Mint trifft Gold – meine Tasche „Kluntski“ aus Kork und Canvas

gruener-naehen-kluntski-kork-tasche-1Beim Thema Taschen juckt es mich selbst nur höchst selten in den (Näh-)Fingern – mein Herz schlägt ganz klar für das Nähen von Kleidung. Aber ab und zu stolpere ich in der wunderbaren Blogger-Welt doch über ein Schnittmuster, das bei mir den „Haben-Will-Modus“ auslöst. So ging es mir, als ist das erste mal „Kluntski“ von Allerleikind (ich glaube, es war bei „Frau Muscheid“) sah.
Mir gefiel auf Anhieb die Größe, die Sache mit dem Steckschloss, die Innenaufteilung…und da „Kluntski“ auch noch ein Freebook ist, war nicht mehr viel zu entscheiden 🙂
Auch wollte ich schon lange mal das Vernähen von Korkstoff ausprobieren. Ich liebe die Optik von Kork, eine wunderbar nachhaltige Variante zu Leder und sehr schick. Deshalb hatte ich schon vor einigen Monaten eine Rolle Korkstoff mit goldenem Special-Effekt bestellt. So war also die Kombination „goldener Korkstoff und Kluntski“ gesetzt – brauchte ich also noch einen passenden Hauptstoff. Hier wurde ich, wie so oft, beim Stoffbüro fündig: Der Canvas-Stoff hört auf den Namen „Mesa Canvas“ und ist aus dem (mir bis dahin unbekannten) Hause “Cotton + Steel“. Er hat eine wunderbare Haptik und macht einen sehr hochwertigen Eindruck – was den stolzen Meterpreis von 28,00 Euro dann auch rechtfertigt. Ich habe einen halben Meter davon bestellt, diesen sowohl für außen als auch innen verwendet und hatte am Ende noch ein kleines Stückchen übrig.
gruener-naehen-kluntski-kork-tasche-2Also ging es an den Zuschnitt und das Nähen. Die Anleitung zu Kluntski ist wirklich sehr gut nachvollziehbar und ausführlich genug, so dass auch eine unerfahrene Taschennäherin wie ich damit klarkam. Doch es gibt einfach viele Fragen, wenn man so ein Täschchen näht, die auch mit einer noch so ausführlichen Anleitung nicht zu klären sind. Wie schaffe ich es, die gefühlt 1000 Schnittteile nicht durcheinander zu bringen und vor der Katze zu schützen? Wird Kork verstärkt und wenn ja, mit was? Warum nehm ich den gleichen Stoff für innen und außen und mach es mir damit unübersichtlich? Und wie zum Teufel macht man diese Steckschnalle fest, wieso liegt da keine Anleitung dabei?
Schon beim Zuschnitt sehnte ich mich nach Bündchenstoffen und Kragenbelegen – aber nun war eben mal eine Tasche dran. Und ich biss mich durch. Auch meine Nähmaschine, deren Geräusche beim Zusammennähen der vielen Stoffschichten teilweise in eine ähnliche Richtung gingen. So hangelten wir uns gemeinsam die Anleitung entlang – und nach ein paar Stunden hielt ich tatsächlich „Kluntski“ in den Händen. Teilweise ein wenig krumm und schief – aber benutzbar. Und ich bin echt stolz, das Abenteuer mit den zwölfundzwanzig Stoffschichten am Ende erfolgreich bestanden zu haben.
Und nun kann ich mir selbst die Fragen beantworten: 1. Mittels Akribie. Und die Katze wird einfach in ein anderes Zimmer gesperrt. 2. Nein, Kork muss nicht verstärkt werden (war total überflüssig). 3. Es sieht bei einem so tollen Stoff einfach verdammt gut aus. 4.Die Steckschnalle wird tatsächlich mit dem Hammer aufgebracht. Nicht zuletzt mit dieser Erkenntnis wurde mir erneut klar: Taschen zu nähen ist nichts für Weicheier.
gruener-naehen-kluntski-kork-tasche-3Liebe Taschennäherinnen: Ich habe wirklich allergrößten Respekt vor Euch. Die Taschen, die ich teilweise im Netz sehe, müssen tatsächlich aus 1000 Teilen bestehen und erfordern beim Nähen sicherlich einen unglaublich langen Atmen. Ich ziehe alle Hüte – denn meine Welt ist das nicht. Ich werde zwar sicherlich auch in Zukunft ab und zu ein Täschchen nähen – aber mehr als kleine, kurze Ausflüge werden das nicht werden. Es kann auch durchaus sein, dass ich Kluntski nochmal nähe – dann mit weniger Vlies und geraderen Nähten 🙂
Aber heute zeige ich meine mint-goldenes Kluntski-Utensilo stolz bei RUMS und freue mich auf das donnerstäglich Stöbern! Außerdem wandert das Täschchen  (ich kann es kaum fassen) zum Taschen-Sew-Along von Greenfietsen, der im Dezember das Thema „Ausgehfein“ hat und zu „Taschen und Täschchen“.
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