother wird oder doch eher eine Bernina – da muss ich mich erst mal intensiv beraten lassen.

dividedbasket_greenfietsen7Woher beziehst Du in der Regel die Schnittmuster, nach denen Du nähst? Gibt es Labels, bei denen Du praktisch jeden Schnitt blind kaufst?
Ich kaufe fast alle Schnittmuster online als E-Book zum Ausdrucken. Wenn ich auf meine Festplatte schaue, dann sind das viele Farbenmix-Anleitungen, die ich mir vor allem als Nähanfängerin zugelegt habe. Als Taschenbegeisterte besitze ich natürlich alle 3 Taschenspieler-CDs von Farbenmix! Die würde ich immer blind kaufen. Da kann man meiner Meinung nach nichts falsch machen. Im letzten Jahr habe ich auch gute Erfahrungen mit den Nähanleitungen von Sew Sweetness und Noodlehead gemacht. Die beiden entwerfen großartige Taschen.

Kommen wir zur inspirierenden Literatur: Gibt es denn eine Nähzeitschrift, die Du schätzt und regelmäßig kaufst (oder gar abonniert hast)? Was hältst Du von Näh-Büchern? Wie viele stehen in Deinem Bücherregal?
Eine Nähzeitschrift habe ich nicht abonniert, aber ich liebe Bücher übers Nähen. Moment, ich zähl mal schnell durch… Es sind 32.

Und wie hälst Du es mit inspirierender Literatur aus dem Netz? 🙂 Wie vielen Blogs folgst Du? Was muss ein Blog ausmachen, dass es auf Deine Follow-Liste kommt?
Puh, das kann ich gar nicht genau sagen, wie vielen Blogs ich insgesamt folge. Ein paar hundert werden es schon sein. Prinzipiell verwende ich zwei verschiedene Feedreader. In dem einen folge ich einer kleinen Gruppe liebgewonnener Bloggerfreunde, von denen ich keinen Post verpassen möchte. Das sind Menschen, die ich schon persönlich kennen gelernt habe und mit denen mich mittlerweile mehr verbindet als „nur“ das Nähen und Bloggen. Im zweiten Feedreader habe ich Nähblogs abonniert, die mich inspirieren und von denen ich etwas lernen kann. Das sind Blogger, die mich mit tollen Fotos beeindrucken, unterhaltsam schreiben und mir einfach sympathisch sind. Ich schaue nicht täglich in diesen Reader, sondern immer nur, wenn ich Zeit und Lust habe. Dann scrolle ich durch die Übersicht aller veröffentlichen Beiträge und klicke an, was mich gerade interessiert.

Meinst Du, es lohnt sich, seine Fremdsprachenkenntnisse aufzufrischen, um z.B. auch die französische oder spanische Näh-Bloggerwelt mitzunehmen? Wie hältst Du es mit dem internationalen Surfen?
Ja, das lohnt sich unbedingt! Seit ich mich mehr fürs Patchworken interessiere, tummele ich mich auch auf amerikanischen und australischen Blogs. Ich finde, das ist eine große Bereicherung und sehr spannend zu sehen, wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Nähkulturen liegen.

Zum Abschluss: Welche Nähtechnik würdest Du gerne besser beherrschen? Hast Du einen ultimativen „Geheimtipp“?
Ich würde sehr, sehr gerne das Freihandquilten beherrschen, also das Absteppen von Quilts in Bögen und Spiralen. Einen entsprechenden Nähfuß habe ich längst in der Schublade liegen, aber weil ich weiß, dass diese anspruchsvolle Technik viel Übung erfordert, habe ich mich bisher nicht herangetraut.
Da fällt mir spontan nur eins ein: Ich nähe Träger für Taschen nie rechts auf rechts und wende sie dann, wie es oft in Nähanleitungen empfohlen wird, sondern falte sie aus einem breiten Stück so, dass die Stoffkanten innen verschwinden, und steppe sie dann seitlich ab. Ein Geheimtipp ist das aber nicht, denn ich habe in meinem Blog bereits ein Tutorial darüber veröffentlicht.

Liebe Katharina! Herzlichen Dank, dass Du Dir für das Näh-Nerd-Interview Zeit genommen hast!
Ich danke dir, liebe Karin, für die Einladung zum Interview und die tollen Komplimente zu meinem Blog. Es war mir eine große Freude, deine Fragen zu beantworten.

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2 Gedanken zu “Willkommen zum 1. Näh-Nerd-Interview: Heute mit Katharina von Greenfietsen

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